#occupy Frankfurt

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24.10.2011, 11:20 Uhr

Start in die zweite Woche

von Jannis Hagmann

 

Nach der Demo ist im Camp wieder Alltag eingekehrt, nachdem in den letzten Tagen Anspannung in der Luft lag und die Nerven der OrganisatorInnen blank lagen. Im Moment gibt ein Mainzer Liedermacher ein Konzert. Und auch die vielen Trommler und Gitarristen werden sicherlich nicht so bald abreisen.

Am Samstag konnte das einhundertste Zelt gefeiert werden. Heute kamen noch einmal fünf dazu. Auch auf Facebook hat die „Occupy Frankfurt“-Seite die 12.000er-Marke knacken können. Außerdem ist in den letzten Tagen die Infrastruktur des Camps weiter angewachsen. Mehrere größere Zelte und Pavillons kamen dazu, in denen zum Beispiel kleinere Versammlungen abgehalten werden können.

„Jetzt müssen wir erstmal wieder zur Ruhe kommen und uns um unsere innere Geschlossenheit kümmern“, erzählte mir Anousha, 21, gestern nach der Demo. Sie gehört zum aktiven Teil der CamperInnen. Nicht wenige im Camp sind eher passiv. Auch viele Obdachlose und Alkoholisierte halten sich im Camp auf. Das ist einerseits schön, weil die soziale Durchmischung ja eines der Kennzeichen und ein Ideal der Bewegung ist. Andererseits war man im Camp aber um das Erscheinungsbild besorgt. Ich habe ja gestern schon geschrieben, dass jemand unter den „Wir sind 99%“-Slogan an einem der Zelte „1%, die arbeiten“ geschmiert hatte. Das zeigt, dass das Camp Gefahr läuft, als Fun-Veranstaltung einiger weniger abgestempelt zu werden, die für so etwas Zeit haben. Ein Teilnehmer der Aktionsbündnis-Demo bezeichnete das Zeltlager gestern als „Happening“. Er würde lieber ernsthaft demonstrieren.   

Neben der Pflege von Image und Erscheinungsbild des Camps stehen verschiedene andere Dinge an: Am Freitag hatte die taz einen Artikel veröffentlicht und davor gewarnt, dass die „Occupy“-Bewegung von der „Zeitgeist“-Bewegung unterwandert wird. Das war stark übertrieben, auch wenn es wahr ist, dass viele „Zeitgeist“-AnhängerInnen im Camp sind. Aber die Bewegung an sich ist breiter als das Camp und „Zeitgeist“ wird natürlich auch im Camp kritisch diskutiert. Vielleicht wird man sich im Camp auch auf eine schriftliche Distanzierung einigen.

Auch der Einfluss von „Anonymous“ tut der Bewegung nicht gut. Youtube ist voll von mysteriös-bedrohlich anmutenden „Anonymous“-Videos über „Occupy Frankfurt“, die sicherlich nicht dazu beitragen, die Bewegung auf ein breites Fundament in der Bevölkerung zu stellen.

Vor allem wird aber zu sehen sein, ob die Samstagsdemo unabhängig vom Camp als Institution etabliert werden kann und ob das Camp weiterhin als Symbol von einer breiten Bevölkerungsschicht akzeptiert wird. Denn das Camp allein ist unbedeutend, nur als Symbol einer demokratischen Bürgerbewegung zählt es. Nächsten Samstag steht die nächste Demo an.  

Dass das Ordnungsamt, das die ganze Sache genehmigt, dem Camp einen Strich durch die Rechnung macht, ist unwahrscheinlich. Die Verhandlungen über die nächste Verlängerung laufen im Moment. Und da sich die Camper laut Ordnungsamt „vorbildlich“ verhalten, ist eine Verlängerung der Genehmigung wahrscheinlich.

11 Kommentare
1
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Kommentar von gremlin
24.10.2011, 23:09 Uhr

woher will der Autor wissen, wieviele Zeitgeistler sich im Camp befinden, wenn sich viele von ihnen gar nicht zu erkennen geben? darüber hinaus arbeiten sie mit dubiosen Methoden, vergraulen Leute, die sie kritisieren und versuchen die inhaltliche Entwicklung zu bestimmen.
Einen besseren Protest, als einen, der von den Zeitgeistlern klandestin dirigiert wird, können sich die Banken kaum wünschen. Wenn die Camper nicht die Appeasement-Politik beenden und sich eindeutig davon distanzieren, wird der ganze Prostest völlig wirkungslos bleiben (abgesehen von ein paar neuen Mitgliedern bei Zeitgeist).

2
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Kommentar von Schnickschnacker
27.10.2011, 21:03 Uhr

Die Unterwanderung der Bewegung muss gestoppt werden. Gegenüber der NPD hat es ja erfreulicherweise erste Gegenreaktionen gegeben: http://www.gulli.com/news/17387-anonymous-ddos-angriff-auf-npdde-5-update-2011-10-23
Aber auch den sektiererischen Verschwörungsfreaks von Zeitgeist muss Einhalt geboten werden, sonst wird bald die ganze Bewegung diskreditiert sein. Hoffentlich setzt nun bald ein Selbstreinigungsprozess ein. Falls diese Usurpation durch Zeitgeist-Leute, Ron-Paul-Anhänger, Anarchisten, Freigeldtheoretiker, Verschwörungsgläubige jedweder Art, rechte Euro-Gegner weiterhin geduldet wird, dann werden neben mir wahrscheinlich ganz viele andere die Occupier nicht weiter unterstützen. In einem Clübchen von Obskurantisten an Demos und Aktionen teilzunehmen erspare ich mir.

