Attac, das globalisierungskritische Netzwerk
Attac, das globalisierungskritische Netzwerk, setzt sich für eine sozial und ökologisch gestaltete Globalisierung ein. Mit Expertise und öffentlichkeitswirksamen Aktionen bringt Attac die Alternativen zur neoliberalen Weltwirtschaftspolitik in die politische Diskussion. "Globalisierung geht ganz anders - Menschen und Natur vor Pro... mehr »
04.03.2011, 16:00 Uhr
Gesucht: Gesellschaft jenseits des Wachstumswahns
Zu den vier Stiftungen als Kooperationspartner des Kongresses kommen mehr als 35 Unterstützerorganisationen. In über 70 Veranstaltungen werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Probleme der gegenwärtigen Wachstumsökonomie analysieren sowie Alternativen diskutieren. Unter den mehr als 100 Referenten sind zahlreiche namhafte Expertinnen und Experten aus dem In- und Ausland, darunter Alberto Acosta (ehemaliger Energieminister von Ecuador), Vandana Shiva (Trägerin des alternativen Nobelpreises, Indien), Nnimmo Bassey (Träger des alternativen Nobelpreises, Nigeria), Geneviève Azam (Attac Frankreich), Tim Jackson (University of Surrey, UK) und Angelika Zahrnt (Ehrenvorsitzende des BUND).
Michael Dauderstädt von der Friedrich-Ebert-Stiftung begründete deren Engagement für den Kongress: "Es geht um neuen Fortschritt durch soziales Wachstum, das vor allem mehr Beschäftigung in Dienstleistungssektoren wie Bildung, Gesundheit und Pflege schafft." Dieses neue Wachstumsmodell ziele auf eine Verbindung von guter Arbeit, gerechter Verteilung und ökologischer Nachhaltigkeit.
"Wenn globale Gerechtigkeit nicht nur eine Worthülse bleiben soll, muss der Norden als Teil einer ökologischen Transformation auch lernen, sich gesund zu schrumpfen", stellte Georg Kössler, Klimareferent bei der Heinrich-Böll-Stiftung, fest. "Und wir müssen noch mehr über Alternativen nachdenken, die auch für Schwellen- und Entwicklungsländer realistisch sind. Wir wollen auf dem Kongress Konzepte für ein gutes Leben, für andere Wohlstandsmodelle und für globale Gerechtigkeit einbringen."
Jupp Legrand von der Otto Brenner Stiftung sagte: "Wir beteiligen uns an dem Kongress, weil wir eine ehrliche Debatte nicht nur über die Grenzen des Wachstums brauchen, sondern auch Antworten suchen müssen, die zur Überwindung der Ungerechtigkeiten zwischen Nord und Süd nachhaltig beitragen können." Wie weltweit soziale Verwerfungen abgebaut, ökologische Probleme gelöst und neue Entwicklungspfade beschritten werden können – diese Fragen gelte es bei dem Kongress kontrovers und konstruktiv zu diskutieren.
"Wir brauchen den Wandel hin zu einer solidarischen, an den Bedürfnissen der Menschen orientieren Wirtschaft, die auf qualitativer Entwicklung statt stofflichem Wachstum beruht", sagte Mario Candeias von der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Wichtig in diesem Prozess seien vor allem gerechte Übergänge, etwa für Menschen, die ihre gewohnten Arbeitsplätze verlieren.
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