„Biosprit”: EU vernichtet 700.000 Hektar Regenwald

Eu-biodiesel-vs-regenwald_large
22bfe90ac98d8e13286074c08520b92a

Eingetragen von:

Aktionsform:

Protestaktion

Website:

regenwald.org

Ziel:

Regenwaldabholzung für "biosprit" stoppen, kein Palmöl für "biosprit"

Mitmachen:

https://www.regenwald.org/aktion/908/biosprit-eu-vernichtet-700-000-hektar-regenwald

Die EU will mit angeblich umweltfreundlichem Pflanzenkraftstoff unser Klima retten und hat dazu Palmöl als nachhaltig eingestuft - trotz der Regenwaldrodung für die Plantagen. Schon jetzt landen jährlich 1,9 Millionen Tonnen Palmöl in den Fahrzeugtanks. Zurzeit verhandelt die EU erneut über ihre Agrarsprit-Politik

Mit Kraftstoff vom Acker will die EU Autofahren umweltverträglicher machen und das Klima schonen. Der an den Tankstellen verkaufte Kraftstoff enthält daher immer höhere Anteile an so genanntem Biosprit.

1,9 Millionen Tonnen Palmöl wurden dem Dieselkraftstoff im vergangenen Jahr bereits EU-weit beigemischt - neben vielen weiteren Millionen Tonnen ebenso schädlichen Raps- und Sojaöls.

Die dafür benötigten Palmölplantagen nehmen 700.000 Hektar in Beschlag – Land, das bis vor kurzen noch Regenwald und der Lebensraum der bedrohten Orang Utans war. Trotz der Abholzung der Regenwälder hat die EU Palmöl als nachhaltig produziert eingestuft.

Dabei warnen Umweltschützer, Entwicklungsexperten und auch die Wissenschaft schon lange vor der schädlichen Pflanzenenergie. Den Politikern in Brüssel fliegt ihre Energiepolitik längst um die Ohren, wie unabhängige und selbst die von der EU in Auftrag gegebenen Studien zeigen: Biodiesel aus Palm- und Sojaöl aber auch heimischem Raps ist schädlicher als fossiler Diesel aus Erdöl.

Die EU müsste also ihre Biospritpolitik sofort beenden. Doch die Agrarindustrie setzt alles daran, um weiter im Geschäft zu bleiben. Auf 10 Milliarden Euro pro Jahr belaufen sich allein die staatlichen Subventionen für Agrosprit in der EU.

Derzeit entscheidet das Europaparlament über die Zukunft der Biotreibstoffe. Am 20. Juni stimmt der Industrieausschuss, am 10. Juli der Umweltausschuss und am 10. September das Plenum des Parlaments über die angeblich grüne Energie ab.

Bitte unterzeichnen Sie unser Schreiben an die EU und fordern Sie mit uns, Agrosprit endgültig zu stoppen.

 

14 Millionen Tonnen „Biosprit” werden dem Benzin und Diesel pro Jahr in der EU beigemischt. 2020 sollen es 30 Millionen Tonnen sein, um zehn Prozent des Erdöls zu ersetzen. Ständig steigende Mengen von Agrosprit bzw. der für dessen Herstellung benötigten Rohstoffe wie Palm- und Sojaöl werden aus Übersee importiert. In Südamerika brennen die Regenwälder und Savannen, um Platz für den Anbau von Zuckerrohr für die Ethanolproduktion und Soja-Monokulturen für Agrardiesel zu schaffen.

In Südostasien werden die Regenwälder vor allem für Palmöl-Plantagen abgeholzt. Malaysia und Indonesien sind mit einem Weltmarktanteil von fast 90 Prozent die beiden größten Palmölproduzenten – und zugleich auch die größten Regenwaldvernichter. Die schrecklichen Folgen des EU-Biosprits zeigen sich beispielsweise in Malaysia. Auf Borneo rodet die staatliche Yayasan Sabah Gruppe 70.000 Hektar Regenwald für Ölpalmen. 14 bedrohte Borneo-Zwergelefanten wurden dort im Regenwald vergiftet, weil sie den Plantagenunternehmen im Wege standen.

Die Plantagen sind mit dem Siegel des „Runden Tischs für nachhaltiges Palmöl (RSPO)" zertifiziert. Das dort erzeugte Palmöl gilt damit für die EU als „nachhaltig" und kann dem Biodiesel beigemischt werden. Sechs Millionen Tonnen Palmöl, das mit Abstand billigste Pflanzenöl, fließen auf den europäischen Markt.

