zeo2 antworten - der Leserstandpunkt zur Energiewende

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Umweltdialog

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zeozwei.taz.de

Ziel:

Der Übergang in eine ökologische und nachhaltige Gesellschaft verlangt Antworten. Wir möchten einen lebhaften und kritischen Dialog fördern

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Einen Leserstandpunkt formulieren - Interessierte einladen - eine Auswahl ihrer Antworten wollen wir im kommenden Heft veröffentlichen

Thema Energiewende

Die erneuerbaren Energien übernehmen rasend schnell immer größere Teil der deutschen Stromversorgung, mehr als ein Viertel des Strom kommt aus Sonne, Wind und Co. Doch in den Medien tobt ein Sturm der Entrüstung um die steigenden Kosten der Energiewende.


Unsere Fragen:

Ist der Protest berechtigt? Gerät die Energiewende auf Abwege? Oder werden hier die Erfolge einer dezentralen, demokratisierten Energieversorgung von einer Kampagne der Ewiggestrigen überrollt?

 

Ihre Antwort >> stellen sie bitte hier als Kommentar ein. Eine Auswahl der Antworten werden wir im kommenden Heft unter den Leserstandpunkten veröffentlichen.

 

Themenkategorien:

Anti-Atom / Klima / Energie, Medien / Digitales, Politik / Demokratie / Recht
23 Kommentare
1
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Kommentar von anti3anti
01.11.2012, 15:50 Uhr

Erneuerbare Energien, die von Sonne und Wind abhängen, erfordern Speicher, z.B. Pumpwasserspeicher.
Der Einsatz von Pumpwasserspeicherkraftwerken erfordert den Bau weiterer Kohlekraftwerke, die den Menschen tödlich belasten.
Kohlekraftwerke stoßen mehr Radioaktivität aus als Kernkraftwerke.
Landkarten aus Deutschland zeigen hohe Krebsraten, die mit der Verteilung von Kohlekraftwerken in Deutschland korrelieren, was bei Atomkern-Kraftwerken nicht der Fall ist.

2
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Kommentar von Peter Sommerer
01.11.2012, 16:58 Uhr

Die "Energiewende" ist der Abweg an sich. Und was ist an dieser "Energiewende" demokratischen, wenn 2013 20 Mrd. € an Haus- und Grundbesitzer von den den Nichtbsitzern zwangsabgepresst werden. Die Besitzenden tragen keinerlei unternehmerisches Risiko, einfach abartig. Demokratisch ist, wenn ich zu meiner Bank gehe und Aktien von RWE oder E.ON kaufe.

3
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Kommentar von Jörg Krauß
01.11.2012, 17:04 Uhr

Der Protest ist was die Preistreiberei für den Kunden vs. die staatlichen HIlfen an Fördergeldern und Subventionen für die "Erneuerbaren" angeht berechtigt und in den eher konservativen Medien einfach nur heuchlersich. Warum? Dezentrale, regionale und kleinstteilige regenerative Energiegewinnung von und für den Menschen bedeutet eine "Neuausrichtung" der Machtstrukturen in der Politik in Bund und Land. Die zentrale Frage ist doch, wollen wir Bürger die Stromversorgung wieder in Eigenregie kommunal zu uns zurück organisieren (i.d.R. genossenschaftlich) oder uns weiter von den staatsmonopolistischen Whistleblowern der Energiekonzerne die Preise diktieren lassen. Kolportierte 20 Milliarden für die neuen Nord-Süd Trassen, da würde ich mal gerne ausrechnen, wie viel Geothermie, BHKW, Solar, Biogas, Windgas, etc. sich hier im Südwesten absolut dezentral einrichten ließen. Wir haben im steigenden Strompreis nicht nur diese "bürgersubventionierte" EEG-Umlage, nein, ich denke mit diesen steigenden Strompreisen kaschiert die Regierung in Bund,Land und Kommune eine Energiepolitik, die dem Umstand geschuldet ist, auch hier jeden nur möglichen Cent herauszuschinden, um Staatsschulden im Gesamthaushalt weiter zu bedienen. Das scheint mir, ist alternativlose Politkgestaltung sobald CDUFDPSPDGRÜNELINKEPIRATEN an der Regierung wären.
Die massive Verschuldung der Haushalte engt den Spielraum der Gestaltung derart ein, das der Bürger nur noch als Steuern- und Abgabenleister für staatliche Zins- und Tilgungsbelastungen bei genau den Banken und Finanzinvestoren funktioniert, die der Staat eigentlich gesetzlich rückreglementieren sollte. Ein für das Volk saudummer Widerspruch in sich.

