Finken statt Fische

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03.10.2012, 14:16 Uhr

Birne der Einheit

"Glauben an Kohl, die wie eine Seifenblase zerplatzt."
Andrea Digel 1984


"Birne" oder "Kanzler der Einheit"


Als Kohl Kanzler wurde, 1982, da genügte ihm nicht einfach nur ein Regierungswechsel, es musste schon die geistig moralische Wende sein, die durch die Wahl am 6. März 1983 endgültig legitimiert wurde. Da zeigte er sich zum ersten mal in voller Größe und in seiner ganzen Hässlichkeit, Kohls historischer Anspruch. Die Phase sozialdemokratisch geführter Bundesregierungen war für ihn nichts weiter als die eines moralischen und geistigen Verfalls gewesen, das zeigt, wie er vom politischen Gegner denkt und welches sein Demokratieverständnis ist.
Es folgten die üblichen, mehr oder weniger erfolgreichen Jahre einer Regierung, die Wiederwahl und der gewöhnliche Verschleiß. 1989 war das Jahr des Niedergangs des Kanzlers und Parteivorsitzenden der CDU. Eine für bundesrepublikanische Verhältnisse nicht unübliche Zeitspanne; er hatte seine Dekade gehabt. Die Wenderethorik, die inhaltlich selten mehr als Floskeln, Phrasen und Beleidigungen zu bieten hatte, war inzwischen lange schon verbraucht und verstummt.
Da viel in Berlin die Mauer um, und in Bonn da purzelten die innerparteilichen Gegner.
Nun, in einen großen Schoß, da fällt eben auch viel hinein.
Der Rest ist Gechischte.


Ach ja, da fehlt ja noch was, die Wende der Wende oder die gewendete Wende, eine Art historischer*

                                                       
*Fußnote: Um 1990 herum, da tauchte er plötzlich wieder auf, der Begriff der "Wende". Er bezeichnete nun die Veränderungen seit Oktober 1989. Diesmal war es an Kohl und den Seinen, den Begriff aufzugreifen und fest zu etablieren, alternative Begriffe gab es ja durchaus, "friedliche Revolution" etwa. Nun ist aber "Revolution" ein Wort, das sich so gar nicht mit Helmut Kohl verbinden mag. "Wende" hingegen, ausgesprochen aus seinem Munde, weckte und weckt Erinnerungen, an die frühen 80er Jahre - so simuliert Gustav Gans Vision und Weitsicht.


Jeder große Mann hat zwei Schatten. Der, den er wirft und der, der auf ihn fällt. Letzterer ist bei Helmut Kohl der erhellende Schatten der Verdunkelung.
"Ich habe mein Ehrenwort gegeben", ist ein Satz aus Erz und Granit. Politiker, die solche Sätze sagen, überdauern. Die meißeln gerade ihr Denkmal.
Hier maßt maßt sich einer an, mit seinem Wort über dem Recht zu stehen, und kommt damit auch noch weitgehend durch. Ja, Gerissenheit verdient durchaus Respekt.
Diese Anmaßung wird oft als Entgleisung, als Scheitern des späten H.K. gesehen, die aber seine Leistungen nicht schmälere oder gar aufwöge. Sie sei die Schramme, der abgeschlagene Sims, die Fehlende Nase, die ein historisches Monument als solches erst erkennbar werden lasse.
Wer noch was werden will, darf soche Denkmalsätze nicht verwenden.  Dem hilft dann und wann schon eher ein kleinerer oder größerer Black-Out um bespielsweise darüber hinwegzutäuschen, dass die ausreichende Finanzierung der Partei und vor allem eine gut gefüllte Kriegskasse wichtiger sind, als die Legalität derselben. Die Anmaßung war wesentlich für die gesamte Ära Kohl und keineswegs eine Entgleisung zu deren Ende hin. Die Entgleisung war vielmehr immer schon sein Weg.

"Birne" oder "Kanzler der Einheit", beides sind Übertreibungen.
Ich bleibe aber trotzdem bei Birne, um meinen Bescheidenen Beitrag zu leisten, den Proporz zu wahren.

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(Wie heißt das wendländische Dorf in dem ein Atom-Müll-Endlager errichtet werden soll?)