Tropenholz-Bänke in Lübeck: Heimische Eiche statt brasilianisches Jatoba

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Eingetragen von:

Aktionsform:

Online- Petition

Website:

regenwald.org

Ziel:

Fordern Sie die Stadt Lübeck auf, Bänke aus heimischen Holz zu nehmen und den 1988 beschlossen Tropenholzverzicht wieder in Kraft zu setzen.

Mitmachen:

https://www.regenwald.org/aktion/846/tropenholz-banke-in-lubeck-heimische-eiche-statt-brasilianisches-jatoba

Die Stadt Lübeck stellt Sitzbänke aus tropischem Jatoba-Holz auf. Die genaue Herkunft des Tropenholz konnten die Beteiligten nicht aufklären. Dabei gibt es Alternativen: Eichenholz aus deutschen Wäldern ist ebenso dauerhaft wie das Tropenholz. Bitte fordern Sie die Stadt auf, heimisches Holz statt brasilianisches Jatoba zu nehmen und den in Lübeck schon 1988 beschlossen Tropenholzverzicht wieder in Kraft zu setzen.

Die Stadt stellt im Rahmen des Projekts „Mitten in Lübeck“ in der Fussgängerzone und angrenzenden Bereichen Sitzbänke aus tropischem Jatoba-Holz auf. Den Großteil der Baukosten des Projekts trägt die gemeinnützige Possehl-Stiftung. Doch woher das Jatoba-Holz stammt und warum nicht Eichenholz aus heimischen Wäldern verwendet wird, beantworten weder die zuständigen Politiker noch die beauftragten Landschaftsarchitekten.

Zwar trägt das Jatoba-Holz ein Siegel des Bonner Vereins Forest Stewardship Council (FSC). Doch selbst FSC konnte trotz intensiver Nachforschungen nicht mehr als die Herkunft aus Brasilien herausfinden. Fest steht, dass die Tropenwälder des Landes von der Holzindustrie abgeholzt werden. Dabei wachsen in deutschen Wäldern durchaus Alternativen: Eichenholz. Es hat sogar eine höhere natürliche Dauerhaftigkeit und könnte leicht anstatt des Tropenholzes auf den Bankgestellen montiert werden.

Warum also nach dem fernen Regenwald greifen? Bitte fordern Sie die Stadt Lübeck auf, Bänke aus heimischen Eichenholz zu nehmen und den schon 1988 beschlossen Tropenholzverzicht unverzüglich wieder in Kraft zu setzen.

Zur Herkunft des Jatoba-Holzes verweist die für die Bauarbeiten zuständige Senatsverwaltung auf ein Siegel mit der schnöden Nummer SGS-COC-004187. Vergeben hat das Label die Schweizer SGS-Gruppe im Auftrag des internationalen Zertifizierungsvereins Forest Stewardship Council (FSC). Doch aus welchem Tropenwald das gelieferte Jatoba-Holz genau stammt, konnte selbst der FSC nicht klären. Aufgrund der verschlungenen Handelswege liess sich lediglich als Ursprungsland Brasilien ermitteln, so das Ergebnis einer Anfrage.

Dabei wirbt der FSC mit „Transparenz“ und der „lückenlosen Kontrolle der Hölzer vom Wald bis zum Endanbieter“. Es bleibt ein Geheimnis des Labelvereins, warum die Lieferkette des zertifizierten Tropenholzes im Dunkeln bleibt, während sich beispielsweise der genaue Weg einer Post- oder Speditionslieferung jederzeit und lückenlos im Internet verfolgen lässt. Auch hat der Lieferant der Lübecker Sitzmöbel, eine Holzfirma aus Bayern, am 13. Januar 2012 vorzeitig die Zertifzierung stillgelegt. Aus Kostengründen wie FSC mitteilt.

Die Alternative für Tropenhölzer sind Hölzer aus deutschen Wäldern. Schon 1986 hat der Lübecker Senat entschieden, die Wälder der Stadt naturnah zu bewirtschaften. Der 4.600 Hektar große Stadtwald wurde zum bundesweit beachteten Musterbetrieb umgewandelt. Die Stadt wirbt auf ihrer Webseite sogar für die dort erzeugten Hölzer und daraus hergestellten Produkte. Dazu gehören auch Gartenbänke aus Eichenholz.

 

 


Themenkategorien:

Anti-Atom / Klima / Energie, Natur-, Tier-, Umweltschutz, Globalisierung / Entwicklung / Migration, Soziales / Arbeit, Frieden / Antimilitarismus, Politik / Demokratie / Recht
4 Kommentare
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Kommentar von Bernd Baumann
05.03.2012, 17:28 Uhr

Man sollte eigentlich von Stadträten einer Stadt wie Lübeck mehr Hirn erwarten!!

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Kommentar von Nils M
09.03.2012, 23:31 Uhr

Warum soll es denn ausgerechnet die deutsche Eiche sein? Eine Lieferung von Tropenholz ließe sich schon dadurch umgehen, dass man Bänke aus jedem anderen handelsüblichen Holz - gleich aus welchem nichttropischen Land - oder gleich aus Beton, Stahl, Plastik oder für Parkbänke sonst üblichen Werkstoffen fertigte.
Das Interesse dieser Petition ist offensichtlich nicht der Schutz der Tropenwälder vor verantwortungsloser Abholzung, sondern der Schutz der Heimat vor ausländischen Importprodukten. Diese Schrift auf einem linken Portal zu finden, zeigt einmal mehr, dass es einen fruchtbaren Boden für grüne-braune Querfrontbestrebungen gibt.
Wer sich als progressiven Umweltschützer sieht, muss das Gefasel von der deutscher Eiche als den romantisierenden Kitsch erkennen, der es heutzutage unweigerlich ist und diejenigen meiden, die durch es verraten, dass sie schon mindestens mit einem Fuß im Lager der Heimatschützer stehen.

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Kommentar von Udo Henn
12.03.2012, 13:23 Uhr

Warum sollte Brasilien seinen Wald nicht ebenso bewirtschaften duerfen wie Deutschland oder andere Laender?

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Kommentar von Marco
15.03.2012, 21:32 Uhr

@ Udo Henn
Ganz kurz:
Das wäre katastrophal für's Klima, in D waren ursprünglich ca. 90% der Fläche bewaldet. Der Urwald ist aus Klimaschutz- und Biodiversitätsgründen für den Planeten unerlässlich. Abgesehen davon wäre es durchaus sinnvoll, die Flächen, auf denen der Urwald bereits abgeholzt wurde, in ähnlicher Weise zu bewirtschaften wie dies in D über Jahrhunderte der Fall war.
Hier geht es auch gar nicht darum, Brasilien irgendetwas verbieten zu wollen, vielmehr geht es um eine Kaufentscheidung, deren Auswirkungen auf die Umwelt man auch meines Erachtens in Betracht ziehen sollte. Und da bietet sich die Nutzung heimischer Hölzer allein schon deshalb an, weil damit unnötige Transportwege und somit CO2-Emissionen entfallen - abgesehen davon dass in D Forstwirtschaft tatsächlich nachhaltiger betrieben wird und somit auch der Schaden für die Wälder geringer ist, wenn man heimische Hölzer nutzt.

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(Was ist das Gegenteil von osten?)