Attac, das globalisierungskritische Netzwerk

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Attac, das globalisierungskritische Netzwerk

Attac, das globalisierungskritische Netzwerk, setzt sich für eine sozial und ökologisch gestaltete Globalisierung ein. Mit Expertise und öffentlichkeitswirksamen Aktionen bringt Attac die Alternativen zur neoliberalen Weltwirtschaftspolitik in die politische Diskussion. "Globalisierung geht ganz anders - Menschen und Natur vor Pro... mehr »

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01.02.2012, 16:00 Uhr

Deutsche Bank will weiterhin mit Nahrungsmittelpreisen spekulieren

Wie die Nichtregierungsorganisation Foodwatch mitteilt, fühlt sich Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann nicht mehr an seine Zusage von Mitte Oktober gebunden, bis Ende Januar über einen Ausstieg aus der Spekulation mit Nahrungsmittelpreisen zu entscheiden. "Kein Geschäft ist es wert, den guten Ruf der Deutschen Bank aufs Spiel zu setzen", hatte Ackermann damals großspurig verkündet. Nun ist nur noch von einer groß angelegten "Studie" die Rede, die die Deutsche Bank "zum Thema Handel mit Agrarrohstoffen und Hunger" erstellen will. Und zwar "in den kommenden Monaten". Von einer Entscheidung über den Rückzug möchte nach dem Ende der Weihnachtszeit keine Vertreterin und kein Vertreter der Deutschen Bank mehr reden.

Laut Sabine Miltner, Verantwortliche für den Bereich Nachhaltigkeit innerhalb der Deutschen Bank, braucht das Finanzinstitut "eine umfassende Studie", um die eigenen Aktivitäten im Rohstoffsektor beurteilen zu können. Wiederholte Nachfragen von Foodwatch-Leiter Thilo Bode wurden im Januar nicht mehr beantwortet. Die Bank lasse sich nicht unter Druck setzen, so Miltner. "Im Auftrag von Herrn Dr. Ackermann" bitte sie Herrn Bode, "von weiteren Schreiben abzusehen". Dialogbereitschaft sieht anders aus.

Angefangen hatte die Auseinandersetzung mit dem problematischen Engagement der Deutschen Bank auf dem Rohstoffsektor Mitte Oktober mit dem von Foodwatch beauftragten Bericht des Journalisten Harald Schumann "Die Hungermacher". In dem 70seitigen Dokument zeigte Schumann, wie Investmentbanken, Versicherungen, Pensionsfonds und Stiftungen mit Wetten auf die Preise von Mais, Weizen und anderen Nahrungsmittel die Preise hochtreiben. Der Bericht zeigt unter anderem, dass keine andere Bank in Deutschland so intensiv an Spekulation mit Nahrungsmitteln beteiligt ist wie die Deutsche Bank.

Foodwatch begleitete die Veröffentlichung des Berichts mit einer Unterschriftensammlung, die die Deutsche Bank auffordert, eine effektive Regulierung zu unterstützen und aus der Nahrungsmittelgeschäft auszusteigen. Mehr als 60.000 Menschen haben diese Aufforderung bisher unterschrieben.

Erst Mitte Dezember war die Deutsche Bank erneut mit dem Thema in die Schlagzeilen gekommen, nachdem ihr Specher Frank Hartmann in einem Telefoninterview auf Nachfrage geäußert hatte, die Opfer der Spekulation mit Nahrungsmitteln seien "selbst schuld". In den folgenden Wochen wurde die Facebook-Seite der Deutschen Bank mit Hunderten kritischer Kommentare überschwemmt.

Attac engagiert sich gegen die preistreibende Spekulation mit Agrarrohstoffen. Im Rahmen der Bankwechselkampagne "Krötenwanderung jetzt!" fordern wir die Bürgerinnen und Bürger auf, Banken den Rücken zu kehren, die in Geschäfte mit dem Hunger verwickelt sind. Auf den Webseiten der Bankwechselkampagne sind ausführliche Informationen zur Nahrungsmittelspekulation und die Verwicklung zahlreicher Banken nachzulesen.
1 Kommentar
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Kommentar von Uwe Kulick
12.03.2012, 17:51 Uhr

Mitglieder der Online-Arbeitsgruppe Occupy:Occupy haben gemeinsam mit Occupy Frankfurt die Petition “Spekulationen mit Nahrungsmitteln sind gesetzlich zu verbieten” erarbeitet und am 6.3.2012 als Sammelpetition mit 3monatiger Mitzeichnungsfrist auf der unabhängigen Petitionsplattform openPetition freigeschaltet, sowie am 7.3.2012. mit dem Sammeln von Unterschriften auf Sammelbögen begonnen. Die Mitzeichnungsfrist endet am 5.6.2012.
Aufgrund von verstärkten Finanzspekulationen mit Nahrungsmitteln und den daraus resultierenden erheblichen Preissteigerungen von Lebensmitteln auf dem Weltmarkt traten wiederholt Hungersnöte in den Ländern auf, die ihren Bedarf an Nahrungsmitteln nicht selbsterzeugend decken können. Occupy findet es moralisch nicht tragbar, dass Banken und Privatpersonen in der Lage sind, Lebensmittelpreise so zu beeinflussen, dass dadurch Menschen ihre Grundnahrungsmittel nicht mehr bezahlen können und verhungern.

Positionslimits oder ähnliche Ansätze sieht Occupy als schwierig an, weil ein so komplexes Konstrukt wie der Derivatemarkt zu regulieren wäre. Durch manipulative Preistreiberei oder Preisverfallswetten sind mal die Verarbeiter und Konsumenten, ein ander mal die Erzeuger in ihrer Existenz bedroht. Das haben verschiedene Organisationen (z.B. Misereor) stichhaltig nachgewiesen. Insbesondere Rohstoff-Indexfonds und bestimmte Wertpapier-Derivate fördern die Preistrend-Übertreibungen. Das Vorhandensein dieser reinen Finanzspekulationsinstrumente verdrängt also zumindest in bestimmten Börsenmarktsituationen offensichtlich eine handhabbare gemäßigte Preisentwicklung.
Fazit: Diese Wertpapiere sind schädlich für die Weltgemeinschaft, weil dadurch die Weltmarktpreisentwicklung künstlich in Höhen getrieben wird, die in armen Ländern Lebensmittel unbezahlbar machen und Hunger auslösen können, aber auch in bislang unerreichte Tiefen, die landwirtschaftliche Existenzen zunichte machen.
Die Aktivisten von Occupy:Occupy fordern aus diesem Grunde das sofortige Verbot von reinen Finanzpekulations-Wertpapieren zum Basiswert Nahrung.

weitere infos finden Sie unter folgenden links:

homepage von occupy:occupy, Initiative hinter der Petition:
http://occupy-occupy.de/
Misereor, Beispiel für eine der Dokumentationen zum Thema:
http://www.misereor.de/fileadmin/redaktion/Analyse_Nahrungsmittelspekulation_111005.pdf

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(Welcher Monat kommt vor Juli?)

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