4
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Kommentar von Martin Dietze
01.11.2012, 18:09 Uhr

Medien sind nicht gleich Medien: in seriösen Publikationen wird nirgends entrüstet auf die Kosten der Energiewende reagiert. Leider sehen BILD, Spiegel und Co. alle Deutschen als Schnäppchenjäger, die den Beipackzettel nicht lesen können oder wollen. Dass das Vermitteln von Sachständen, Vorgängen und Produktspezifikationen auf das Runterbeten von Kosten geschrumpft wird, verdanken wir auch der Politik. Wie damals in der DDR macht sie Vier- oder Fünfjahrespläne. Das Ziel, der nächste Wahlgewinn, heiligt die drei Mittel: 1. Dem Bürger seinen Wohlstand. 2. Der Wirtschaft ihr Wachstum. 3. Wenn Wohlstand und Wachstum ausbleiben - der Gott "Freie Marktwirtschaft" wirds richten. Auf diese Art kommen die derzeitigen abstrusen Förder-, Abgaben- und sonstigen Nachttöpfe zustande. Auf diese Art dürfen Betriebe und Händler ihre Produkte mit Öko-Gimmiks aufhübschen, im Kern unverändert lassen, und den Preis kräftig erhöhen. Beispiele gibts genug, vom LED-Weihnachtsschmuck über die (freiwillige!) Klima-Abgabe auf Flugbenzin bis zum Elektro-Boxster-Porsche, letzterer staatlich gefördert mit 3,7 Millionen. Die Abzocker, die Verdummer, die Klein-Klein-Redner, die Angeber vor der nächsten Wahl und die Abgeber ihrer Verantwortung - DAS sind die Ewiggestrigen.

5
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Kommentar von Bohl Sven
01.11.2012, 18:57 Uhr

In der tat wehr die Energiewende in Frage stellt lebt gestern. Oder gehört zu den vier Energieriesen die daran Interessiert sind ihren Gewinn weiterhin zu Steigern.
Die Bundesregierung Subventioniert aus diesem Grund immer noch fossile Kraftwerke wie Kohle- und Atomkraftwerke.
Würden die Zuschüsse für diese wegfallen, steigt der Strompreis um 10 Prozent.

Also weniger als die EEG-Umlage für Erneuerbare Energie. 734 Firmen zahlen so gut wie keine EEG-Umlage darunter sind: Braunkohlebergbau- Vattenfall, Flughafen Stuttgart und Südsalze(Saline Bad Reichenhall).
1,29 Cent könnte der Strompreis sinken wenn die Ausnahmen für die Industrie abgeschafft wird.

Skrupellose Abzocker von Industrie und Politik sorgen dafür das wir Verbraucher solch hohe Energiepreise bezahlen müssen und einige somit die Energiewende in Frage stellen.

Sven Bohl

6
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Kommentar von Christl u. Erich A. Saarbourg
01.11.2012, 19:04 Uhr

Sind Atomkatastrophen wie 2011 in Fukushima und alle Folgeschäden kostenlos? Lassen sich Tod, körperliche Verstrahlung, vergiftete Landstriche und Nahrungsmittel mit Geld aufwiegen? Atomkraft scheint nur dann preisgünstig, wenn die Risiken der Stromerzeugung durch diese Technik ausbleiben. Nicht so die Jahrhundertelange Endlagerung. Die potentielle Gefahr, die von Atomkraft ausgeht, verfolgt uns, unsere Kinder und Kindeskinder. Das allein ist Grund genug, alles zu unternehmen, die Risiken durch Strahlenschäden auszuschließen. Auch wenn jetzt und in Zukunft vergleichsweise höhere Stromkosten auf uns zukommen, sollten wir uns für erneuerbare Energien einsetzen und Energie einsparen, so gut jede und jeder kann.

