Bühne für Menschenrechte

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Bühne für Menschenrechte

Wenn man aus einem Gefängnis kommt und dann ein zweites Gefängnis erlebt und eine andere Kultur und eine fremde Sprache und nochmal Regeln, nochmal Rituale, dann ist das nicht so einfach auszuhalten. (Safiye) Dieses Zitat stammt von Safiye, einer der ProtagonistInnen aus den Asyl-Monologen. Die Asyl-Monologe - im Mai diesen Jahres feie... mehr »

Wenn man aus einem Gefängnis kommt und dann ein zweites Gefängnis erlebt und eine andere Kultur und eine fremde Sprache und nochmal Regeln, nochmal Rituale, dann ist das nicht so einfach auszuhalten. (Safiye)

Dieses Zitat stammt von Safiye, einer der ProtagonistInnen aus den Asyl-Monologen. Die Asyl-Monologe - im Mai diesen Jahres feierten wir Premiere - sind die erste Produktion der Bühne für Menschenrechte.

Sie erzählen die Geschichten von Ali, Felleke und Safiye. Alle drei sind sich (bis vor kurzem) nie begegnet, ihnen gemein ist jedoch, dass sie sich bewusst für den Einsatz für Demokratie und Menschenrechte entschieden haben. Wofür sie einen hohen Preis zahlen müssen: Sie erfahren die Schikanen und Willkürlichkeiten des deutschen Asylsystems. Von Depression und Entmutigung umgeben, sind sie dennoch nicht bereit aufzugeben. Sie solidarisieren und vernetzen sich, kämpfen für ihre Rechte als Flüchtlinge und für ihre persönlichen Ziele: ein normales Leben führen zu können, beruflich und privat. In Flüchtlingskreisen wird Ali „Präsident" genannt. Er ist der erste Ansprechpartner, wenn andere Asylbewerber Hilfe brauchen. Safiye hat in Berlin eine Familie gegründet. Felleke studiert in Coburg Ingenieurswesen. Und doch haben keine der drei Geschichten ein wirkliches Happy End. Ihr Leben ist geprägt von Unsicherheit und Heimatlosigkeit. Ihre Stärke liegt darin, die Hoffnung trotzdem nie aufzugeben.

Als Verein gegründet, ist das Ziel der Bühne für Menschenrechte, ein Netzwerk aus professionellen Schauspielerinnen und Schauspielern sowie Musikerinnen und Musikern aufzubauen. Bundesweit sollen in Form dokumentarischen Theaters Geschichten von Menschen erzählt werden, deren Menschenrechte verletzt und die als Minderheiten unterdrückt wurden und noch immer werden. Die Produktionen entwickeln wir basierend auf ausführlichen Recherchen und Interviews mit den ProtagonistInnen selbst und unter Beratung durch einschlägige Organisationen.

Seit Mai diesen Jahres hatten wir Darbietungen in Münster, Köln und Berlin. Inspiriert und motiviert haben uns die seit 2006 in Großbritannien aktiven Actors for Human Rights, die bereits landesweit Aufführungen vor mehreren zehntausend Personen dargeboten haben. Das dortige Netzwerk besteht aus über 600 professionellen Schauspielerinnen und Schauspielern und der Erfolg der ersten Produktion hat zur Entwicklung von mittlerweile neun Produktionen geführt.

Wir stehen in engem Kontakt mit den Actors for Human Rights. Unser Ziel ist es, mit der Bühne für Menschenrechte ein ähnlich großes, erfolgreiches und wirkungsvolles Netzwerk aufzubauen. Es ist erstaunlich, wie effektiv das Konzept ist und wie wenig Mittel hierfür benötigt werden.

So vielversprechend der Start und so gering der Aufwand für die Produktionen der Bühne für Menschenrechte auch sein mögen: Es fehlt noch immer an Förderern und Kooperationspartnern,  sowohl um die Asyl-Monologe an weitere Spielstätte zu bringen als auch, um weitere Produktionen zu entwickeln. Wir sprechen lokale Organisationen an, die in den Bereichen Menschenrechte, Antirassismus und Migration arbeiten, ebenso Schulen und Jugendorganisationen, aber auch lokale Theaterhäuser. Unser Ziel ist es somit ein möglichst breites Publikum zu erreichen, eben auch diejenigen, die sich normalerweise nicht mit Menschenrechtsthemen beschäftigen, oder normalerweise nicht ins Theater gehen würden.

Wir freuen uns über Euer Interesse!

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