Die derzeitigen Zustände und Entwicklungen im Bildungssystem sind nicht weiter hinnehmbar! Weltweit sind Umstrukturierungen aller Lebensbereiche nicht mehr gemeinwohlorientiert, sondern den sogenannten Gesetzen des Marktes unterworfen. Seit ein paar Jahren ist auch das Bildungssystem in den Fokus solcher “Reformen” geraten: Bildungsgebühren und die Privatisierung treffen uns alle!
Die Finanz- und Wirtschaftskrise zeigt deutlich, dass die Auswirkungen wettbewerbsorientierter Entscheidungskriterien verheerend sind. In vielen Ländern protestieren Menschen dagegen, so z.B. in Mexiko, Spanien, Italien, Frankreich und Griechenland. In diesem internationalen Zusammenhang steht der Bildungsstreik 2009.
Der anhaltende Protest gegen Studiengebühren und Sozialabbau in den letzten Jahren hat bei den Verantwortlichen in Medien, Wirtschaft und Politik zu wenig Wirkung gezeigt. Deswegen rufen wir nun dazu auf, unsere demokratischen Rechte in Form eines bundesweiten Bildungsstreiks wahrzunehmen. Hier werden pluralistische Aktionsformen (Demonstrationen, Blockaden, Besetzungen etc.) ihren Platz finden.
Wir suchen das Bündnis mit vielen gesellschaftlichen Gruppen, wie Gewerkschaften und sozialen Bewegungen, die wir ausdrücklich einladen, mit uns zu protestieren, denn wir sind überall mit der gleichen Politik konfrontiert: An der Hochschule, in den Schulen und im Betrieb.
Ziel des Bildungsstreiks ist es, eine Diskussion zur Zukunft des Bildungsystems anzuregen. Des Weiteren sollen Möglichkeiten einer fortschrittlichen und emanzipatorischen Bildungs- und Gesellschaftspolitk aufgezeigt und durchgesetzt werden. Dem Einfluss der maßgeblichen politischen und ökonomischen Interessen im Bildungsbereich setzen wir unsere Alternativen entgegen:
- selbstbestimmtes Lernen und Leben statt starrem Zeitrahmen, Leistungsdruck und Konkurrenzdruck,
- freier Bildungszugang und Abschaffung von sämtlichen Bildungsgebühren wie Studiengebühren, Ausbildungsgebühren und Kita-Gebühren,
- öffentliche Finanzierung des Bildungssystems ohne Einflussnahme der Wirtschaft unter anderem auf Lehrinhalte, Studienstrukturen und Stellenvergabe
- und Demokratisierung und Stärkung der Mit- und Selbstverwaltung in allen Bildungseinrichtungen.
Wir, die Projektgruppe Bildungsstreik 2009, rufen zur Bildung regionaler und lokaler Bündnisse auf. Bringt Euch in unsere bundesweiten Planungen ein: Ein anderes Bildungssystem ist möglich – und dringend nötig!
Projektgruppe Bildungsstreik 2009
Aufruf zu dezentralen Aktionen auch in Deutschland am Donnerstag, 05. November 2009, zum Auftakt für die "Global Week of Action - Education is NOT for $A£€" (Warm-up Day)
Die Zustände im Bildungssystem sind nicht länger hinnehmbar. Am Donnerstag, 05. November ist international der Auftakt für die "Global Week of Action - Education is NOT for $A£€". Die Aktionswoche(n) "Global Week of Action reloaded" folgen dann ab dem 09. November bis etwa zum 20. November. In Österreich gibt es bereits seit dem 22. Oktober massivste Proteste im Bildungssystem!
Angesicht des "Warm-up Day" der "Global Week of Action - Education is NOT for $A£€" und des aktuellen landesweiten Aktionstages in Österreich rufen auch wir in Deutschland zu dezentralen Aktionen auf! Jede Gruppe vor Ort kann und soll selbstständig und koordiniert Öffentlichkeit herstellen. Mit den Aktivitäten bringen wir unsere internationale Solidarität zum Ausdruck. Wir wollen damit noch mehr Menschen mobilisieren, an den weiteren Planungen mitzuwirken! Unsere Forderungen müssen verstärkt in den Fokus der Gesellschaft!
Für die "Global Week of Action" hat sich die Bildungsstreik-Gruppe in Marburg bereiterklärt, die bundesweite und internationale Pressearbeit für diesen Aktionstag zu übernehmen. Gebt dort bekannt, was für Aktionen Ihr plant. Auch im Nachhinein könnt Ihr den Marburgern Euere Berichte mit Photos und/oder Videos schicken. Dort werden sie gesammelt. Publiziert Euere Ergebnisse auch selber!
Einen Höhepunkt werden die Herbstaktionen dann sicherlich am 17.11. erreichen (dies ist gleichzeitig der "International Students' Day"). Am 24.11. steht dann die Tagung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) in Leipzig an. Und schließlich möchte die Kultusministerkonferenz (KMK) am 10.12. in Bonn tagen.
Da noch keinerlei Anzeichen für irgendwelche "Verbesserungen" im Bildungssystem erkennbar sind (weg mit Zugangsbarrieren und Gebührenbelastung, öffentliche Ausfinanzierung und hinreichende Ausstattung, umfassende Demokratisierung und Mitbestimmung, etc.), gibt es weiterhin mehr als genügend Anlässe für einen "heißen Herbst" !!!
Wann, wenn nicht jetzt?
Wo, wenn nicht hier?
Wer, wenn nicht wir?
Beteilige Dich! Bilde Dich, bilde andere - solidarisiert Euch - und werdet gemeinsam aktiv!!!
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