7
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Kommentar von Heinrich Zirwes
01.11.2012, 19:55 Uhr

Gegen die erneuerbaren Energien zu wettern, das ist ganz im Sinne der Atom-Lobby - wenn diese Aktion nicht sogar von dieser Lobby ausgeht. Zwei AKWs bringen den Konzernen 1 Mio Euro am Tag(!) [1]. Die Energiekonzerne werden also alle Hebel in Bewegung setzen, damit die AKWs möglichst lange laufen können. Die neuerliche Meinungsmache gegen die erneuerbaren Energien empfinde ich als unseriös, weil die Preise für den Verbraucher wesentlich niedriger sein könnten, wenn auch die Industrie ausnahmslos die Ökostromumlage zahlen müsste[2].

[1] http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/vattenfall-verklagt-regierung-auf-entschaedigung-atomausstieg-ja-aber-bitte-mit-kompensation-1.1374584
[2] http://www.taz.de/!100773/

8
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Kommentar von Alfred Mayer
02.11.2012, 01:08 Uhr

Gleich nach der Ölkrise 1975 wurde extrem Strom gespart. Zum Beispiel wagte kaum jemand, auch einen noch so kleinen Christbaum im Garten oder auf dem Balkon zu beleuchten. Die Illuminationen von heute hätten den Menschen von damals völlig aus der Fassung gebracht.
Im heutigen Alltag drängt sich die Annahme auf, daß wir durchschnittlich mit 50 % weniger Strom ohne Komfortverlust auskommen könnten. Bei der Beleuchtung ganz gewiss noch weniger. Der derzeit noch unter Inkaufnahme großer Umweltschäden erzeugte Strom ist viel zu billig. Denn umweltgerechtes Verbraucherverhalten ist am Besten über die Brieftasche zu erreichen.
Damit das notwendige Minimum an Strom für Menschen mit geringem Einkommen bezahlbar bleibt, können zum Beispiel die ersten 1000 KW/h pro Person billig bleiben.
Dann ist auch alles Geld da, um die Erneuerbaren Energien optimal zu fördern.

9
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Kommentar von windstille Schencke
02.11.2012, 11:16 Uhr

Wenn jahrelang gegen Kernenrgie, Kohleverstromung und Gaskaftwerke gehetzt wurde, dann muß es auch erlaubt sein im Gegenargmente vorzubringen.

Die totalitäre Einstellung der Windrädchenlobby, Strahlenparanoiker und sonstiger Pseudo-Ökobewegten spricht allerdings so gar nicht für Aufklärung und Demokratie.

Ach ja :

Kernenergie ? Ja klar !

10
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Kommentar von Klaus Boecking
02.11.2012, 12:58 Uhr

ich kann mich eigentlich nur zu 99% Jörg Kraus anschliessen. Insoweit will ich ihn also nicht wiederholen. Die Energiewende hat eben nichts mit Demokratisierung, aber viel mit Monopolisierung zu tun.
Auffällig erscheint mir allerdings, dass in der gesamten Diskussion die Nutzung von Abwärme/Fernwärme - vielleicht aus ideologischen Gründen (DDR), und weitgehend fehlender Lobby - zumeist aussen vor gehalten wird. Bei ähnlicher Förderung wie bei den "regenerativen" Energien könnte dieses Potenzial neben der Dezentralisierung zur Entspannung der knappen Netzversorgung beitragen.

11
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Kommentar von Blues
02.11.2012, 17:42 Uhr

Ich unterschreibe ebenfalls die Aussagen von J. Krauß ( Kommentar 3 ).