Daher: Lasst euch nicht missbrauchen!!!

3
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Kommentar von Schnickschnacker
28.10.2011, 06:53 Uhr

Einige Occupy-Aktivisten scheinen - leider!!! - erschreckend naiv zu sein: http://reflexion.blogsport.de/2011/10/27/die-empoerten-und-der-querfrontler/

ECHTE DISTANZIERUNG JETZT!!!

4
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Kommentar von AntiSchnickSchnack
28.10.2011, 10:30 Uhr

@SchnickSchnacker
Also auf einen Artikel der völlig paranoiden verschwörungstheoretischen Antideutschen-Website reflexion hereinzufallen ist ja wohl naiv. Die Antideutschen gelten als antidemokratisch, gewaltbereit sowie extremistisch und werden deshalb vom Verfassungsschutz überwacht.

Erst denken, dann schreiben!

5
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Kommentar von gremlin
28.10.2011, 11:14 Uhr

Wer im Camp war, weiß, dass die Zeitgeistler dort reichlich vertreten sind. Dazu braucht man nicht antideutsch zu sein.

6
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Kommentar von Schnickschnacker
29.10.2011, 12:47 Uhr

@ AntiSchnickSchnack

In Ergänzung zu gremlin will ich nur anmerken, dass die Antideutschen in den letzten Verfassungsschutzberichten nicht einmal mehr Erwähnung fanden. Überdies habe ich nicht auf die - nebenbei bemerkt - diversifizierten Antideutschen Bezug genommen, sondern auf einen lesenswerten Artikel, der - neben anderen Blogposts - die äußerst fragwürdige Unterwanderung der Occupy-Bewegung durch Leute mit anderer Agenda, mit entsprechenden Belegen nachweist. Zu diesen Occupy-Okkupanten gehören mithin auch Kryptoantisemiten, obskure Freigeldfans und allerlei weitere Verschwörungstheoretiker unterschiedlicher Couleur. Dadurch könnte der unterstützenswerte Protest gewissermaßen gekapert und somit diskreditiert werden. Gerade aus einer linken oder 'unabhängigen' Perspektive sollte man daher darauf achten, dass der Protest nicht von solchen Freaks zur Verbreitung ihrer Privatideologie/-mythologie missbraucht wird. Daher: Wehret den Anfängen! Eine unkritische Eingemeindung wie von etwa den Ron-Paul-Anhängern in den USA, die eine minimalstaatliche, libertäre Form des Turbokapitalismus, die den Auffassungen der PdV-Leute hierzulande nicht unähnlich ist, vertreten, ist daher zu verhindern.

7
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Kommentar von Schnickschnacker
29.10.2011, 12:54 Uhr

@ AntiSchnickSchnack

Abschließend sei noch angemerkt, dass das Blog von einer Einzelperson betrieben wird. Dass darauf Extremistisches verbreitet wird, wäre nachzuweisen.

8
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Kommentar von AntiSchnickSchnack
29.10.2011, 13:56 Uhr

Selbstverständlich haben es die Antideutschen in den letzten Verfassungsschutzbericht geschafft. Kann jeder auf http://www.verfassungsschutz.hessen.de selbst nachlesen.

Ansonsten muß sich Occupy nicht von Feinden der freiheitlich demokratischen Grundordnung kritisieren lassen. Schließlich überwacht der Verfassungsschutz die Antideutschen nicht ohne Grund.

9
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Kommentar von Schnickschnacker
13.11.2011, 11:40 Uhr

@ AntiSchnickSchnack

Habe spaßeshalber mal im Verfassungsschutzbericht des Landes Hessen nachgelesen. Darin steht nichts, was die Antideutschen als "Feinde der freiheitlich demokratischen Grundordnung" ausweisen würde. Vielmehr kommen sie sogar ziemlich gut weg - und das, obwohl der Hessische Verfassungsschutz nun nicht gerade als Hort der Objektivität bezeichnet werden kann. Insofern: selten so gelacht!

P.S.: Es wird wohl seinen Grund haben, warum die Antideutschen nicht mehr im Verfassungsschutzbericht erwähnt werden!

10
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Kommentar von Schnickschnacker
13.11.2011, 11:42 Uhr

Es sollte natürlich heißen: "Es wird wohl seinen Grund haben, warum die Antideutschen nicht mehr im Verfassungsschutzbericht des BUNDES erwähnt werden!"

11
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Kommentar von Schnickschnacker
13.11.2011, 11:47 Uhr

Hier noch zwei interessante Hintergrundinformationen - etwas älteren Datums:

http://www.freitag.de/community/blogs/barbara-muerdter/faellt-die-occupy-bewegung-ihrer-eigenen-offenheit-zum-opfer
http://riotburnz.wordpress.com/2011/11/02/klargestellt-e001-zeitgeist/

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(Welche Partei sagt: Klar machen zum ändern?)