Energiewende
Die Lügen der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft"EEG stoppen – sonst scheitert die Energiewende" plakatiert die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft im Sinne der Atom- und Kohleindustrie in Deutschlands Bahnhöfen. Der Lobbyverband bläst damit zum Angriff auf das Erneuerbare-Energien-Gesetz.
Die Motive der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (für die Großansicht bitte auf das Motiv klicken):
Gemeinsam mit der Campact geben wir nun öffentlich Contra. Grafisch angelehnt an die Lobby-Propaganda werden wir ab dem 10.12. zwei Wochen lang in den Hauptbahnhöfen von Berlin, Frankfurt, Hannover, Köln, Leipzig und Stuttgart auf insgesamt 35 Flächen für eine Energiewende mit EEG werben.

Die beiden Motive kannst Du in den Größen DIN A3, A2 und A1 im .ausgestrahlt Shop bestellen und in Deinem Ort aufhängen.
Mehr zu den dreisten Falschbehauptungen der Atom-Lobby kannst Du in unseren Schauermärchen zur Energiewende nachlesen.







Ekelerregend ist das. Da verbündet sich ausgestrahlt.de mit der Atomenergielobby zu einer gemeinsamen "Geld von unten nach oben umverteilen"-Lobby. Wohlwissend, dass die Energiewende es sehr viel einfacher hätte, und mit viel weniger Gegenwind leben müsste, wenn das vorsätzlich gleich doppelt unsoziale EEG (wer wenig hat zahlt mehr, und nur wer vorher schon viel halt, kann das Geld aus der Förderung erhalten) durch eine gerechtere Form der Förderung ersetzt werden würde.
Schon die Aussagen auf den Plakaten hier sind recht verräterisch: "Das Erneuerbare-Energien-Gesetz ist das einzige funktionierende Instrument der Energiewende" heißt es da. Gemeint ist damit aber nur "... ist das einzige Instrument der Energiewende, dass zugleich mäßig funktioniert und dennoch maximale Umverteilung ermöglicht." Es ist schließlich kein Zufall, dass von den Umweltfeinden bei ausgestrahlt.de ebenso wie bei den Grünen noch niemand auch nur vorgeschlagen hätte, einmal andere Förderkonzepte für Erneuerbare auch nur auszuprobieren. Dann aber zu behaupten, all die vielen Möglichkeiten, die niemals ausprobiert wurden, würden ja nicht funktionieren, das ist schon frech.
Eine Energiewende hin zu erneuerbaren Energien ist sicherlich bezahlbar, und ebenso auch ohne weiteres technisch realisierbar. Aber all das hat, ebenso wie die verlinkten Schauermärchen, überhaupt nichts mit dem EEG zu tun. Einfach nur die Förderung der erneuerbaren Energien aus progressiven Steuern finanzieren, und schon ist bewiesen, dass das ganze auch sozialverträglich möglich ist.
Jeder, der behauptet, die Energiewende wäre untrennbar mit dem EEG verbunden, beweist schon dadurch, dass er für persönlichen Profit bereit ist, beliebige Konsequenzen an Umwelt und Gesellschaft hinzunehmen.
Schluss mit Strom für Arme!
Nur Hartz4-Empfänger meckern über's EEG...
Lieber kleinalex, (und auch lieber Papa :-)),
zwar verstehe ich, dass du für eine gerechtere Verteilung des enormen Reichtums in dieser unserer Gesellschaft eintrittst. Durch die Energiewende - durch das EEG ermöglicht - gibt es aber de facto eher eine Umverteilung der "Energierenten" von ganz wenigen ganz oben (v.a. die vier großen Energiekonzerne, deren Aktionäre, Manager, etc.) auf deutlich mehr Nutznießer bis weit in den Mittelstand hinein (ca. 80 Prozent der konv. Energieerzeugung durch die "vier Großen", aber nur 6,5 Prozent bei den Erneuerbaren, Aufteilung EE siehe Grafik auf dieser Seite: http://www.unendlich-viel-energie.de/de/detailansicht/article/224/energie-in-buergerhand-privatleute-treiben-die-energiewende-voran.html). Extrembeispiel: Selbst wer nur 100 Euro übrig hat, kann damit in eine Energiegenossenschaft investieren.
