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BOATS 4 PEOPLE Boats 4 People ist ein internationales Bündnis von Organisationen aus dem Mittelmeerraum, Afrika und Europa. Es wurde gegründet, um dem Sterben an den Seegrenzen ein Ende zu setzen und die Rechte von MigrantInnen auf dem Meer zu verteidigen. Wir treten ein für Bewegungsfreiheit für alle. Wir fordern - vo... mehr »
14.07.2012, 23:49 Uhr

Gruppe von AktivistInnen wird Zugang zum Flüchtlingslager Choucha,Tunesien verweigert

 Am 11. Juli 2012 ging eine Delegation von elf AktivisteInnen aus neun afrikanischen und europäischen Ländern in das Flüchtlingslager von Choucha an der tunesisch-libyschen Grenze. Wir wollten acht VertreterInnen verschiedener Communities nach Monastir einladen, wo ein Forum stattfindet in Vorbereitung auf das World Social Forum, welches 2013 in Tunesien stattfinden wird.
Unsere Delegation wurde vom Militär daran gehindert das Lager zu betreten und wir erfuhren, dass das UNHCR das tunesische Verteidigungsministerium dazu aufgefordert hatte. In den Medien wurde verkündet, dass das Lager nur mit Genehmigung dieses Ministeriums besucht werden dürfe. Wir erklärten den Soldaten, dass wir mit den Flüchtlingen reden wollten und vor einigen Wochen durch das Forum eingeladen wurden nach Monastir zu kommen, um ihren Transport zu organisieren. Wir wurden aufgefordert, die Namen dieser Flüchtlinge zu nennen, aber wir weigerten uns und riefen sie selbst an. Wir konnten die Flüchtlinge unter den Bäumen vor dem Camp treffen, aber einige von denen, die eingeladen wurden, konnten nicht nach Monastir gehen, aufgrund von Terminen mit dem UNHCR oder weil sie es nicht wagten und Angst vor Bestrafung hatten. Andere waren telefonisch nicht erreichbar. Nach einigen Diskussionen beschlossen acht Leute zu gehen und die Flüchtlinge von Choucha in Monastir zu vertreten: zwei Frauen und ein Mann aus Äthiopien, Männer aus dem Tschad, Sudan, Darfur, Somalia und Bangladesch, fast alle von ihnen abgelehnte AsylbewerberInnen. Zusammen mit einigen von ihnen schrieben wir eine Pressemitteilung über die tatsächliche Situation in Choucha, die Kämpfe und die Forderungen der Flüchtlinge (siehe Anhang). Auf dem Weg und während des Forums, erzählten uns die Flüchtlinge ihre Geschichten und beschrieben die unerträglichen Zustände im Lager. Sie baten uns dringend, sie zu unterstützen, um eine humane Lösung für alle zu finden, da das Lager nicht mehr zu ertragen sei.
Gemeinsam mit den Flüchtlingen, die heute nach Choucha zurückkehren mussten, rufen wir euch alle auf, darüber nachzudenken, wie man Druck auf die Regierungen der europäischen Staaten ausüben kann, um ihre Grenzen zu öffnen und in Zusammenarbeit mit der UN-Menschenrechtskommission und der tunesischen Regierung, die Sicherheit  und Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen zu sichern und humane Lebensbedingungen für sie sicherzustellen. Lager wie Choucha müssen geschlossen werden und alle Menschen müssen volle Bewegungsfreiheit haben!
Boats4People und Teilnehmer des Workshops "MigrantInnenrechte" am 13. Juli 2012 in Monastir

www.boats4people.org

www.voiceofchoucha.wordpress.com

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(Wenn Wahlen etwas ändern würden, dann wären sie ...)