In Deutschland sind Hunderte von neuen Tiermastanlagen geplant - für Millionen weitere Hühner, Puten, Schweine und Rinder. Das bedeutet nicht nur noch mehr Tierqualen, noch mehr Antibiotika, noch mehr Kot und Gülle, sondern auch noch mehr Regenwald-rodung für das Soja-Kraftfutter. Die Tiermast bei uns verschlingt schon jetzt 4,5 Mio. Tonnen Soja pro Jahr - und damit 2 Mio. Hektar Anbauflächen vor allem in Südamerika. Land, das einmal Regenwald war. Die neuen Tierfabriken könnten leicht verhindert werden. Nur ein einzelner Paragraf müsste im Baugesetz geändert werden.
Allein zur Hähnchenmast sollen 900 Betriebe für 36 Millionen Hühner errichtet werden. In den neuen Riesenställen soll billiges Fleisch erzeugt werden, das in Deutschland kaum noch jemand essen will. Die Tierfabriken sollen daher überwiegend für den Export nach Übersee produzieren. Die Tiere sollen in Rekordzeit gemästet werden – vor allem mit Sojafutter. Dafür fressen sich die Monokulturen immer tiefer in die Regenwälder hinein. ?In Südamerika werden dafür die Urwaldriesen gefällt.
In Deutschland löst die Mast von Tausenden Tieren auf engstem Raum einen Skandal nach dem anderen aus: mit Dioxin verseuchte Futtermittel, Antibiotika und resistente Keime im Fleisch – von den Qualen für die Tiere ganz zu schweigen. Die meisten Menschen haben es gründlich satt, dass die zuständige Verbraucherschutz- und Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner die schädliche Massentierhaltung nicht endlich beendet.
Nur ein einziger Paragraf im Baugesetz müsste dazu geändert werden. Bisher begünstigt der Paragraf 35 Agrarunternehmer und ihre Großanlagen außerhalb von Siedlungen: Sie können fast überall ihre riesigen Tierfabriken auf die grüne Wiese klotzen, ohne Mitspracherecht von Gemeinden und Bürgern. Ein Gesetzesentwurf lag bereits vor - und wurde von Ministerin Aigner sofort einkassiert. Wieder einmal setzt die Agrarindustrie ihre Interessen durch. Damit bleibt der Weg frei für neue, noch grössere Massenställe.
Seit Jahren protestieren Umwelt und Tierschützer sowie viele Gemeinden gegen diesen Paragrafen 35 – im vergangenen Dezember zeichnete sich endlich ein Durchbruch ab. Das zuständige Bundesverkehrs- und -bauministerium legte eine Gesetzesänderung vor. Danach müssten nicht nur die Immissionsbestimmungen eingehalten, sondern erstmal eine Umweltverträglichkeitsprüfung vorgelegt werden. Das heißt, Abluft, Gülle, Zahl der Tiere und viele andere Kriterien müssten einbezogen werden. Fiele diese Abwägung negativ aus, dann könnt sich ein potenzieller Investor nicht mehr darauf berufen, dass seine Investitionsmaßnahme durch geltendes Recht - Paragraf 35 - Bauen im Außenbereich - privilegiert ist. Doch einen Tag später wurde diese Vorlage auf Druck des Landwirtschaftsministeriums und der Agrarlobby eingezogen.
Soja-Futter zerstört die Tropenwälder
Auch für die Tropenwälder in Südamerika ist unsere Massenzucht eine Katastrophe. Das Tierfutter enthält große Mengen Soja aus Südamerika. In der Mischnahrung für Geflügel sind es beispielsweise rund 20 Prozent. Für den Sojaanbau werden in Argentinien, Brasilien und Paraguay die Tropenwälder abgeholzt und niedergebrannt.
Deutschland importierte im Wirtschaftsjahr 2006/07 gut sechs Millionen Tonnen Sojabohnen und Sojaschrot, zumeist Gensoja des US-amerikanischen Monsanto-Konzerns. Die dafür beanspruchte Anbaufläche ist mit 2,6 Mio. Hektar größer als Mecklenburg-Vorpommern.
Etwa 2,5 Mio. Tonnen Futter-Soja verbraucht die Schweinemast, Fleischrinder und Milchkühe bekommen 1,4 Mio. Tonnen sowie Hühner fast 0,5 Mio. Tonnen. Umgerechnet bedeutet das: Für 1 Kilogramm Hühnchenfleisch werden 470 Gramm Soja eingesetzt, für 1 Kilogramm Schweinefleisch 540 Gramm Soja, für 1 Kilogramm Putenfleisch 765 Gramm Soja, und für ein Kilogramm Rindfleisch gar 920 Gramm Soja. Und auch in der Milch stecken durchschnittlich 50 Gramm Soja pro Liter.
Studie Für Fleisch nicht die Bohne des BUND und Zusammenfassung
Studie Agropoly der Erklärung von Bern und dem Forum Umwelt&Entwicklung
Bitte unterzeichnen Sie unser nachfolgendes Protestschreiben und helfen Sie, die ?Tierqualen, Fleischskandale und Regenwaldrodung zu verhindern.




Fördert regionalen Anbau und fleischarme bzw. vegetarische Ernährung (z.B.: in Schulen, Mensen und Kantinen)!
Fördert die Aufklärung über das "Wie und woher" kommt unser Essen und überlasst dieses wichtige Kulturgut nicht kapitalorientierten Monopolen.
auch wenn ich mich vegetarich ernähre, kann ich die "Leute" schon verstehen, dass sie Fleisch essen. is ja auch ok, dann aber bitte nicht bei McDonalds oder Burger King. Ausserdem ist es wichtig vor allem bei tierfleisch oder generell tierprodukten immer BIO zu kaufen... schade dass sowas den Meisten egal ist.
eine endlose Schweinerei. die geniale biologische Artenvielfalt Südamerikas verschwindet im Nichts für immer. Dazu lebt zur jetzigen Zeit- 2012 scheinbar die letzte Generation der Indianer, denen es möglich ist, sich traditionell durch Jagen und Sammeln im Regenwald zu ernähren.... :-( !!!?!!!
leider ist es mit biofleisch nicht getan, bio ist nämlich nicht gleich artgerechte haltung, das normale bio siegel ist da auch zu lasch. wenn schon unbedingt fleisch dann demeter produkte.
desweiteren würde ich komplett auf rindfleisch verzichten, da ist der co2 ausstoß am höchsten. im endeffekt kann man es drehen und wenden wie man will, am besten wäre es komplett auf fleisch zu verzichten wenn man nicht grade selbstversorger mit eigenem hof ist, bzw einem die quelle des fleisches nicht bekannt ist.