Außerdem finde ich den Vorschlag gut pro Person die ersten 1000 KW/h zu verbilligen ( um danach die Strompreise auf eine ökolgisch basierte reale Wertung anzuheben ).

Ferner müsste es für "Geringverdiener/Ausgenutzte/Opfer" unserer ungerechten Umverteilungsgesellschaft (von unten nach oben ) einen günstigen Sozialterif geben, so dass niemand mehr frieren muss in unserem ach so reichen armen Land.

Generell gilt für mich : Dezentralisierung, Regionalisierung/Lokalisierung und Kommunalisierung vor jeglicher weiterer Privatsisierung und Monopolisierung.

Es gibt keinen "freiem Wettbewerb" in unserer Raubtiergesellschaft ( je größer das Raubtier/Unternehmen, umso mehr "legale" Möglichkeiten noch größer zu werden, noch mehr zu profitieren, noch mehr auszubeuten und rechtliche Freiräume scham - und gewissenlos auszunutzen ).

Es sind die Bremsen und der Lobbyismus der Milliarden-TNCs nebst korrupten (Wirtschafts)-Politikern, die globalen Zwänge - in die uns eben jene Erwähnten gezwungen haben, die ein faires transparentes dem Volk dienliches Energiesystem nahezu unmöglich machen.

Respekt vor all jenen, die gegen die Atomkraft/Kohlekraft u. andere oligarchischen Kräfte und Kartelle in diesem Land kämpfen und arbeiten.

Solar/Windkraft etc. könnten schon viel weiter sein - ebenso die Vernetzung ( die unbedingt - auch wenn sich die Kosten nochmals erhöhen, untererdig weiter entwickelt werden sollte ).

Außerdem sollte m.M.n. auch bei der Windkraft etc. mehr Rücksicht auf das Empfinden der Bevölkerung gelegt werden.

Kleinere Windkrafträder stören weniger - auch wenn sie nicht ganz so effektiv sein sollten. Solarkraftwerke am Boden sind i.d.R. Blödsinn u. Bodenverschwendung - da würden noch mehr Anreize für Dächer aller Art viel mehr bringen.

Auch Offshore-Anlagen halte ich für bedenklich, weil zu teuer, zu fern - dann lieber mehr in Wellenanlagen-Entwicklung und andere Alternativen (z.B. Bioabfall, bessere saubere Batterien bzw. Stormspeicherung etc. ) investieren.

Blues

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Kommentar von Hans-Peter Heinrich
02.11.2012, 18:41 Uhr

Obige dritte Frage (die mit den Ewiggestrigen - und, ich ergänze, Sparbrötchen!) beschreibt die Situation sehr "schön"! Leider können wir uns ja überhaupt Umwelt- und Klimaschutz nur leisten, wenn es entweder gar nichts kostet oder wenn wir noch Geld daran verdienen können. Die Folgen einer solchen Denkweise mögen kurzfristig noch tragen, werden uns aber bald - und zwar hoffentlich sehr bald - auf die Füße fallen. Der Haken ist nur, daß wir momentan noch die absehbar schlimmsten Folgen vermeiden könnten - aber das können, genauer gesagt _wollen_, wir uns nicht leisten. Vielleicht haben ja andere Leute (nicht nur, aber auch unsere Nachkommen) genug Geld, die können das ja dann später bezahlen... Sowieso läßt sich mit Geld ja jede Schweinerei wieder beseitigen (CO2-Ablaßhandel!), genauso wie wir es später bestimmt atmen sowie essen werden können!
Kurz und besser, natürlich sollte und müßte uns die Energiewende zu den Erneuerbaren (aber keine Offshore-Windparks und Solarfelder!) Geld kosten - soziale Abfederung inbegriffen!

