Präsident Obama, kein Essen in den Tank!

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Eingetragen von:

Aktionsform:

Petition

Website:

regenwald.org

Ziel:

Nach vielen Aktionen gegen Agrosprit in Europa, bitten wir nun, an den US-Präsidenten Obama zu schreiben: Nahrung gehört nicht in den Tank!

Mitmachen:

https://www.regenwald.org/aktion/882

 

Das Getreideangebot auf den großen Agrarmärkten ist sehr knapp, die Preise liegen auf Rekordniveau. Ernährungs­experten warnen vor einer weltweiten Hungerkrise. Verschärft wird die Lage durch die Dürre in den USA – und die US-Politik: Die fördert, dass die Hälfte der Maisernte als Agrosprit im Auto-Tank statt auf dem Teller landet

Die Hälfte der weltweiten Maisernte wird in den USA erzeugt. Davon landet wiederum die Hälfte als Ethanol-Treibstoff im Autotank. Die Maiskörner – aber auch Getreide wie Weizen – werden vergoren und der entstehende Alkohol destilliert. Als Agrosprit wird er dem Benzin- und Superkraftstoff beigemischt. Die Ethanolproduktion verbraucht riesige Flächen, die für die Ernährung und die Natur verloren gehen.

Die US-Regierung subventioniert den künstlichen Markt für Agrosprit mit Milliarden Steuergeldern und hat verbindliche Beimischungsquoten (10 %) festgelegt. Dieses Jahr müssen dazu 50 Milliarden Liter Ethanol produziert werden.

Positive Auswirkungen auf die Umwelt hat der Pflanzentreibstoff nicht. Im Gegenteil: Die Monokulturen dehnen sich aus und verseuchen Böden und Gewässer mit Spritz-und Düngemitteln. Und um einen Liter Ethanol herzustellen, werden im Durchschnitt 600 Liter Wasser benötigt.

Mais landet im Tank anstatt auf dem Teller

Biosprit ist schädlich, sagen Wissenschaft und UN. Die Agrospritpolitik in den USA und der EU treibt weltweit die Preise für Nahrungsmittel in die Höhe und vergrößert die Zahl der Hungernden. Die anhaltende Dürre und der immer knapper werdende Mais verschärfen die Entwicklung dramatisch – mit katastrophalen sozialen Folgen.

Energiepflanzen konkurrieren mit Nahrungsmittelproduktion

Die Produktion von Ethanol und anderen Agrartreibstoffen konkurriert direkt mit dem Anbau von Nahrungs- und Futtermitteln. Zudem wird sämtlicher Agrosprit aus Nahrungsmitteln – Mais, Weizen, Zuckerrohr, Raps, Soja oder Ölpalme – hergestellt. Die Preise für Grundnahrungsmittel werden dadurch in die Höhe getrieben. Dennoch bezeichnen Politiker das System der hochindustrialisierten Landwirtschaft und die Produktion von Agrotreibstoffen als "großen Erfolg". Sie ignorieren dabei die ökologischen, sozialen und gesundheitlichen Folgen. Denn diese Form der Landwirtschaft ist unmittelbar auf den enormen Einsatz von fossilen Brennstoffen, Herbiziden, Pestiziden und Kunstdünger angewiesen. Die eingesetzten Chemikalien vergiften langanhaltend Gewässer und Böden.

Schlimmste Dürre seit 50 Jahren

Die schlimmste Dürre seit 50 Jahren betrifft bereits 61 Prozent der Landesfläche der USA. In mehr als 1000 Landkreisen wurde schon der Notstand ausgerufen. Auch in absehbarer Zeit ist kein Regen zu erwarten, stattdessen aber weiter steigende Temperaturen und Trockenheit. In den letzten Tagen bezifferte das US-amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) die Ernteverluste allein beim Mais auf bereits 46 Millionen Tonnen . Verluste, die sich bei anhaltender Dürre bis Ende August verdoppeln bis verdreifachen könnten. Schon jetzt schiessen die Preise für Mais und Getreide an den Rohstoffbörsen in Rekordhöhen.

