Giftiger Goldbergbau in der Karibik

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Eingetragen von:

Aktionsform:

Petition

Website:

regenwald.org

Ziel:

Annullierung der Verträge mit den Bergbauunternehmen

Mitmachen:

https://www.regenwald.org/aktion/894

Für viele Touristen ist die Dominikanische Republik das Urlaubsparadies – Traumstrände und grüne Hügellandschaften. Damit könnte es bald vorbei sein. Zwei kanadische Bergbaufirmen fördern im großen Stil Gold im Regenwald. Das eingesetzte Zyanid vergiftet Wasser und Böden. Die Bevölkerung wehrt sich – unterstützen Sie sie dabei

"Ich bin zu alt, ich lasse mich nicht noch einmal von meinem Land vertreiben", sagt Juliana Guzman, Bäuerin aus La Cerca. Sie sitzt in ihrem Haus, dessen Wände von Rissen durchzogen sind. Explosionen lassen jeden Tag die Erde beben. Ihre Nachbarn von der Kooperative halten die bereits verschimmelten Kakaofrüchte in der Hand. Die Chemikalien aus der Goldmine auf der anderen Seite des Berges zerstören ihre Ernte. Beim Abbau von Gold wird hochgiftiges Zyanid eingesetzt, das über die Flüsse in die Böden der Umgebung getragen wird und großen Schaden anrichtet.

Das Dorf La Cerca liegt im zentralen Hochland der Dominikanischen Republik. Es ist umgeben von dichtem Regenwald, in dem endemische Arten wie der Schlitzrüssler leben. Im Dezember 2012 soll der Goldabbau durch die kanadischen Unternehmen Barrick und Goldcorps beginnen. Bis zu 24 Tonnen Zyanid werden pro Tag für den Abbau in der Pueblo Viejo Mine benötigt. „Der Zyanideinsatz ist ein Selbstmord auf Raten“, warnt Domingo Abreu vom Nationalen Umweltkomitee. Dabei ist der Goldbergbau überflüssig. Nur 11 Prozent des Goldes werden industriell verarbeitet. Dieser Anteil lässt sich über Recycling gewinnen. Der Rest des Goldes dient als unproduktive Investitionsanlage und zur Schmuckproduktion.

Besonders gefährlich ist das Zyanid für die Gewässer der Umgebung. Bei der Mine entspringen Flüsse und dort liegt das größte Süßwasserreservoir des Landes – es versorgt den gesamten Inselstaat. Barrick hat sich vertraglich abgesichert, für Umweltschäden nicht aufkommen zu müssen. Deshalb geht die Bevölkerung auf die Barrikaden. Eine Koalition aus 100 Organisationen fordert eine Annullierung der Verträge mit den Bergbauunternehmen. 

Bitte unterstützen Sie die dominikanische Bevölkerung gegen den giftigen Goldbergbau!

Zusatzinformationen:

Gebrochene Versprechen 

Bereits in anderen Ländern stießen die Projekte von Barrick und Goldcorps auf Widerstand. Um eine Goldminen im andinen Grenzgebiet zwischen Argentinien und Chile sowie in Peru gibt es permanente Konflikte zwischen den Bergbauunternehmen und der lokalen Bevölkerung. Aufgrund der gravierenden Umweltzerstörungen, die Bergbauprojekte von Barrick immer wieder mit sich bringen, stieß der staatliche Pensionsfonds Norwegens nach Protesten seine Anteile am Bergbauunternehmen ab.

Auch wegen des Projekts in der Dominikanischen Republik gab es von Beginn an scharfe Kritik. Die Aushandlung der Verträge zwischen Regierung und Unternehmen war nicht transparent und die Konditionen einseitig geregelt. In den ersten Jahren zahlt Barrick kaum Steuern und verdient an der Goldproduktion 25 mal mehr als der Staat, dem das Gold eigentlich gehört. Der hochverschuldete Staat und die arme Bevölkerung profitieren nicht vom giftigen Goldabbau – im Gegenteil. Frühzeitig klagte die lokale Bevölkerung im Abbaugebiet über illegale Waldrodungen und Kontaminierung der anliegenden Gewässer. Menschen, die wegen des Bergbaus umgesiedelt wurden, erhielten Ersatzhäuser, aber auf das versprochene Ackerland warten sie bis heute. Die Bauern haben zwar ein Dach über dem Kopf, aber keinen Boden mehr unter den Füßen. Neben Umweltschützern und Bauern gehen auch die Gewerkschaften auf die Barrikaden. Obwohl die Bergbaukonzerne langfristige Arbeitsplätze versprachen, entließen sie den Großteil der Arbeiter nachdem die Vorbereitungsarbeiten zur Mine fertiggestellt waren. Als Ende September eine große Koalition aus vielen Organisationen und tausenden Bürgern gegen den Bergbau demonstrierten, eskalierte die Situation. Die Polizei schoss ohne Vorwarnung auf die Demonstranten und verletzte 30 von ihnen, zahlreiche davon schwer. 

Giftiger Goldbergbau

In einer bereits aufgegebenen Mine im zentralen Gebirgszug der Dominikanischen Republik setzte man beim Abbau auch Zyanid ein. Die Chemikalien verseuchten Flüsse, Grundwasser und Böden in der Region – mitten im größten Süßwasserreservoir der Insel. Aufgrund der erheblichen Umweltzerstörungen durch den Bergbau mit Zyanidverfahren beschloss das Europäische Parlament im Mai 2010 ein Verbot von Zyanid im EU-Raum. Obwohl die EU-Kommission dieses Verbot bestätigte, setzte sie noch keine verbindlichen Richtlinien um. Der Einsatz von Zyanid im Bergbau ist neben Deutschland auch in der Türkei, Tschechien und Ungarn verboten.

Weitere Infos zum Goldbergbau.

Themenkategorien:

Anti-Atom / Klima / Energie, Natur-, Tier-, Umweltschutz, Globalisierung / Entwicklung / Migration, Soziales / Arbeit, Bildung / Familie / Gesundheit, Ökonomie / Finanzen, Freiräume / Subkultur, Politik / Demokratie / Recht
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