AntiAtomPiraten

Logo_orange_600x780_large
22bfe90ac98d8e13286074c08520b92a

AntiAtomPiraten

Die AntiAtomPiraten sind ein freier, unabhängiger Zusammenschluß engagierter Piraten, die sich aufgrund der offensichtlichen Probleme und Gefahren der Kernenergie für einen schnellen Ausstieg derselben einsetzen und einen schnellen Wandel zu dezentralen, erneuerbaren Energiekonzepten fordern. Die Energiewende soll nicht nur fossi... mehr »
02.07.2011, 23:50 Uhr

Explosion im Atomkraftwerk Tricastin, Frankreich

Tricistan_600x600

Heute, 2011-07-02, 14:50, gab es am Kernkraftwerk Tricastin eine Explosion. Tricastin ist nach Angaben des Betreibers die größte kerntechnische Anlage der Welt.

Offiziell ist noch nicht viel bekannt. Der Betreiber selbst hat noch keine Stellungnahme veröffentlicht. Es soll der Transformator des Reaktorblocks 1 explodiert sein. Nach einer Stunde sei das Feuer unter Kontrolle gewesen. Radioaktivität sei keine freigesetzt worden.

Wir erinnern uns, im Kernkraft Krümmel bedeutete ein solcher Vorfall die Stillegung in der Schwarz-Gelben Energiewende.

Das Kernkraftwerk Tricastin besitzt 4 Druckwasserreaktoren, die 1980 bzw. 1981 in Betrieb gegangen sind. Außerdem gehört zu dem Komplex eine kerntechnische Anlage zur Urananreicherung. Allein diese Anlage verbraucht 2/3 des im Kraftwerk erzeugten Stroms.

Die Laufzeit des betroffenen Reaktors wurde im November 2010 um 10 Jahre verlängert. Zuvor war der Block wegen schwerer Mängel abgeschaltet und es war fraglich, ob eine erneute Genehmigung erteilt werden würde.

Ob bei dem jetzigen Ereignis die externe Stromversorgung des Reaktorblocks weggefallen, ist wurde nicht bekannt. Inwieweit die Arbeiten vor Ort durch die enorme Rauchentwicklung behindert werde ist unklar. In Krümmel drang seinerzeit der Qualm bis in die Leitwarte vor und die Mitarbeiter konnten den Reaktor nur noch unter Atemschutz kontrollieren.

Pannen-Meiler in Frankreich

Der letzte bekannte Störfall in Tricastin datiert vom 16. Februar 2011. Man hatte festgestellt, dass die Notstromaggregate der Blöcke 3 und 4 aufgrund eines Teiletauschs bei einer zwei Jahre zurück liegenden Revision bei einem Dauerbetrieb versagen würden. Bei einem Notstrom-Fall droht bei einem Versagen der Diesel eine Kernschmelze. Der Störfall wurde dementsprechend mit INES 2 bewertet (Begrenzter Ausfall der gestaffelten Sicherheitsvorkehrungen).

Dieser Fehler wurde ebenfalls bei 18 weiteren Reaktorblöcken französischer Kernkraftwerke des Betreibers EDF festgestellt.

32 Sicherheitsmängel bekannt

Zuletzt in der Presse war das Kraftwerk Tricastin gestern. Die französische Atomaufsicht hat die Aufrechterhaltung der Verlängerung der Laufzeit des Reaktorblocks 1 um 10 Jahre unter anderem daran geknüpft, dass eine Liste mit 32-Punkten zur Verbesserung der Sicherheit erfüllt wird.

Außerdem wurde bereits 2002 bekannt, dass bestimmte Vorsorgemaßnahmen bei einem Erdbeben nicht mehr sichergestellt werden können.

Trivia

2010 wurde das Weinbaugebiet Coteaux du Tricastin auf Betreiben der Winzer in Grignan-les-Adhémar umbenannt. Grund dafür war die negative Belegung der Ortsangabe Tricastin, die mit zahlreichen Nuklearunfällen in Verbindung gebracht wird.

Nach einem Unfall 2008 durfte beispielsweise das Grundwasser nicht mehr verwendet werden und es durfte in den Gewässern nicht mehr gefischt werden, nachdem radioaktive Flüssigkeit freigesetzt wurde. Die Warnung vor dem Grundwasser wurde 10 Tage nach dem Unfall ausgegeben.

Im selben Jahr wurden 100 Menschen radioaktiv kontaminiert, nachdem radioaktive Partikel aus einem Reaktor ausgetreten waren.

 

Links

 

 



Kommentar schreiben:
(Wir nannten ihn Birne - eigentlich heißt er Helmut ...)