Praxisgebühr abschaffen, soziale Ungerechtigkeit abbauen!
Attac fordert, mögliche Überschüsse der Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) dafür zu verwenden, die seit Jahren zunehmende soziale Ungerechtigkeit in der GKV abzubauen, statt Lobbyinteressen zu bedienen. Die Praxisgebühr gehört ebenso abgeschafft wie die Zuzahlung zu Medikamenten. Beides trifft besonders die mittelosen und einkommensschwächeren Schichten, die ohnehin von höheren gesundheitlichen Belastungen und Risiken betroffen sind.Allerdings kann nach Ansicht von Attac von Überschüssen der GKV in Höhe von 20 Milliarden Euro keine Rede sein. Tatsächlich bleiben nach Abzug der gesetzlich vorgeschriebenen Rücklagen und Reserven (Rückla... mehr »


Mit einer Aktion vor dem Bundeskanzleramt unter dem Motto "Spekulation macht unbezahlbar – Mit Essen zockt man nicht!" haben Aktivistinnen und Aktivisten am heutigen Dienstag dagegen protestiert, wie Finanzinvestoren die Preise von Nahrungsmitteln beeinflussen. Getragen wurde die Aktion von Attac, Weed, Oxfam, dem Südwind-Institut, Medico international und der Welthungerhilfe.
Zusammen mit zahlreichen Nichtregierungsorganisationen hat das europäische Attac-Netzwerk die Welthandels- und Entwicklungskonferenz (UNCTAD) aufgefordert, keine Einschränkungen ihres Aufgabenfeldes zu beschließen. Die Regierungen der westlichen Industrieländer dringen darauf, das Mandat der UNCTAD drastisch zu beschneiden und der Konferenz nahezu jegliche Kompetenzen in Fragen der Makroökonomie und des Finanzsystems zu entziehen. Nach ihrem Willen sollen für diese Themen ausschließlich der Weltwährungsfonds IWF, die Weltbank und die Welthandelsorganisation WTO zuständig sein, in denen – im Gegensatz zur UNCTAD – die Industrieländer dominieren.
Pünktlich zum Internationalen Tag der Landlosen am heutigen Dienstag ist der neue Attac-Basis-Text "Land Grabbing – Der globale Wettlauf um Agrarland" erschienen. Das Buch nimmt die Leserinnen und Leser mit auf eine Reise in verschiedene Länder der Erde, in denen Ackerland zu Spottpreisen verscherbelt wird. Timo Kaphengst (Attac-Agrarnetz) und Evelyn Bahn (Inkota Netzwerk) beschreiben die verheerenden Folgen dieser Landnahmen für die Menschen, die zuvor auf und von dem Land gelebt haben.
Angesichts einer Milliarde Hungernder auf der Welt fordert ein Bündnis aus Hilfs- und Kampagnenorganisationen jetzt ein Einschreiten der Bundesregierung, um der maßlosen Spekulation mit Nahrungsmitteln einen Riegel vorzuschieben. Attac, Campact, Misereor, Oxfam Deutschland, das Südwind-Institut, WEED und die Welthungerhilfe starten heute die Protestaktion "Mit Essen spielt man nicht!". Sie richtet sich an Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, der dazu beitragen soll, die Geschäfte mit dem Hunger zu stoppen.

