Panzerdeal mit Saudi-Arabien verhindern

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Den schlimmsten Waffendeal der jüngeren bundesdeutschen Geschichte verhindern: die Lieferung von 270 Leopard 2 Panzern nach Saudi-Arabien.

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11.06.2012, 14:49 Uhr

Scheitert der Panzerdeal mit Saudi-Arabien am Eigentümerstreit bei Krauss-Maffei Wegmann?

Scheitert der Panzerdeal mit Saudi-Arabien am Eigentümerstreit bei Krauss-Maffei Wegmann?

•        Mehrere KMW-Eigentümer wenden sich gegen den Deal •        Eigentümer bezeichnet den Deal im WDR-Interview offen als "unmögliches Signal" •        Krisensitzung aller Eigentümer für den 17. Juni 2012 einberufen (zum ersten Mal in der Firmengeschichte)
(Berlin) Weil sich Waffengeschäfte mit Familienstreitigkeiten kombinieren, steht der Export von 270 High-Tech-Panzern nach Saudi-Arabien auf der Kippe. Die 38 Eigentümerinnen und Eigentümer des Rüstungskonzern Krauss-Maffei Wegmann (KMW) scheinen im Streit darüber zu liegen, wie und ob der Panzerdeal überhaupt zu rechtfertigen sei. Einer der Miteigentümer, Burkhart von Braunbehrens, machte in einem WDR-Interview am 6.6.12 den Streit der Eigentümerfamilien der Rüstungsschmiede öffentlich: Auf die Frage des Moderators, was er über die Positionen anderer Anteilseigner zum Panzerdeal wisse, antwortete von Braunbehrens: „Ich kenne einige, die das nicht gut finden.“ Gleichzeitig bezeichnete er den Export der Leopard-Panzer inmitten der arabischen Revolutionen als "unmögliches Signal". Auch andere Eigentümer räumen den internen Streit ein, ohne namentlich zitiert werden zu wollen.
Für den 17. Juni wurde zum ersten Mal in der Firmengeschichte von Krauss-Maffei Wegmann eine Krisensitzung aller 38 Anteilseigner an einem noch geheimen Ort einberufen. Ein derartiges Treffen soll es nie zuvor gegeben haben, weil die Eigner durch Erbschaften Anteile erworben und sich an der Geschäftspolitik desinteressiert gegeben hatten. Bis zum 17. Juni haben sich alle Beteiligten auf ein Stillschweigen gegenüber den Medien geeinigt. Selbst Burkhart von Braunbehrens sagte eine für den 12. Juni geplante öffentliche Diskussionsrunde mit den künstlerischen Leitern der Aktion „25.000 Euro“ in Berlin und mehrere Pressetermine kurzfristig ab. So könnte es in der Eigentümersitzung am 17. Juni 2012 zu einer Sensation kommen, sollten die Eigner von KMW beschließen, die geplante Lieferung der 270 Leopard 2 A7+ Panzer nach Saudi-Arabien platzen zu lassen. Der Panzerdeal steht auf der Kippe.
http://www.25000-euro.de

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2 Kommentare
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Kommentar von Klaus Krieg
18.06.2012, 17:55 Uhr

Grüne Menschenrechts-Bellinzisten dürfte der Waffendeal mit den Saudis doch freuen, schließlich unterstützen diese die "Rebellen" in Syrien mit Waffen. Und das nicht ohne Grund: Saudi Arabien ist strategischer Partner des "Westens" im Kampf um die Ölquellen im Interesse der Großkapitalisten. Für die meisten Grünen und andere Menschenrechts-Bellizisten ist dieser westliche Bombenterror mit unzähligen zivilen Opfern ja noch immer "humanitäre Intervetion". Es leben die westlichen Werte!

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Kommentar von juki
24.07.2012, 22:29 Uhr

Fragen an die politische Schönheit

Zunächst: ich bin entschieden gegen den Panzerverkauf der Firma Kraus-Maffei an Saudi Arabien. Noch besser wäre es, kein Land der Welt produzierte, verkaufte oder kaufte Waffen. Nur leider gibt es Möglichkeiten, Proteste und offizielle Einwände zu umgehen, deshalb halte ich Eure Hoffnung auf den Erfolg der Aktion für naiv. Ist es sinnvoll, Anteilseigner von Krauss Maffei als Privatpersonen anzuprangern? Weiche Ziele auszuwählen, ohne zu bedenken, dass deren Einfluss vielleicht gering ist?
Wer will, kann deren Einkünfte moralisch zweifelhaft finden, aber dagegen mit Hetze und Auforderung zur Schnüffelei vorzugehen, hat etwas Terroristisches. Ihr schreibt: der Besitz von Anteilen ist nicht verboten, weshalb ihr zum Anzeigen anderer strafrechtlich verwertbarer Vergehen der Eigner auffordert. Soll das zu Transparenz führen? Sekten und Diktaturen sind meisterhaft darin, üble Nachrede anzustacheln und zu nutzen.
Haltet Ihr die Aufforderung zur Denunziation für ein Mittel politischer Schönheit? Der Ton und die Behauptungen der (im Übrigen schlecht recherchierten) Steckbriefe wirkt eher ekelhaft als schön. Verdient ausbleibender Erfolg in einer künstlerischen Karriere Häme? Muss eine Person durch Fahndungsplakate in ihrem Wohnort beruflich und sozial erledigt werden - zur Strafe für ihre KM Anteile? Politische Schönheit?
Muss die Öffentlichkeit alarmiert werden, welche Verbrecher (= Anteilseigner) sich in ihren Reihen verbergen? Sollen sie als Kulturträger (Mitglieder in Vereinen und Schulvorständen) entlarvt, ausgeschlossen und geächtet werden? (z.B. durch Veröffentlichung von Wohnorten und Emailadressen). Verdienen Anteilseigner von Waffenschmieden es nicht besser? Wer bestimmt, auf welche Weise sie Verantwortung übernehmen? Ich entdecke in Eurer Aktion weder politische noch moralische Schönheit, eher maßlose Selbstgerechtigkeit.
Jede kritische Aktion wird partiell die Grenzen der Legalität ausloten, um so mehr kommt es auf die Mittel an, mit der sie für ihre Ziele kämpft.
Ihr nennt Eure Mittel Kunst, und die Aktionen symbolisch - doch sind Hetze und Denunziation Mittel der Kunst? Eines Eurer beanspruchten Vorbilder ist der Schriftsteller Armin T. Wegner. Als er 1933 aus Protest gegen die Verfolgung der Juden einen Brief an Adolf Hitler schrieb, wurde er ins KZ verschleppt.
Man hatte ihn denunziert. Es war eine Zeit, in der Denunziation gefordert und Kunst nur als Mittel der Propaganda zugelassen war.
Noch bin ich überzeugt, dass Ihr darin kein Vorbild seht.

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(Was ist das Gegenteil von rechts?)