13
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Kommentar von Hubert Schöls
02.11.2012, 18:49 Uhr

Die Energiewende ist die größte Umverteilung von unten nach oben seit Bestehen der Bundesrepublik. Sie begünstigt die, die schon Besitztümer haben auf Kosten der Nichthabenden. Wer kann sich ganze oder Anteile an Windenergieanlagen auf Kosten der Mitbürger leisten? Doch nur der, der schon begütert ist. Wer kann sich auf Kosten der anderen Solarpanels aufs Dach stellen? Doch nur der, der schon Haus oder Scheune hat. Und all das läßt sich die Republik gefallen, die sonst bei kleinsten Bagatellen aus Empörung auf die Barrikaden geht.
MfG

H. Schöls

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Kommentar von Fanny K
04.11.2012, 16:08 Uhr

Langfristig ist die Investition in erneuerbare Energien das Beste, was wir tun können. Das merkt auch jeder selbst, der auf seinem Dach eine Photovoltaikanlage oder Solarthermie installiert - es rechnet sich einfach langfristig. Die Investitionskosten mögen anfangs hoch sein (man schaue sich jedoch hier die guten Preisentwicklungen an), doch auf lange Sicht ist es einfach ein sicheres Geschäft mit hohen Renditen und geringem Risiko. Ein optimaler Anreiz, sein Vermögen in erneuerbare Energien anzulegen.
Warum geringes Risiko? Die Sonnenenergie, welche auch Wind und Photosynthese ermöglicht, ist gratis. Es gibt hier keine Rohstoffkosten. Bei fossilen Energieträgern allerdings schon und gerade die Kosten für Öl und Gas werden zukünftig steigen, während die Kosten für die erneuerbaren Energien sich auf Installations- und Wartungskosten beschränken werden - möge sich ein Ölpreis entwickeln, wie er will.
Vergessen dürfen wir auch nicht: Der deutsche Bürger zahlt nicht nur eine Ökostromumlage. Auch Kohle wird nach wie vor mit Milliarden pro Jahr subventioniert.
Das BMU beschreibt auf seiner Homepage, dass bereits jetzt über 380.000 Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien existieren.
Das positive an erneuerbaren Energien ist: Die Energie wird in Deutschland produziert, die Wertschöpfung bleibt im Lande und gleichzeitig machen wir uns unabhängig von Importen aus Drittländern.
Wir sollten endlich einsehen, dass dieser Bereich die Zukunft unseres Landes darstellt. Ok, vielleicht abgesehen von den Stromriesen, die keine Profite davon haben, wenn sich Privatpersonen und sogar ganze Dörfer zu dezentralen Energie-Produzenten entwickeln. Es ist auch logisch nachvollziehbar, dass diese Konzerne an einer raschen Energiewende nicht interessiert sind - ihre Investitionen in Kohle- und Gaskraftwerke müssen sich ja auch rentieren und dadurch müssen die Anlagen möglichst lange möglichst viel auf Volllast fahren. Erst dann ist ein Umstieg auch für sie von Interesse. Dies ist für uns als Gemeinschaft allerdings zu spät, daher sollten wir uns und somit auch unsere politischen Vertreter nicht von ihren Interessen fehlleiten lassen- diese entsprechen nämlich nicht dem Gemeinwohl.
Eine fehlgeleitete Politik ist zum Beispiel, dass Biokrafstoffe seit 2012 auch der Mineralölsteuer unterliegen, was weitere Entwicklungen auf diesem Markt sehr erschwert und somit nicht dem Ziel einer Energiewende entspricht.

15
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Kommentar von tuwasduwillst
05.11.2012, 09:57 Uhr

