Netzwerk Grundeinkommen

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Netzwerk Grundeinkommen

Die Idee Ein Grundeinkommen ist ein Einkommen, das bedingungslos allen Menschen gewährt wird. Es soll die Existenz sichern und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen, einen individuellen Rechtsanspruch darstellen, ohne Bedürftigkeitsprüfung ausgezahlt werden, keinen Zwang zur Arbeit oder zu einer anderen Gegenleist... mehr »

Adresse:

Gneisenaustr. 2a
10961
Berlin
20.08.2012, 00:00 Uhr

Vier neue Bücher zum Grundeinkommens-Weltkongress

Der 14. BIEN-Kongress in Ottobrunn bietet nicht nur die Möglichkeit mit GrundeinkommensexpertInnen aus über 25 Ländern ins Gespräch zu kommen. Auch aus der deutschsprachigen Grundeinkommensszene sind zahlreiche Aktive in Ottobrunn dabei. Einige von ihnen haben dafür Sorge getragen, dass für die weitere Debatte zum Grundeinkommen im deutschsprachigen Raum neue interessante Bücher vorliegen, die auf dem BIEN-Kongress erhältlich sein werden. Viele HerausgeberInnen und AutorInnen der Bücher stehen als ReferentInnen des Kongresses auch für Diskussionen zur Verfügung.

Hier eine kurze Übersicht über die Neuerscheinungen:

Reitter, Karl: Bedingungsloses Grundeinkommen: Intro. Mandelbaum Verlag, Wien 2012.

Aus dem Verlagstext: „Dieses Intro führt umfassend in die Debatten um das Grundeinkommen ein. Karl Reitter zeichnet die internationale Geschichte der Debatte nach und stellt die unterschiedlichen Zugänge zur Forderung nach einem Grundeinkommen dar. Neben den unterschiedlichen politischen Motivationen der BefürworterInnen wird auch der Kritik des Konzepts ausreichend Platz eingeräumt. Der Autor verknüpft in seiner Begründung die Forderung nach dem Grundeinkommen mit der Analyse der aktuellen Krisen und gesellschaftlichen Umbrüche. Das Grundeinkommen erweist sich vor diesem Hintergrund als wesentliche Bedingung, die kapitalistische Gesellschaft zugunsten eines solidarischen Gemeinwesens zu überschreiten. Ein kommentiertes Literaturverzeichnis, ein Überblick über bisherige Versuche, das Grundeinkommen ansatzweise zu realisieren, sowie Informationen über Netzwerke und Organisationen, die für das Grundeinkommen eintreten, komplettieren das Buch.“ Von Lieselotte Wohlgenannt, der Grande Dame der deutschsprachigen Grundeinkommensszene, liegt dazu auch eine Buchrezension vor.

Werner, Götz W. ; Eichhorn, Wolfgang ; Friedrich, Lothar (Hrsg.): Das Grundeinkommen. Würdigung – Wertungen – Wege. Karlsruher Verlag KIT Scientific Publishing, Karlsruhe 2012.

Dieser Sammelband umfasst mehr als 20 wissenschaftliche Beiträge.
Der erste Teil des Buches widmet sich der Würdigung des Grundeinkommens aus anthropologischer Sicht, u. a. mit Beiträgen von Sascha Liebermann, Wolfgang Eichhorn und André Presse, und der Würdigung des Grundeinkommens aus gesamtwirtschaftlicher und evolutionsökonomischer Sicht, u. a. mit Beiträgen von Benediktus Hardorp und Gerhard Scherhorn. Der zweite Teil des Buches beschäftigt sich mit Wertungen des Grundeinkommens vor dem Hintergrund der Veränderungen in der Gesellschaft und mit Ergebnissen empirischer Forschungen zum Grundeinkommen. Darin finden sich u. a. Beiträge von Hans-Jürgen Arlt, Hermann Binkert und Friedrich Schneider. Der letzte Teil des Buches zeigt Wege zum Grundeinkommen auf. Autoren sind u. a. Dieter Althaus, Alexander Spermann und Lothar Friedrich.

Jacobi, Dirk ; Strengmann-Kuhn, Wolfgang ; Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung (Hrsg.): Wege zum Grundeinkommen. Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin 2012.