Einer der größten deutschen Agrospritproduzenten ist die Verbio AG. Verbio produziert nach eigenen Angaben pro Jahr rund 450.000 Tonnen Biodiesel, 300.000 Tonnen Bioethanol und 480 Gigawattstunden Biomethan. Der Konzern liefert seine Produkte direkt an die europäischen Mineralölkonzerne, Mineralölhandelsgesellschaften, freie Tankstellen, Speditionen, Stadtwerke und Fahrzeugflotten.

Gegenüber der Mitteldeutschen Zeitung erklärte der Verbio-Chef Ende April 2013: „Wir sind gezwungen, die Verarbeitung von heimischem Raps zur Biodiesel-Herstellung einzustellen.“ Künftig werde man stattdessen tropisches Palmöl für die Produktion zukaufen. Nur so könne das Unternehmen wieder profitabel arbeiten.

„Die politischen Rahmenbedingungen lassen uns aber keine andere Wahl“, so der Verbio-Chef weiter. Immer mehr subventionierter Biodiesel werde aus Argentinien und Indonesien nach Europa eingeführt. Das Billig-Palmöl aus Südostasien werde trotz Rodung von Regenwäldern von der EU als nachhaltig produziert eingestuft. Biodiesel aus Palmöl sei 30?Prozent günstiger als aus Rapsöl.

Themenkategorien:

Anti-Atom / Klima / Energie, Natur-, Tier-, Umweltschutz, Globalisierung / Entwicklung / Migration, Bildung / Familie / Gesundheit, Ökonomie / Finanzen, Verkehr / Stadtentwicklung, Politik / Demokratie / Recht
13 Kommentare
1
4aceaed1fdf2073db8f810272c80f7f7
Kommentar von Michael S8udek
25.06.2013, 20:13 Uhr

Ein Zitat von Harald Welzer(aus dem Buch: "Selbst denken-Eine Anleitung zum Widerstand)" bringt es auf den Punkt :"Biosprit ist das Methadon der fossilen Wirtschaft;und es wird auch hier ZUSÄTZLICH, nicht stattdessen konsumiert!!!"

2
A121c8d245bb15c1bb98546c74973d0e
Kommentar von Jörg Dürre
27.06.2013, 07:39 Uhr

Ist aber schon klar, dass die Biokrafstoffbeimischungsquote eine rein freiwillige Maßnahme der Bundesrepublik Deutschland ist und jederzeit bis 2020 von dieser durch Gesetz aufgehoben werden könnte?

Es ist lediglich 10% Ökoenergie im Verkehr durch die EU vorgeschrieben, das ginge auch z.B. durch Einsatz von Ökostrom in Schienenbahnen.

3
A6fa9866a0c677efb2579d5f67098d94
Kommentar von Udo Henn
27.06.2013, 17:34 Uhr

Mit dem Biosprit vermindert man die Abhaengigkeit von den oelexportirenden Laendern und den damit einhergehenden Preisschwankungen. Deshalb ist der Einsatz zu befuerworten, auch wenn vielleicht mal ein paar Zwergelefanten umgesiedelt werden muessen.
In Suedamerika wird dafuer kein Regenwald abgeholzt, sondern die Plantagen entstehen ueberwiegen auf bislang ungenutztem Brachland.
Mit dem Klima hat das ganze gar nichts zu tun.
Ich rate dazu, das Schreiben nicht zu unterzeichnen.

4
A121c8d245bb15c1bb98546c74973d0e
Kommentar von Jörg Dürre
27.06.2013, 18:00 Uhr

@Udo Henn
die verminderte Abhängigkeit von Ölimporten wäre gegeben, wenn heimisches Rapsöl als Reinkraftstoff eingesetzt würde. Mit der Biokraftstoff Beimischungsquote ist eine unmitelbare Kopplung an den über die riesige Handelsmenge dominierenden Mineralölpreis geschaffen worden. Im Gegenteil sind die Mineralölpreisschwankungen somit auch in die Lebensmittel übertragen.

Die Effizienz von Biomasse als Energiesammler ist einfach schlecht. Photosynthese im Blattgrün kann nur 1% der Sonnenenergie einsammeln und dann ist noch längst kein Biodiesel draus gemacht, die normale Photovoltaikplatte schafft aber locker echte 16% als Strom. Wenn es um die Verringerung von Abhängigkeiten geht, dann ist Ökostrom für den Verkehr derzeit die beste Wahl. Die wissenschaftlichen Berater der Bundesregierung schreiben von 40-fach besserer Effizienz durch Strom im Individualverkehr.

Wer mag soll unterschreiben aber der Adressat dieser Petition ist der Falsche.