Wir haben kein Energieproblem, das ist nur teil eines Bewusstseinsprozesses, der stattfindet, weil sich unser Lebensstil nicht nicht Natur und Ethik vereinbaren lässt.
Die Energiewende ist unbedingt so schnell wie möglich dezentral und demokratisch umzusetzen. Die Politik dagegen versucht aber weiterhin Energiekonzernen Wettbewerbsvorteile einzuräumen und Zentralversorgung zu ermöglichen, genauso, wie sie ihnen bei Atom und Kohle durch Kostenübernahme aus öffentlicher Hand horrende Gewinne für die Aktionäre verschaffte. Dies kennen wir auch aus anderen Wirtschaftsbereichen (Landwirtschaft etc., Pharmaindustrie...).
Was neben monetären Fragen der Lastenverteilung dazukommt und letztendlich aber existenziell ist: Diese "Ökonomie" hinterlässt Spuren der Zerstörung in Form von Krieg, Landvertreibung, Menschenrechtsverletzung, Tierquälerei nicht zuletzt Verseuchung des Grundwassers, der Luft, der Klimakatastrophe.
Also, wir können nicht auf die Politik warten, denn sie ist Bestandteil des Systems. Wir aber können und müssen selbst aktiv werden, es ist bereits jetzt billiger, seinen eigenen Strom selbst zu produzieren. Das ist nicht alles, wollen wir auf 100% EE umsteigen, muss unser gesamtgesellschaftlicher Energie und Rohstoffbedarf um möglicherweise 60% runtergefahren werden, deshalb geht es am schnellsten, wenn Menschen für ihre Lebens- und Arbeitszusammenhänge drastische veränderte passende Konzepte erarbeiten und innerhalb weniger Jahre umsetzen.
Was die Politik angeht, muss zusätzlich aufgepasst werden, dass öffentliche Mittel auch füpr die Öffentlichkeit verfügbar werden und nicht als Gewinn in Konzernkassen landet.

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Kommentar von tuwasduwillst
05.11.2012, 10:29 Uhr

Was noch fehlt:
Passt auf mit der Begriffsverwirrung, wie sie von Regierung und gewissen Kreisen aus Wirtschaft und drittmittelgesteuerter Forschung in die Bevölkerung mit hirnzerfressenden Zuckerlöffeln und kraftraubenden Impfspritzen laufend hineinbuxiert werden.
Diese Begriffe (Energiewende, Klimaschutz..) sind positive Begriffe, wenn sie mit zielführenden Inhalten verknüpft werden! Was jetzt ganz offensichtlich passiert ist, dass eben solche Begriffe nicht nicht zielführenden Inhalten von der Regierung auf den Weg gebracht werden, aber als positiv verkauft werden.
Das erschwert dann die zielführende Diskussion zum Thema in der Öffentlichkeit und genau das ist die Absicht derer, die zu einer menschlichen und wirklich zukunftschaffenden Veränderung nicht fähig sind, bzw. dies verhindern wollen. Mit welcher Logik sie dies betreiben, ist eigentlich vor dem Hintergrund des Selbsterhaltungstriebs unverständlich, es lässt sich nicht einmal erklären dadurch, dass ihnen Geld wichtiger ist als Leben, denn in letzter Konsequenz haben sie nichts davon.

17
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Kommentar von alfonearth
07.11.2012, 00:06 Uhr

Gegen die Energiewende und mehr erneuerbare Energien gibt es ja keinen ernstzunehmenden Widerstand mehr.
Allerdings wird die Enereiwende gefährdet, weil unter Ihrem Deckmantel Kapitalanleger und Banken horrende Renditen auf Kosten der Allgemeinheit kassieren. Die Lobbyisten von Banken und Solarindustrie konnten sicherstellen, dass Subventionen, die für neue und risikoreiche Technologien durchaus gerechtfertigt sein können, auch weiter gezahlt werden für Technologien, die inzwischen so ausgereift sind, dass sie sichere Erträge liefern.
Sie konnten auch die Anpassung der Einspeisevergütungen an die stark gesunkenen Kosten zumindest stark verzögern.
Seit ca. 4 Jahren empfehlen Banken als langfristige Kapitalanlage von Beträgen > 10 TEUR praktisch nur noch Photovoltaikfonds, und sie werben immer noch mit sicheren Renditen von 8% und mehr.
Dieser Lobbyismus hatte leichtes Spiel, weil vor allem grüne Politiker jede Kritik daran mit einem pawlowschen Reflex als Verteidigung der Atomenergie diskreditieren.
Da die Subvention nicht aus einem öffentlichen Haushalt finanziert wird, gibt es auch keine Konkurrenz durch Finanzbedarf in anderen Politikfeldern. Stattdessen wird sie effektiv durch eine perfide unsoziale Kopfsteuer finanziert.
Das EEG hat seine Funktion als Anschub für erneuerbare Energien schon lange erfüllt.
Seit ca. 4 Jahren wirkt es vor allem als Förderung der Altersversorgung von Besserverdienenden und Landwirten.
Daher wird es höchste Zeit, es abzulösen, um die Energiewende fortsetzen können.
Im EEG werden über 300 verschiedne Einspeisetarife festgelegt nach dem Prinzip: Je teurer eine Technologie ist (d.h. je mehr Ressourcen sie verbraucht), desto höher ist die Einspeisevergütung. Das führt auch zu ökologisch absolut unsinnigen Folgen.
Ein Quotenmodell dürfte wesentlich effizienter und ökologischer sein.

