Wie waren wir verunsichert in den letzten Wochen. Darüber, ob wir in der Kürze der Zeit einen Prakti-?Streik auf die Beine und ob sich genügend Leute hinter uns stellen würden. Genügend Zweifler, Kopfschüttler und Fremdschämer gab es ja. Aber da mussten wir nun mal durch. Und sind nun mächtig stolz auf uns.
Um 8:30 Uhr trafen wir uns heute morgen in der taz, um Banner, Sandwich-?Schilder und Bürostühle aus unserem Streik-?Büro zu holen und diese rüber zum Potsdamer Platz zu schaffen. Dort wurde alles in Rekordz...
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„Wir streiken gegen einen Arbeitswert mit Summe Null!" Unter diesem Titel erschien heute unsere vierseitige Beilage in der Berlinausgabe der taz. Darin setzen wir, acht junge Akademiker, mit unserer Generation auseinander, in der ein Praktikum als notwendiger Schritt in die Berufswelt gilt. Die steigende Arbeitslosigkeit und die unsicher gewordene wirtschaftliche Zukunft öffentlicher und privater Arbeitgeber erhöhen gerade jetzt die Bereitschaft auf Seiten der Studierenden und Absolventen, für mehrere Monate unentgeltlich als PraktikantIn zu arbeiten, um wenigstens „irgend etwas" zu tun. Die Beilage stellt dar, wo hierbei die Chancen und Risiken liegen - und ruft zum Protest auf.
Wir streiken für gerechte Arbeitsbedingungen. Praktikanten in ganz Deutschland arbeiten für so genannte Aufwandsentschädigungen - Gehälter, von denen sie nicht annähernd leben können - oder sogar umsonst. Insbesondere Hochschulabsolventen und Ausgebildete sind gezwungen sich durch Dritte zu finanzieren. Damit fördert das „System Praktikum" soziale Ungleichheit. Nicht jeder kann sich den Luxus Gratisarbeit leisten. Das Versprechen, sich durch ein Praktikum für den Berufseinstieg zu qualifizieren, wird zu oft gebrochen. Von der Arbeit, die Praktikanten verrichten, profitieren vor allem die Unternehmen, Behörden und Institutionen.