Inklusion und Kinderschutz

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Eingetragen von:

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Aktionsform:

aktuell: Petition

Ziel:

Ziel der Aktion ist, die Situation von Gewalt betroffener Kinder und Jugendlicher mit Behinderung in Deutschland zu verbessern.

Mitmachen:

Forschung, Dokumentation, Vernetzung, Sensibilisierung von Öffentlichkeit und Politik, Homepage und Veranstaltung organisieren, HP verlinken
23.02.2013, 16:14 Uhr

Behinderter Kinderschutz

Behinderter Kinderschutz

Auch Kinder mit körperlicher oder geistiger Behinderung können Opfer von häuslicher Gewalt, sexuellem Missbrauch oder Vernachlässigung werden. Aber ausgerechnet beim Schutz vor Kindeswohlgefährdungen sind diese Kinder in großem Umfang benachteiligt.

Für den Schutz bei Kindeswohlgefährdungen sind die Jugendämter zuständig (§8a SGBVIII). Viele Risiken für diese Kinder lassen sich durch gezielte Hilfsangebote abwenden. Sind  die Kinder jedoch geistig oder körperlich behindert, ist für die schnell nötigen Hilfen das Sozialamt zuständig (§10 Abs.4 SGBVIII). Durch diese geteilte Zuständigkeit kann das Jugendamt im Fall einer Kindeswohlgefährdung bei körperlich oder geistig Behinderten praktisch handlungsunfähig werden.

Bereits 2009 wurden im 13.Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung viele Probleme der geteilten Zuständigkeiten von Jugend- und Sozialämtern aufgezeigt und mögliche Lösungen diskutiert. Doch noch immer müssen von Gewalt bedrohte Kinder mit Behinderung auf Hilfe warten, weil die Ämter  z.B. Zuständigkeiten klären müssen. Schließlich ist angesichts leerer Kassen jedes Amt bemüht, Kosten an ein anderes Amt abzugeben. Dadurch sind körperlich oder geistig behinderte Kinder in größter Not beim staatlichen  Schutz vor Kindeswohlgefährdung benachteiligt.

Die Gefährdungsrisiken für Kinder mit Behinderung sind bekannt. Mädchen mit Behinderung sind laut aktueller Studie des Bundesfamilienministeriums von sexuellem Missbrauch durch Erwachsene zwei bis dreimal häufiger betroffen, als der Bevölkerungsdurchschnitt. Das Risiko psychisch zu erkranken ist nach überwiegender Fachmeinung bei geistig behinderten Kindern viermal höher, als bei durchschnittlich intelligenten Altersgenossen. Viele behinderte Kinder werden zudem mit Gurten fixiert und sind somit Gewalttätern wehrlos ausgeliefert. Fixierungen im elterlichen Haushalt sind noch heute weitgehend gesetzlich ungeregelt. Es gibt keine Genehmigungs- oder Beratungsflicht. So wird den Kindern auch hier der staatliche Schutz versagt.

Wird trotz aller Hindernisse eine Kindeswohlgefährdung bei einem behinderten Kind bekannt, so fehlt zum Beispiel vielerorts der geeignete Therapieplatz. Auf Mängel bei der therapeutischen Versorgung für Behinderte wies letztes Jahr auch die staatliche Koordinierungsstelle gemäß Artikel 33 der UN-Behindertenrechtskonvention hin.

In ihrer Spendenwerbung suggerieren viele Hilfsorganisationen das klischeehafte Bild von einer heilen Welt, in der Behinderte von Institutionen behütet und beschützt leben. Über sexuellen Missbrauch und Gewalt in Behinderteneinrichtungen wird dagegen geschwiegen. Damit prägen die Hilfsorganisationen das  Bild vom behinderten Kind in der Öffentlichkeit.  In der Realität sind jedoch auch Kinder mit Behinderung Opfer von Gewalt, sexuellem Missbrauch und Vernachlässigung.  Diese Realität sollte mehr wahrgenommen werden.

Hierauf möchte ich mit aufmerksam machen und für die Situation jener Kinder und Jugendliche mit Behinderung sensibilisieren, die von Gewalt und Vernachlässigung betroffen sind.

Es würde mich sehr freuen, wenn weitere Einzelpersonen oder Organisationen mit aktiv werden, um die aktuelle Situation von Gewalt betroffener Kindern und Jugendlichen mit Behinderung zu verändern.

Weitere Infos unter http://blog.kevin-im-rollstuhl.de

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