Prakti-Streik09

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Eingetragen von:

Aktionsform:

Protest

Ziel:

Aufruf zum Streik der Praktikanten gegen das "System Praktikum" als ausbeuterisches Prinzip und gegen die Entwertung von Arbeitskraft

Mitmachen:

Legt am 09.10.09 die Arbeit in Euren Praktikastellen nieder, kommt zur Kundgebung in Berlin. Verlinkt und organisiert Euch in Eurer Stadt.
06.09.2009, 19:20 Uhr

Aufruf zum Streik

Praktikanten-Streik am 09.10.2009

Wir streiken für gerechte Arbeitsbedingungen. Praktikanten in ganz Deutschland arbeiten für so genannte Aufwandsentschädigungen - Gehälter, von denen sie nicht annähernd leben können - oder sogar umsonst. Insbesondere Hochschulabsolventen und Ausgebildete sind gezwungen sich durch Dritte zu finanzieren. Damit fördert das „System Praktikum" soziale Ungleichheit. Nicht jeder kann sich den Luxus Gratisarbeit leisten. Das Versprechen, sich durch ein Praktikum für den Berufseinstieg zu qualifizieren, wird zu oft gebrochen. Von der Arbeit, die Praktikanten verrichten, profitieren vor allem die Unternehmen, Behörden und Institutionen.

Praktikanten schieben vollständige Schichten und ersetzen reguläre Arbeitsstellen. Damit sparen Arbeitgeber erhebliche Personalkosten und lassen potentielle Berufseinsteiger spüren, wie wenig ihre Leistungen wert sind. In der Regel liegen Entlohnungen von Praktikastellen unterhalb von Vierhundert Euro monatlich. Ein Praktikum nicht zu entlohnen ist in Bereichen der Medien- und Kulturbetriebe Usus. So findet unter dem Vorwand der Qualifizierung und Ausbildung eine maßlose Ausbeutung statt. In den letzten Jahren ist so ein Arbeitssektor unterhalb der Armutsgrenze entstanden.

Unter dem Druck der drohenden Arbeitslosigkeit und der Wirtschaftskrise begeben sich jährlich zehntausende Praktikanten arbeitsrechtliche unverschämte und sittenwidrige Arbeitsverhältnisse. Der Staat hat trotz vollmundiger Ankündigungen keine gesetzlichen Regelungen für den Praktikumsstatus geschaffen. Er fördert ein System, das soziale Ungleichheit schafft und duldet einen defacto Arbeitswert bei null.

Für Praktikumsverhältnisse gibt es keine verbindlichen arbeits- oder tarifrechtlichen Regelungen. Das Praktikum bleibt rechtsfreier Raum.

Dieser Zustand verwehrt dem Praktikanten ein reguläres Streikrecht.

Wir streiken, um dieses Recht einzufordern. Wer arbeitet darf auch streiken.

Wir protestieren gegen das „System Praktikum" als ausbeuterisches Prinzip.

Wir befürworten ein faires Lernen und ernsthaftes Arbeiten als Berufseinstieg oder Qualifizierung.

Wir rufen alle Praktikanten, ehemalige und zukünftige zum Protest auf. Wehrt Euch gegen den Konsens der Ausbeutung. Praktikanten, legt am 09.10.09 die Arbeit in euren Praktika-Stellen nieder.

Wir rufen Bürger, Studenten, Auszubildende und Arbeitssuchende sich am 09.10.09 der Kundgebung in Berlin anzuschließen und für eine gerechte Regelung von Praktikanten-Arbeit zu protestieren.

Verlinkt euch und organisiert den Protest in eurer Stadt.

Raus zum Praktikanten-Streik 2009.

Wir fordern:

  • Eine klare und gerechte arbeitrechtliche Regelung für Praktika.
  • Ein Verbot der Substitution von Vollzeitarbeitplätzen durch Praktika.
  • Eine Vergütung für Hochschulabsolventen im Praktikum, die ihren Lebensunterhalt sichert.
  • Faire Arbeitsbedingungen für alle PraktikantInnen (schriftlicher Vertrag, Lernverhältnis, gesetzliche Regelungen von Arbeitszeiten, Überstunden, Urlaub, etc.).
  • Begrenzung der Praktikumsdauer auf maximal 6 Monate.
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(Nie wieder Krieg - Nie wieder ...)