UNESCO opfert Naturschutzgebiet für Uran-Mine

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Aktionsform:

Petition

Website:

regenwald.org

Ziel:

Wir dürfen nicht zulassen, dass ein Weltnaturerbe aufs Spiel gesetzt wird. Bitte unterschreiben Sie den Protestbrief an die UNESCO.

Mitmachen:

https://www.regenwald.org/aktion/883

 

Das Selous Wildschutzgebiet in Tansania gehört seit 1982 zum UNESCO-Welterbe. Jetzt hat die UNESCO den Grenzverlauf von Selous geändert – und dadurch den Uranabbau in diesem einzigartigen Naturreservat ermöglicht. Bitte unterstützen Sie die weltweiten Proteste gegen die Entscheidung der UNESCO

Selous ist das größte Wildtierreservat des Kontinents – dort leben die bedeutendsten Populationen der vom Aussterben bedrohten afrikanischen Wildhunde und der ostafrikanischen Elefanten.

Die UNESCO beschreibt Selous als „immenses Schutzgebiet von 50.000 Quadratkilometern, das der Mensch nur wenig beeinflusst hat. Dort leben zahlreiche Elefanten, Spitzmaul-nashörnern, Geparden, Giraffen und Krokodile. Der Park zeichnet sich durch verschiedene Vegetationszonen aus, vom kompakten Dickicht bis zum offenen Grasland.“

Dennoch hat die UNESCO mit der Grenzänderung ermöglicht, dass nun im Schutzgebiet Uran zur Belieferung von Atomkraft-werken abgebaut werden kann. Die geplante Mine liegt in einem Elefanten-Korridor zwischen Tansania und Mosambik.

Die UNESCO beschreibt diesen unglaublichen Vorgang als „kleine Grenzänderung“. Immerhin wird Selous um knapp 200 Quadratkilometer verkleinert.

Tödlicher Uran-Bergbau


Bald könnten riesige Mengen radioaktiven Abfalls die einmalige Natur und Artenvielfalt des Selous bedrohen. Bei der geplanten Laufzeit von zehn Jahren würde die Uran-Mine mindestens 60 Millionen Tonnen giftigen Abraum hinterlassen. Beim Uranabbau gibt es keine sichere Methode, um die Kontaminierung von Oberflächen- und Grundgewässern zu verhindern. Zudem ist unklar, ob der beim Bergbau anfallende Uranstaub durch Winde nicht weite Teile des Reservats verseucht.

Umweltschützer werfen der UNESCO Versagen und Verantwortungs-losigkeit vor. Ihr Verhalten zeige, dass sie sich Unternehmens- und Lobbyinteressen unterwerfe. Nun besteht die Gefahr, dass Selous ein Präzedenzfall wird und weitere Welterbestätten für ähnliche Interessen geopfert werden.

Neue Weltnaturstätten gibt die UNESCO immer publikumswirksam bekannt. Die Entscheidung zur Veränderung der Grenzen des Selous Reservats teilte sie der Öffentlichkeit hingegen nicht mit. Durch diesen Schritt kann nun das russische Unternehmen ARMZ, eine Tochter von ROSATOM, zusammen mit dem kanadischen Konzern Uranium One die Uranvorkommen im Mkuju-River-Project im Selous ausbeuten.

Uran-Bergbau nicht mit Welterbe vereinbar

 

2011 erklärte die UNESCO noch, dass „Uran-Bergbau und Staudammprojekte nicht mit dem Weltnaturerbestatus vereinbar sind“. Zur selben Zeit gab die Regierung Tansanias bekannt, dass sie mit einem brasilianischen Unternehmen eine „Absichtserklärung“ zum Bau eines Wasserkraftwerks am Rufiji Fluss vereinbart hat. Der Fluss liegt im Zentrum des Selous Reservats und soll die Stromversorgung für das geplante Uran-Bergbauprojekt sichern.

Das „Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt” der UNESCO wurde von 189 Staaten ratifiziert. Die UNO-Organisation führt eine Liste von 962 Welterben, dazu gehören 188 Weltnaturerbestätten wie das Selous Wildtierreservat in Tansania.

Dort, wo es bereits Uran-Bergbau gibt, hat er schwerste Schäden an der Umwelt und der Gesundheit der lokalen Bevölkerung hinterlassen. Mit ihrer Entscheidung macht sich die UNESCO mitverantwortlich für die zukünftige Zerstörung von Natur und Menschenleben im Selous Reservat.