Das wir noch deutlich gerechter und mehr von "oben" nach "unten" (statt ständig andersrum) umverteilen müssen: Absolut einverstanden! Aber dafür ist nicht das EEG zuständig. Dafür gibt es 101 andere Stellschrauben und Auseinandersetzungs-Schauplätze. Und dennoch - wie oben beschrieben - wird durch das EEG relativ zum Status quo von oben nach unten umverteilt! Gut so. Und: Weiter so.
Dank grosszüger garantierten Einkommensfluss ruhten sich deutsche Firmen aus, und der Solarmarkt dominieren nun andere Anbieter. Ein bisserl Selbstkritik täte unseren Kämpfern für eine Gerechtere Welt ganz gut.
@Jan: Das ist sehr interessant: Wer nur »hundert Euro übrig hat«, kann damit so viel Gewinn machen, dass seine Belastungen durch die EEG-Umlage ausgeglichen werden?
Auf welchen Zeitraum beziehen Sie denn das? Einmalig hundert Euro im Jahr? Hundert Euro im Monat? Hundert Euro in der Woche?
In welchem Land leben Sie? Wissen Sie, wie viel Geld man in Deutschland als Familie mit zwei Kindern »übrig haben« muss, um so viel investieren zu können, dass man mit der Rendite die EEG-Belastung ausgleicht?
Es tut mir wirklich Leid, es so direkt sagen zu müssen, aber das ist eine schamlose Kampagne der Umverteilung von unten nach oben. Einmal in vielen Jahren hat diese ISM-Lobby-Organisation, die ich sonst sehr kritisch sehe, eben auch mal recht.
Wenn die Tabak-Lobby zur Rettung ihrer Gewinne eine solche Kampagne führen würde, wie jetzt die EEG-Lobby, dann wären Sie vermutlich sofort mit dem Protestplakat auf der Straße. Oder?
Kampagne find ich jetzt auch nicht so gelungen, aber wer sich mal updaten möchte, welchen Schaden die Verstümmelung des EEG seitens der Regierung verursacht hat:
http://www.newslab.de/newslab/Filme_Energiewende.html
Wenn liest, mit welchem Hass (und welchem Schwachsinn) hier gegen das EEG und damit gegen die Kampagne gehetzt wird, dann kann einem nur schlecht werden. Mit so vorwärts denkenden und vorurteilsfreien Angehörigen unserer Gesellschaft, wie es sich z. B. für "Scheiscampact" vermuten lässt, sind positive Veränderungen unmöglich. Wenn er schreibt, das so ein Kohlekraftwerk umweltfreundlicher sei als "solarbetriebene Minikapitalisten", dann ist die nach oben offene Blödheitsskala eigentlich ausgereizt. Wahr ist, dass das EEG allen und nicht nur Aktionären von E.ON, RWE, Vattenfall und ENBW die Möglichkeit gibt, an Erzeugung und Vertrieb von Energie teil zu haben und dass alleine das auch denen Beine gemacht hat. Eine einfache staatliche Umverteilung wäre purer Sozialismus, blind und dumm für den wahren Bedarf.
Asozial ist es, das EEG zu torpedieren. Und wenn jemand tatsächlich unter den zu hohen Strompreisen leidet, dann ist das soweit erforderlich durch steuerfinanzierte Leistungen zu kompensieren. Und warum nicht? Das Gesamteinkommen, das der Besteuerung unterliegt, wächst ja eben auch und das Geld für die Rohstoffe, aus denen Strom gewonnen wird, geht nicht mehr zu fast 100% nach Russland, Saudi-Arabien etc.
Es gibt eine Million gute Gründe für den weiteren auch EEG-finanzierten Ausbau der Erneuerbaren, keine einzigen guten dagegen. Aber gut, das Verständnis dafür setzt voraus, dass man bereit ist, mal etwas mitzudenken. Diese Bereitschaft fehlt so einigen, s.o.