18
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Kommentar von Alfred Kruisma
08.11.2012, 09:52 Uhr

Die Medien sind nicht entrüstet über die Kosten der Energiewende. Aus finanziellen Gründen entrüstet sind Politiker wie Brüderle oder viele alte SPD-Schergen. Diese werden von der Presse -warum auch immer- über Gebühr zitiert.

Auch die Menschen sind nicht entrüstet. Die Anbieter von Öko-Strom haben stets noch weiteren Zulauf. Dies spricht nicht für einen Öko-Verdruß der Bevölkerung.

Bei jeder Stammtischdiskussion während der Halbzeitpause im Fußballlokal um die Ecke hört man die aufgeklärten Stimmen, die von den Sonderregelungen für die Industrie und von der preissenkenden Wirkung des Sonnenstroms wissen, genauso laut wie die der Meckerer.

Es ist ein Konstrukt der Presse, daß die Öffentlichkeit sich über hohe Energiepreise empöre. Hier bei mir, mitten im Ruhrgebiet, unter lauter Leuten, die wahrlich nichts zu verschenken haben und die emotional der Kohle sicher wohlgesonnen sind, ist von dieser Empörung nicht viel zu spüren.

19
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Kommentar von H.U.Zeitler
09.11.2012, 17:11 Uhr

Lange Jahre haben die aufgrund des von IWF, Weltbank und Lobbyarbeit der internationalen Konzern-Multis vorangetrieben Privatisierungszwangs aus der staatlichen Energieversorgung hervorgegangenen vier Energieriesen (Aufsichtsräte mit Millionensalär statt Beamtengehalt) durch jährliche Aktiengewinnausschüttungen in zig-Milliardenhöhe die Verbraucher durch Strompreise über dem Marktwert geschröpft. Nachdem der Wunsch in der Bevölkerung nach einer Abkehr von der Atomenergie, die ja immer noch kein funktionierendes Konzept für langfristig strahlungsaktiven Atommüll anbieten kann, weil es ganz einfach keines gibt noch geben wird, in wahlentscheidendem Ausmaß vorhanden war, wurde noch flugs die Netz-AG gegründet und betrieblich eigenständig ausgegliedert. Den möglichst konzerndienlichen Stromnetz-Umbau für den Energietransport von Nordsee-Windparks in den Süden soll nun wieder die Allgemeinheit über Stromabgaben bezahlen, und so den Aktienwert für die wenigen, gut abgesicherten Anleger steigern. Langsam führt eine solche immergleiche Vorgehensweise, dass Schulden und Investitionen von der Allgemeinheit bezahlt werden, während die Gewinne in den Taschen weniger verschwinden, zum gesellschaftlichen Zerfall.