Wir dürfen nicht zulassen, dass ein Weltnaturerbe aufs Spiel gesetzt wird. Bitte unterschreiben Sie den Protestbrief an die UNESCO.



Link zur Selous-Entscheidung der UNESCO (S. 215, Decision: 36 COM 8B.43)

 

(Foto: igougo.com)

Themenkategorien:

Anti-Atom / Klima / Energie, Natur-, Tier-, Umweltschutz, Globalisierung / Entwicklung / Migration, Soziales / Arbeit, Bildung / Familie / Gesundheit, Frieden / Antimilitarismus, Ökonomie / Finanzen, Politik / Demokratie / Recht
7 Kommentare
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10.08.2012, 18:56 Uhr

Anti Nuclear Protest EVERY MONDAY 6pm Kremlin, Moscow, Russia - STOP ROSATOM !!! STOP ROSATOM !!!

Tokyo Protesters encirle Tokyo Prime Minister every week Friday evening

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http://www.dailymotion.com/video/xsook4_la-mobilisation-antinucleaire-reveille-la-societe-japonaise_news

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http://www.youtube.com/watch?v=qpChYsyWi7w

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http://www.youtube.com/watch?v=IY9kQn2JGUo

http://www.rts.ch/info/toute-l-info/4165390.html

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http://www.youtube.com/watch?v=d920-tnODmQ

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http://www.youtube.com/watch?v=E71QizKYDeg

http://www.youtube.com/watch?v=oZs3QInHdbE

2
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Kommentar von Bachsau
22.08.2012, 02:11 Uhr

Glaube nicht, dass ihr daran etwas ändern könnte. Die UNESCO ist auch nichts anderes als jeder andere Verlogene Wirtschaftsladen. Alles was die tun ist, uns mit scheinheiligen Aktionen das Geld aus der Tasche ziehn. Die "Schutzgebiete" sind eh nur da, wo es eh nichts zu holen gibt, und sobald man etwas findet, werden sie eben abgeschafft. Ist das selbe Programm wie bei Greenpeace. Da sind mir schon fast die Unternehmen lieber, die das Uran da abbauen. Die zerstören zwar auch alles, aber wenigstens sind sie dabei ehrlich.

3
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Kommentar von vic
22.08.2012, 08:43 Uhr

Wer nicht genau weiß, was Uranabbau anrichtet, sollte mal hier reinschauen:
http://www.yellowcake-derfilm.de/

4
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Kommentar von Jan Herrmann
24.08.2012, 13:22 Uhr

Meiner Kenntnis nach ist durch die Klassifizierung "UNESCO Weltnaturerbe" kein eigener Schutzstatus für ein Gebiet verbunden.
Allerdings kann nur das zum Weltnaturerbe werden, was einen Schutzstatus durch regionale Gesetzgebung hat. So galt es jedenfalls beim Nationalpark Wattenmeer.
In diesem Fall müsste es dann eigentlich so sein, dass die UNESCO den Weltnaturerbe-Status aberkennt, weil der Wert des Gebiets so stark gemindert wird (siehe Waldschlößchenbrücke oder Arabisches Oryx-Antilopenschutzgebiet). Den Schutz vor Ausbeutung bietet aber nur der Erhalt eines regionalen Schutzgebietes (Nationalpark o.ä.) .
Wie auch immer ist es in jedem Fall gut, der UNESCO das Missfallen über diesen Schritt mitzuteilen.

5
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Kommentar von Günter Forst
24.08.2012, 20:02 Uhr

Ist "UNESCO" ein Synonym für "Einknicken vor der Atomlobby" ?

1 Promille des Uranstaubs aus Selous ins Unesco-Büro !

6
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Kommentar von Fritz
25.08.2012, 14:13 Uhr

Entweder ist es ein Naturthema oder ein Atomthema. Wenn es ein Atomthema ist, wird das Naturthema vielleicht missbraucht.

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Kommentar von Wagner
28.08.2012, 08:39 Uhr

Die Waldschlößchenbrücke - ist eine der schlimmsten städtebaulichen Untaten in Deutschland und Vorreiter in der Banalisierung von Weltkultur- und Naturerbe. Jeder der sich über die Bewahrung von Kulturerbe hinwegsetzen will, kann nun getrost mit dem Finger Richtung Sachsen zeigen. 

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