Spekulationen treiben Preise weiter in die Höhe

Die Spekulanten (die sogenannten „Märkte“) lassen indes keinen Zweifel daran, dass sie aus dem erheblichen Ernterückgang riesige Profite erzielen wollen. Mit sogenannten "commodities" wetten sie auf die Preissteigerung bei Grundnahrungsmitteln wie Mais und Weizen und treiben somit die Preise künstlich weiter in die Höhe. Bei diesen Geschäften lassen sie sich auch nicht aufhalten, wenn es den weltweiten Hunger verschärft.

Hunger wegen Agrosprit

Vor diesem Hintergrund sind die Entscheidungen der Politiker oder der „Märkte“ im Umgang mit der Entwicklung der weltweiten Landwirtschaft unverantwortlich und nicht nachvollziehbar. Mais gehört auf den Teller, nicht in den Tank! In Ihrer aktuellen Studie "Bioenergie: Möglichkeiten und Grenzen" kommt die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina "zu dem Schluss, dass Bioenergie als nachhaltige Energiequelle für Deutschland heute und in Zukunft keinen quantitativ wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten kann". (Artikel “Dürre in den USA - Ein Land vertrocknet”)

 

Die Studie „Hunger durch Biosprit – Wie die US-Maisethanol-Politik die Lebensmittelpreise in Mexiko verteuert“ (auf Englisch) weist dies am Beispiel des Nachbarlandes nach. Mexiko importiert mittlerweile ein Drittel seines Maisbedarfs aus den USA. Dort sind die aus Maismehl hergestellten Tortillas Grundnahrungsmittel. 

Nach vielen Aktionen gegen Agrosprit in Deutschland und der EU, bitten wir nun, an den US-Präsidenten Obama zu schreiben: Nahrungsmittel gehören nicht in den Autotank!

 

Themenkategorien:

Anti-Atom / Klima / Energie, Natur-, Tier-, Umweltschutz, Globalisierung / Entwicklung / Migration, Soziales / Arbeit, Bildung / Familie / Gesundheit, Frieden / Antimilitarismus, Ökonomie / Finanzen, Verkehr / Stadtentwicklung, Politik / Demokratie / Recht
8 Kommentare
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Kommentar von Maik G
07.08.2012, 21:40 Uhr

Mit was soll man die Autos denn eurer Meinung nach betreiben:
* Öl ist zu knapp und sowieso unglaublich gut für die Umwelt.
* Strom? Woher kommt der denn zum Großteil? Da wären wir wieder bei Fossilenbrennstoffen, die die Umwelt schädigen. Zumindest im aktuellen Stadium der Entwicklung nicht brauchbar um die komplette Automobilindustrie umzukrempeln.
* Radioaktive Körper dürften wohl kaum zur Debatte stehen, oder?
* Bioethanol - Oh mein Gott, die Weltmaisvorkommen werden knapp und jetzt gibts nicht mehr genügend Tortillas!!!11einseinself

Was soll der Quatsch denn? Jeder halbwegs vernünftig denkende Mensch sollte lieber auf Mais, als auf eine funktionierende Infrastruktur - Feuerwehr, Krankenwagen, Polizei - verzichten.

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Kommentar von Jörn
08.08.2012, 16:30 Uhr

Agrosprit ist bis auf wenige Ausnahmen ökologisch und ökonomisch unsinnig. Dies ist ein Hauptgrund für die Ablehnung des E10 Benzins in Deutschland.
Allerdings sollte man genauso an die eigene Regierung und die EU-Kommission schreiben, denn in Europa gelten die ähnliche Vorschriften. Als Europäer mit dem Finger nur auf die USA zu zeigen ist da etwas einseitig.

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Kommentar von Wie bitte?
09.08.2012, 21:53 Uhr

:-O

Wie bitte?

Biotreibstoffe sollen schlecht sein??????