Spätestens wenn man zu der Schlussfolgerung gekommen ist, dass ein Grundeinkommen grundsätzlich wünschenswert ist, stellt sich die Frage, welche Wege zur Umsetzung eines Grundeinkommens gegangen werden können und welche davon Erfolg versprechen. Im Vergleich zu der normativen Diskussion um das Grundeinkommen, die schon länger sehr ausführlich geführt wird, steht jene um Wege zum Grundeinkommen noch am Anfang. Der vorliegende Band soll diese Debatte weiter beleben und weiterführen, und er fokussiert auf die Frage nach realistischen und praktikablen Wegen, die zu einem Grundeinkommen führen können. Das Buch ist in drei Abschnitte unterteilt: Reformpfade, Reformschritte, Modellprojekte. AutorInnen sind u. a. die Herausgeber sowie Stephan Lessenich, Franz Segbers, Guy Standing, Phillippe Van Parijs, Milena Büchs, Katja Kipping, Susanne Wiest und Götz Werner. Neben konkreten Überlegungen zu Übergangsschritten zum Grundeinkommen sind auch grundsätzlichere Beiträge zu Wegen zum Grundeinkommen im Band enthalten, die z. B. die Themen „Grundeinkommen plus …“, „Grundeinkommen in einer globalisierten Wirtschaft“ oder „Klimapolitik und Grundeinkommen“ aufgreifen.

Ronald Blaschke ; Adeline Otto ; Norbert Schepers (Hrsg.): Grundeinkommen. Von der Idee zu einer europäischen politischen Bewegung. VSA-Verlag in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung, Hamburg 2012.

Dieses Buch, das mit einem Vorwort von Katja Kipping eingeleitet wird, umfasst die Darstellung und politische Bewertung der Debatten über Grundsicherung und Grundeinkommen in Deutschland und Europa.
Im ersten Teil beschreibe ich nach einer kurzen Begriffsklärung zum Grundeinkommen ausführlich die Entwicklung der europäischen Grundeinkommensbewegung. Aktuelle Fragen, die sich im Rahmen der Grundeinkommensdebatten stellen, werden umrissen. Die Unterscheidung zwischen marktliberalen und emanzipatorischen Grundeinkommensansätzen bildet einen Schwerpunkt, sie folgt wichtigen Themenbereichen sozialer Bewegungen: Arbeit, Sozialstaat, Demokratisierung der Gesellschaft und der Ökonomie; öffentliche Güter, Infrastrukturen und Dienstleistungen; Umverteilung; Geschlechtergerechtigkeit; Reduktion von Naturressourcenverbrauch; Globale Soziale Rechte. (Die englische Fassung dieses Teils des Buches wird auch auf dem Kongress ausgelegt.)
Der zweite Teil des Buches widmet sich konkreten politischen Aktionen und Situationen in Europa und einzelnen europäischen Ländern. Werner Rätz diskutiert den Zusammenhang zwischen dem Grundeinkommen und der aktuellen Krise in Europa. Adeline Otto gibt einen detaillierten Überblick über die französische Grundeinkommensdebatte und AktivistInnen der Grundeinkommensbewegung. Johanna Perkiö informiert über die Situation und ein umfangreiches Forschungsprojekt zum Grundeinkommen in Finnland. Adeline Otto beschreibt und diskutiert die Beschlüsse über Grundeinkommen und Mindesteinkommen im Europäischen Parlament. Klaus Sambor gibt einen detaillierten Überblick über die Entstehung und Entwicklung der Europäischen Bürgerinitaitive Grundeinkommen. Der dritte und abschließende Teil des Buches widmet sich in einem informativen Beitrag der Höhe von Transfers zur Existenz- und Teilhabesicherung und einer ausführlichen vergleichenden Beschreibung aktueller Grundsicherungs- und Grundeinkommensansätze bzw. Grundeinkommensmodelle in Deutschland, inklusive möglicher Übergangsschritte zum Grundeinkommen. Dieser Beitrag beinhaltet auch eine tabellarische Übersicht über genannte Ansätze und Modelle.

Den Büchern ist eine zahlreiche und breitgefächerte LeserInnenschaft zu wünschen. Sie führen eine beträchtliche Vielfalt und auch Unterschiedlichkeit in der Herangehensweise an das Thema Grundeinkommen vor. Dabei werden auch verschiedene – zum Teil widerstreitende – politische Zielsetzungen sichtbar, die mit dem Grundeinkommen verbunden werden.

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(Nie wieder Krieg - Nie wieder ...)