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BOATS 4 PEOPLE Boats 4 People ist ein internationales Bündnis von Organisationen aus dem Mittelmeerraum, Afrika und Europa. Es wurde gegründet, um dem Sterben an den Seegrenzen ein Ende zu setzen und die Rechte von MigrantInnen auf dem Meer zu verteidigen. Wir treten ein für Bewegungsfreiheit für alle. Wir fordern - vo... mehr »
16.07.2012, 22:14 Uhr

Presseerklärung: Flüchtlingslager in Choucha an der tunesisch-lybischen Grenze

Etwa 3000 MigrantInnen und Füchtlinge vor dem Krieg in Lybien 2011 – die meisten aus Afrika südlich der Sahara, aber auch einige aus Bangladesch, Pakistan, Palästina und Irak – leben noch immer unter unmenschlichen Bedingungen im Flüchtlingslager Choucha (Tunesien) nahe der lybischen Grenze. Einige wurden als Flüchtlinge anerkannt und warten auf Umsiedlung, ein weiterer Teil wartet auf die Annahme der UNHCR-Entscheidung. Mindestens einige hundert wird jeglicher Status verweigert, weil ihre Verfahren nicht korrekt abgelaufen sind und sie keine Anwälte und keine guten Übersetzer hatten. Für viele Neuankömmlinge, darunter viele abgewiesene Bootsflüchtlinge, wurden keine Verfahren eröffnet. Die Leute, die nicht als Flüchtlinge akzeptiert wurden, sind durch das UNHCR und das Militär in Gefahr, wieder nach Lybien oder ihre Ursprungsländer abgeschoben zu werden. Sollten sie das nicht tun, können sie jederzeit verhaftet und eingesperrt werden.

 

Alle Menschen im Lager leiden in dieser Wüste bei Temperaturen von mehr als 40°C am Tag und häufigen Sandstürmen. Nur einige Beispiele über die Lebensbedingungen in diesem Lager: Es wird nicht genügend Trinkwasser ausgegeben (nur eine Flasche pro Tag). Es gibt keine Duschen und nur kaputte Toiletten. Im Lager gibt es Schlangen, Skorpione, Mücken und Ratten und die Menschen können sich nicht dagegen schützen. Das Essen hat eine sehr schlechte Qualität, es gibt weder Fleisch noch Gemüse und die Menge reicht nicht aus. Die Menschen erhalten kein Geld und keine Bekleidung. Die medizinische Versorgung ist sehr schlecht und niemand kümmert sich um die durch Folter und Krieg in Lybien oder den Herkunftsländern traumatisierten Menschen.

 

Das Militär kontrolliert das Lager und lässt keine Besucher zu ohne offizielle Erlaubnis des Verteidigungsministeriums. Die MigrantInnen können sich nicht einmal in Tunesien frei bewegen ohne die Verhaftung zu riskieren. Die meisten Leute, darunter auch kleine Kinder, sind seit mehr als 18 Monaten im Lager Choucha. Einige Leute versuchten, nach Lybien zurückzukommen, aber wurden dort verhaftet und gefoltert. Einige Leute waren so verzweifelt, dass sie versuchten, per Boot nach Europa zu kommen, wurden aber abgewiesen und starben im Meer.

 

In den letzten Monaten hat es selbst organisierte Proteste gegeben unter dem Namen “Voice of Choucha“. Die MigrantInnen haben die folgenden Forderungen:

 

-          Neubegutachtung der Verfahren der abgewiesenen AsylantInnen

-          Schnellere Verfahren und Umsiedlung für mehr Leute

-          Humane Behandlung und Lebensbedingungen

-          Bewegungsfreiheit innerhalb und außerhalb Tunesiens

-          Gleiche Rechte für alle, ohne Diskriminierung

 

Leute, die an den Protesten teilnahmen wurden durch das UNHCR und das Militär bedroht und die Menschen haben Angst, besonders weil einige MigrantInnen von Soldaten im Mai 2011 umgebracht wurden. Boats4People und das Forum in Monastir unterstützen ihren Kampf und die Forderung an die EU-Regierungen nach Öffnung der Grenzen für die MigrantInnen und Flüchtlinge aus Choucha und anderswo!

Dies ist ein sehr dringender Fall und es muss sofort gehandelt werden!

 

http://voiceofchoucha.wordpress.com
http://boats4people.org

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(Welcher Tag kommt nach Samstag?)