Panzerdeal mit Saudi-Arabien verhindern

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Den schlimmsten Waffendeal der jüngeren bundesdeutschen Geschichte verhindern: die Lieferung von 270 Leopard 2 Panzern nach Saudi-Arabien.

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18.06.2012, 12:53 Uhr

Eigentümer fliegt bei KMW für ZDF-Interview raus!!

Diesen Samstag, den 16.6.2012, wurde der Künstler Burkhart von Braunbehrens mit sofortiger Wirkung aus dem Gesellschaftsrat des Panzerherstellers Krauss-Maffei Wegmann (KMW) abgewählt. Von Braunbehrens hatte am Abend zuvor im ZDF gesagt, dass seine ganze Familie den bevorstehenden Waffendeal mit Saudi-Arabien "einhellig entsetzlich" findet. Und weiter: "Die Reaktion meiner ganzen Familie war auch die, dass sie entsetzt war."

Laut Informationen der taz wurde von Braunbehrens daraufhin am Wochenende aus dem Gesellschaftsrat geworfen. Der milliardenschwere Panzerhersteller Krauss-Maffei Wegmann wird von 38 Eigentümern gehalten, von denen mindestens 33 nur zwei Familien angehören.  Ein Machtkampf zwischen den beiden Anteilseignerfamilien, den von Braunbehrens und den Bodes, scheint damit in vollem Gange zu sein: die Bodes drängen seit langem auf einen harten Expansionskurs für ihre High-Tech-Waffen. Die anteilsmäßig größeren Eigner, die von Braunbehrens, bestehen hingegen aus Künstlern, Fotografen, Krankenpflegern und sogar einem Mitglied der Humanistischen Union. Nach unbestätigten Berichten sollen die Braunbehrens eine Anwaltskanzlei beauftragt haben, ihren Willen als Mehrheitsgesellschafter notfalls auch gegen die Bodes durchzusetzen.

Nach Informationen der BamS soll der Deal bis zum 20. Juli 2012 abgeschlossen werden, wobei die Zeitung sogar von einer Bestellmenge von 600-800 Panzern ausgeht.

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5 Kommentare
1
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Kommentar von Lena J.
18.06.2012, 14:10 Uhr

Halo,

mich würde ja mal interessieren, wer genau, all die 38 Eigentümer der KMW sind, gibts da schon eine Aufstellung irgendwo im Netz?

2
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Kommentar von Peter Müller
19.06.2012, 19:25 Uhr

Jeder Menschenrechts-Bellizist besonders bei Bündnis 90 Die Grünen müsste sich über den Panzer-Deal mit den Saudis freuen, denn diese sind die Verbündeten des Westens in den Kriegen um die Ölquellen ("humanitäre Interventionen"). Die Saudis unterstützen daher die "Rebellen" in Syrien mit Waffen. Man nennt das Zwischenhändler. Es leben die westlichen Werte!

3
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Kommentar von H. Heine
22.06.2012, 16:44 Uhr

Hallo

über BB jetzt kein Wort. Worums außenpolitisch geht ist klar: technisch moderne und teure und mehrfach benutzbare KM-Waffen. Die nach Saudi Arabien exportiert werden sollen.

Aber dagegen will das Berliner Amt bzw. "Zentrum für politische Schönheit" ja gar nicht kämpfen.

Innenpolitisch gehts darum, wieder mal 68er Aktivisten moralisch niederzumachen.

Und das ist dem Berliner "Zentrum" bisher ganz gut gelungen.

4
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Kommentar von RA
23.06.2012, 16:00 Uhr

Betr. Burkhart Braunbehrens

Knut Kiesewetter, damals bekannter Jazzmusiker und Liedermacher aus der Hamburger Szene, trug 1978 auf einer SPD-Veranstaltung in Kiel zur Erinnerung an den "Matrosenaufstand" im November 1918 sein neues "Arbeiterlied" DIE MACHT IM STAAT / HAM DOCH IMMER NOCH DIESELBEN vor.

Der Refrain ist mir als Anspielung auf sich superlinks-ultrakommunistisch gebende 68er Revoluzzer aus dem juzste milieu noch gut in Erinnerung. Er lautete:

UND SCHIMPFTEN AUF DAS KAPITAL / DAS VATER SELBST BESASS ...

5
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Kommentar von juki
24.07.2012, 22:26 Uhr

Fragen an die politische Schönheit

Zunächst: ich bin entschieden gegen den Panzerverkauf der Firma Kraus-Maffei an Saudi Arabien. Noch besser wäre es, kein Land der Welt produzierte, verkaufte oder kaufte Waffen. Nur leider gibt es Möglichkeiten, Proteste und offizielle Einwände zu umgehen, deshalb halte ich Eure Hoffnung auf den Erfolg der Aktion für naiv. Ist es sinnvoll, Anteilseigner von Krauss Maffei als Privatpersonen anzuprangern? Weiche Ziele auszuwählen, ohne zu bedenken, dass deren Einfluss vielleicht gering ist?
Wer will, kann deren Einkünfte moralisch zweifelhaft finden, aber dagegen mit Hetze und Auforderung zur Schnüffelei vorzugehen, hat etwas Terroristisches. Ihr schreibt: der Besitz von Anteilen ist nicht verboten, weshalb ihr zum Anzeigen anderer strafrechtlich verwertbarer Vergehen der Eigner auffordert. Soll das zu Transparenz führen? Sekten und Diktaturen sind meisterhaft darin, üble Nachrede anzustacheln und zu nutzen.
Haltet Ihr die Aufforderung zur Denunziation für ein Mittel politischer Schönheit? Der Ton und die Behauptungen der (im Übrigen schlecht recherchierten) Steckbriefe wirkt eher ekelhaft als schön. Verdient ausbleibender Erfolg in einer künstlerischen Karriere Häme? Muss eine Person durch Fahndungsplakate in ihrem Wohnort beruflich und sozial erledigt werden - zur Strafe für ihre KM Anteile? Politische Schönheit?
Muss die Öffentlichkeit alarmiert werden, welche Verbrecher (= Anteilseigner) sich in ihren Reihen verbergen? Sollen sie als Kulturträger (Mitglieder in Vereinen und Schulvorständen) entlarvt, ausgeschlossen und geächtet werden? (z.B. durch Veröffentlichung von Wohnorten und Emailadressen). Verdienen Anteilseigner von Waffenschmieden es nicht besser? Wer bestimmt, auf welche Weise sie Verantwortung übernehmen? Ich entdecke in Eurer Aktion weder politische noch moralische Schönheit, eher maßlose Selbstgerechtigkeit.
Jede kritische Aktion wird partiell die Grenzen der Legalität ausloten, um so mehr kommt es auf die Mittel an, mit der sie für ihre Ziele kämpft.
Ihr nennt Eure Mittel Kunst, und die Aktionen symbolisch - doch sind Hetze und Denunziation Mittel der Kunst? Eines Eurer beanspruchten Vorbilder ist der Schriftsteller Armin T. Wegner. Als er 1933 aus Protest gegen die Verfolgung der Juden einen Brief an Adolf Hitler schrieb, wurde er ins KZ verschleppt.
Man hatte ihn denunziert. Es war eine Zeit, in der Denunziation gefordert und Kunst nur als Mittel der Propaganda zugelassen war.
Noch bin ich überzeugt, dass Ihr darin kein Vorbild seht.

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