5
D41d8cd98f00b204e9800998ecf8427e
Kommentar von Hagbard Celine
02.07.2013, 13:05 Uhr

@ Udo Henn:
Zum Anlegen einer Palmen-Plantage wird Fläche benötigt. Diese Fläche wird nicht anstelle von anderen Flächen benötigt (z.B. zum Anbau von Lebensmitteln oder Futtermitteln), sondern zusätzlich. Dabei ist es nun herzlich egal, ob die Palm-Plantage auf einer Neurodung angelegt wird, oder ob sie auf einer vorher anders genutzten Fläche angelegt wird - in letzterem Fall weicht einfach die andere Nutzung auf die Neurodung aus. Der zusätzliche Flächenbedarf zu ungunsten des Regenwalds bleibt gleich. Auch die "Brache" ist eine notwendige Nutzungsform.

Wenn Sie schreiben: "In Südamerika wird dafuer kein Regenwald abgeholzt, sondern die Plantagen entstehen ueberwiegen auf bislang ungenutztem Brachland" ignorieren Sie - absichtlich oder aus Unwissenheit - diese indirekten Landnutzungsänderungen.

6
D41d8cd98f00b204e9800998ecf8427e
Kommentar von Universum
04.07.2013, 10:11 Uhr

hmm ...da wird "nur" auf ein paar Elefanten eingegangen. Das aber gerade in Indonesien für die Plantagen ganze Dörfer vertrieben und die Bewohner zum Teil einfach erschossen werden ... wurde leider nicht erwähnt.

Auch sei zu der Regenwaldvernichtung als ein wunderschreckliches Beispiel die Insel Sumatra erwähnt. Regenwald ist auf der Insel sehr sehr rar geworden. Also ich kann nur den Protest gegen Palmöl unterstützen. Nicht nur in Bezug auf Biosprit sondern vor allem auch im Bezug auf Nahrungsmitteln (Unilever z.b.)

Danke an dieser Stelle an die TAZ ...dieses ist ein wirklich wichtiges Thema was den meisten Menschen hier zu lande unbekannt ist.

eng la kesh

7
A6fa9866a0c677efb2579d5f67098d94
Kommentar von Udo Henn
04.07.2013, 14:13 Uhr

Liebe Hagbard Celine,
was schreiben Sie denn da fuer konfuses Zeug? Brachland ist keine "notwendige" Nutzung, sondern gar keine Nutzung, auch keine oekologisch sinnvolle..

8
D41d8cd98f00b204e9800998ecf8427e
Kommentar von Normann Kilb
04.07.2013, 16:33 Uhr

"In Suedamerika wird dafuer kein Regenwald abgeholzt, sondern die Plantagen entstehen ueberwiegen auf bislang ungenutztem Brachland. "
Woher stammen denn diese Angaben? (Quellenverweis bitte)
Regenwaldabholzung ist auch zur Stabilisierung des Ölpreispreises, bzw zur Löslösung der Abhängigkeit von u.a. den OPEC Staaten keine Option meiner Meinung nach.
Aber es soll ja auch Leute geben die am liebsten alles zubetoniert hätten solange es die Wirtschaft und Arbeitsplätze sichert.

9
C233f25e1a4741532a1d742293bd92d7
Kommentar von Schmidt Georg
07.07.2013, 07:46 Uhr

der indonesische Wirtschaftsminister sagte: wir können uns keine unproduktiven Wald leisten, nach Berechnungen wirds in 20 Jahren keinen Regenwald mehr geben
und siehe Brasilien:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/brasilien-neue-satellitendaten-vergroessern-sorge-um-den-regenwald-a-909757.html

10
C233f25e1a4741532a1d742293bd92d7
Kommentar von Schmidt Georg
07.07.2013, 07:51 Uhr

da tönt ein deutscher Bürgermeister-SEIN Blockkarftwerk wird nur mit Biodiesel betrieben-wo der Bio herkommt, ob das Bäume gefällt werden-Tiere getötet, das intressiert in nicht, aber will man einen Baum im eigenen Garten fällen-schickt er einen Strafbefehl!

11
D41d8cd98f00b204e9800998ecf8427e
Kommentar von autofrei
10.07.2013, 13:21 Uhr

Autofahren komplett einstellen ! Alles andere ist Augenwischerei !

12
Ecbfd11d004ecd76fcf4a895fd0031dd
Kommentar von broxx
15.07.2013, 20:52 Uhr

Grün wie´s leibt und lebt!

13
Ecbfd11d004ecd76fcf4a895fd0031dd
Kommentar von broxx
15.07.2013, 20:54 Uhr

@Autofrei
Und wie willste essen? Oder ins Krankenhaus? Oder wie kommt Tritt ihn in seinem Masserati zu Demos??? Deine Forderung ist blödsinn!

Kommentar schreiben:
(Wie heißt das wendländische Dorf in dem ein Atom-Müll-Endlager errichtet werden soll?)

Sympathisanten