Kritisches Aktionsbündnis 20 Jahre Tafeln

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Kritisches Aktionsbündnis 20 Jahre Tafeln

Im Jahr 2013 gibt es seit 20 Jahren Tafeln in Deutschland. Dies ist für uns kein Grund zur Freude, sondern ein Armutszeugnis für die deutsche Sozialpolitik. Tafeln und andere existenzunterstützende Angebote dürfen nicht systematisch als Lückenbüßer benutzt werden, um soziale Rechtsansprüche zu ersetzen. S... mehr »

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Im Jahr 2013 gibt es seit 20 Jahren Tafeln in Deutschland. Dies ist für uns kein Grund zur Freude, sondern ein Armutszeugnis für die deutsche Sozialpolitik. Tafeln und andere existenzunterstützende Angebote dürfen nicht systematisch als Lückenbüßer benutzt werden, um soziale Rechtsansprüche zu ersetzen. Sie sind lediglich als Nothilfe, nicht aber als etablierte Dauereinrichtung akzeptabel.

Unter dem Motto „ARMGESPEIST – 20 Jahre Tafeln sind genug!“ fordern wir daher eine aktive Rolle des Staates in der Armutsbekämpfung anstatt weiterhin Ehrenamtliche als „freiwillige Armenverwaltung“ zu instrumentalisieren. Der Boom der Tafeln zeigt, dass das soziokulturelle Existenzminimum mit der derzeitigen Mindestsicherung (ALG II/Grundsicherung) nicht gedeckt ist. Daher fordern wir eine armutsvermeidende, existenzsichernde und bedarfsgerechte Mindestsicherung, die soziale und kulturelle Teilhabe ermöglicht und sich an der Lebenswelt und den Bedürfnissen der Betroffenen orientiert.

Das Tafelprinzip ist weder ökologisch noch sozial nachhaltig. Die imagewirksame und kostenfreie Entsorgung von Überschüssen durch die Konzerne verringert den Anreiz, Überschüsse zu verringern. Armut kann bei den Tafeln kurzfristig gelindert, aber keinesfalls strukturell bekämpft werden. Beide Problemdimensionen müssen daher ursächlich und auf politischer Ebene bekämpft werden.

Derzeit setzt sich das Bündnis aus Organisationen und zahlreichen Einzelpersonen unterschiedlichster Hintergründe zusammen. Zu den Mitgliedsorganisationen zählen u.a. FIAN Deutschland, das Armutsnetzwerk, der Deutsche Frauenrat, die Caritasverbände der Stadt Köln und der Diözese Limburg, der Ver.di Bundeserwerbslosenausschuss und die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe. Zudem sind etliche Vertreter aus Betroffeneninitiativen, der Wissenschaft, der Wohlfahrtsverbände, der Gewerkschaften, der Tafeln selbst und weiterer Organisationen involviert. Jede/r, der sich mit den Kernforderungen des Bündnisses identifizieren kann ist eingeladen, sich zu beteiligen.


Neben einer längerfristig angelegten Medienkampagne findet vom 26.-28. April 2013 ein Aktionswochenende in Berlin statt. Das Programm ist vielfältig und soll die Medien und die Öffentlichkeit für das Thema sensibilisieren. Geplant ist u.a. eine kritische Stadtrundfahrt zum Thema Armutsindustrie, eine Protestaktion im öffentlichen Raum, sowie ein künstlerisches Programm mit Kabarett, Theater, Lesungen und einer Ausstellung zum Thema.

Sympathisanten