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Aber die grün-ökologischen Atomkraft-Gegner von der SPD und den Grünen haben doch immer gesatgt, dass Bio-Ethanol gut sei!!!
.
http://www.rhein-erft-spd.de/meldungen/11604/22388/SPD-Kreistagsfraktion-fordert-Konzept-zur-Foerderung-und-Steigerung-der-Produktion-von-Bioethanol.html
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http://fraktion.bawue.spd.de/index.php?docid=2514
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http://www.spd-stuttgart.de/index.php?nr=50168&menu=1
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http://www.gruene-nok.de/html/bio-ethanol-anlage1.html
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http://www.berliner-zeitung.de/archiv/gruene-fordern-gesetzliche-pflicht-fuer-betreiber--um-bio-kraftstoffen-wie-ethanol-zum-durchbruch-zu-verhelfen-jede-tankstelle-soll-eine-gruene-zapfsaeule-bekommen,10810590,10317714.html

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Verstehe ich nicht!
Eure eigenen Leute haben doch gesagt, dass Bioethanol gut sei.
Mensch ..... Aus Euch soll mal jemand schlau werden....

Zuerst befürwortet ihr Bioethanol
-
Und jetzt auf einmal kämpft ihr dagegen.

4
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Kommentar von highks
11.08.2012, 23:43 Uhr

Maik G, so ein blöder Kommentar kann auch nur aus einer im Überfluss lebenden Industrienation kommen. Schon mal daran gedacht, dass manche Leute auf der Welt jetzt vielleicht nichts mehr zu Essen haben?

Das ist nicht wie in Deutschland, wo man eben Steak oder Fisch oder Nudeln oder Reis oder sonstwas für superbillig kaufen kann, wenn es gerade mal zu wenig Mais gibt.

Aber wenn wir hier mit der völlig unökonomischen und wirklichkeitsfremden Bio-Landwirtschaft so weitermachen, dann wird es uns vielleicht auch irgendwann treffen. Und wenn dann plötzlich die Lebensmittel knapp werden, dann werden wir alle ganz schnell unsere Autos. Regelmäßiges Essen ist nämlich relativ wichtig, ne?

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Kommentar von Elena
12.08.2012, 14:41 Uhr

Ich glaube die USA kommt trotzdem sehr gut mit der Dürre klar. Dann wird halt einfach nichts exportiert. So hat das doch Russland vor ein paar Jahren auch gemacht. Und Mitleid mit irgendwelchen Entwicklungsländern in Afrika habe ich nicht, anstatt sich darauf zu verlassen aus dem Ausland Getreide zu bekommen hätten die das mal lieber selbst anbauen sollen. Und wenn das nicht reicht sollte man vielleicht man an die Gründe denken warum das so ist. Wenn man so ein ungebremstes Bevölkerungswachstum hat ist es doch normal das die Nahrung irgendwann nicht mehr reicht. Das sagt einem schon der gesunde Menschenverstand.

6
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Kommentar von Autoschnecke
21.08.2012, 14:56 Uhr

Einfach ein Windrad aufs Auto montieren, und es fährt und fährt und fährt....mit etwas Glück auch bis zum nächsten Dinkelkekstempel.

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Kommentar von Erinnern
23.08.2012, 16:55 Uhr

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/irrweg-biosprit-gruenen-tragen-verantwortung-fuer-debakel-a-851607.html

" 23.08.2012

S.P.O.N. - Der Schwarze Kanal

Gutes Gewissen vom Acker

Eine Kolumne von Jan Fleischhauer

Seit eine globale Hungerkatastrophe droht, auch weil wir immer mehr Nahrungsmittel nicht mehr essen, sondern durch den Auspuff jagen, sind alle gegen Biosprit - vorneweg die Grünen. Dabei sind es Spitzenleute der Ökopartei, die für dieses Debakel mitverantwortlich sind. "

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Kommentar von Stimme der Vernunft
02.09.2012, 18:29 Uhr

Endlich haben wir die Möglichkeit, die Abhängigkeit vom Erdöl zu vermindern und die Subventionen für die Landwirte in der EU zu beenden.

Und nun sollen wir wieder Erdöl importieren? Was für eine schwachsinnige Idee!

Packt die Sprit-Amflora in den Tank,
stoppt die Milliarden nach Brüssel und
senkt die Steuern!

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(Hoch die Internationale ...)

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