20
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Kommentar von Helga Schneider-Ludorff
11.11.2012, 20:06 Uhr

Es ist tatsächlich so, dass lediglich diejenigen über die angeblich so hohen Kosten der Energiewende klagen, die ein Interesse daran haben, dass nicht zu schnell und zu viel erneuerbarer Strom dezentral erzeugt wird, damit die etablierten Stromkonzerne weiterhin ihre hohen Profite aus den bereits abgeschriebenen Kraftwerken ziehen können. Denn schon jetzt haben sie entscheidende Marktanteile verloren. In den Chor der Warner vor der Energiewende stimmen auch einige PolitikerInnen mit ein, die sich weder mit dem Atomausstieg abgefunden haben noch sich mit der Energiewende anfreunden können.

Dabei wird völlig außer Acht gelassen, dass der herkömmliche Strom aus Kohle- Gas- oder Atomkraftwerken viel teurer sein müsste, um den Folgekosten der Umweltverschmutzung zu begegnen. Bereits im Jahr 1988 errechneten Wissenschaftler im Auftrag der EU, dass der herkömmliche Strom fast ein Drittel teurer sein müsste. Wäre dem so, gäbe es kaum noch einen Unterschied zu dem Strom aus erneuerbaren Energien.

Dagegen wird Strom aus Sonne und Wind immer günstiger; durch die Einspeisung der erneuerbaren Energien in das Netz wird der Strompreis weiter sinken, wovon aber hauptsächlich die Großverbraucher profitieren. Für Haushalte und kleinere Betriebe dagegen werden sich die Preise erhöhen, weil die EEG-Umlage hauptsächlich zu ihren Lasten geht, während die Großabnehmer davon weitgehend befreit sind. Es ist also verlogen, die Strompreiserhöhung bei den erneuerbaren Energien zu suchen: es sind die Großkonzerne, die den Strom teurer machen, und die Regierung, die die Ausnahmen für die Betriebe sogar noch ausgedehnt hat.

Helga Schneider-Ludorff, Oberursel

21
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Kommentar von schego
12.11.2012, 11:22 Uhr

Energiebilanz:
Die Sonne liefert das 10.000-fache des weltweiten Energiebedarfs!
Weltweise Ressourcen:
• Uran (35 Jahre)
• Erdöl (40 Jahre)
• Erdgas (65 Jahre)
• Kohle (200 Jahre)
Eine der wichtigsten Aufgaben für unsere Zukunft ist es, die umweltfreundliche und klimaschonende Energie der Sonne für uns nutzbar zu machen. „Power-to-Gas-Technologie“ und die Organisation von dezentralen Energiesystemen sind hierbei vielversprechende Ansätze. Ferner ist das Carbazolderivat N-Ethylcarbazol als Trägerstoff für die Speicherung von Wasserstoff in Fahrzeugen zurzeit in Erprobung.
Fazit: Unsere bisherigen Energiequellen sind endlich!
Kohle und Atom erhielten bislang ein Mehrfaches an Subventionen und Zuwendungen. Entsorgungsfrage bei Atom: ungelöst und die Kosten dazu: unkalkulierbar!
Die Sonne schickt keine Rechnung, also, raus mit dem Beton aus Euren Köpfen!

22
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Kommentar von Jörg Dürre
12.11.2012, 14:52 Uhr

Bei aktuellen Photovoltaik Preisen ist Strom aus großen Anlagen billig = weniger als 10 Cent / kWh.
Leider wurden Freiflächenanlagen aus der EEG Förderung gestrichen, so dass Banken solche Anlagen nicht mehr finanzieren.

Durch die verschiedenen Lobbyinteressen ist das EEG mittlerweile kompliziert und teilweise absurd.
Statt Solarenergie wird vergleichsweise ineffizientes und teures Biogassubstrat mit den EEG Finanzierungssicherheiten angebaut. Profiteure sind die Gasnetzbetreiber, die an eingespeistem Biogas mitverdienen.

Egal wie, die Kurve wird immer enger. Die volle Wende werden große, fossile Energie-Dinosaurier überhaupt nicht und kleinere nur mit Mühe oder abgespeckt kriegen.

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Kommentar von Jan Schiffer
24.11.2012, 16:09 Uhr

Der "Protest" gegen die Energiewende wird allein von der Industrie organisiert

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(Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Bildung ...)