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contrAtom ist ein unabhängiges Informationsnetzwerk gegen Atomenergie und setzt sich für den sofortigen Ausstieg aus der Nutzung der Atomenergie ein. Wir informieren über die Kehrseite einer Energieform, die nur für wenige Jahrzehnte existieren kann und uns großen Gefahren aussetzt. Wir recherchieren und veröffentl... mehr »

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30.11.2012, 23:13 Uhr

Asse: Bohrung verfehlt Ziel – Atommüllkammer abgesackt

 

Um Informationen für die beabsichtigte Räumung des havarierten Endlagerbergwerks Asse-2 zu sammeln, sollte Kammer 7 in 750 Metern angebohrt werden. Doch über Monate wurde der Lagerplatz von tausenden Tonnen Atommüll nicht gefunden. Nun gesteht der Betreiber ein: die Kammer ist wie der gesamte Salzstock abgesackt. In der kommenden Woche soll sich der Bundestag mit dem Gesetz zur Beschleunigung der Atommüllbergung befassen. Atomkraftgegner beharren auf der RÜckholung und fordern Beschleunigung.

 

Die Bohrung in die Einlagerungskammer sieben in 750 Metern Tiefe endete knapp drei Meter über der Kammer. Nach einem halben Jahr Arbeiten bestätigt nun die Asse GmbH, dass der angepeilte Hohlraum verfehlt wurde – und die Bohrung damit gescheitert ist. Prognostiziert war am 1. Juni eine Dauer von etwa sechs Wochen, doch erst gab es Probleme weil der Bohrer sich in Bitumenschichten verklebte. Nach vermuteten rund 20 Metern war das Verschlussbauwerk noch nicht durchdrungen, nach 29 Metern war die Kammer immer noch nicht gefunden. Nach Radarmessungen meldet die Asse GmbH jetzt, die Decke der Einlagerungskammer sieben liegt 2,7 Meter unterhalb des Bohrlochs. Die Kammer ist abgesackt – so wie der ganze marode Salzstock.

 

Damit werden die Pläne für die geplante Rückholung der 126.000 Fässer, die von Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) immer wieder als politisches Ziel betont wird, um Monate zurückgeworfen. Und es geht um Zeit. Es ist völlig offen, wie lange die Standsicherheit des Bergwerks gewährleistet werden kann. Kommt es zum Einsturz von Teilen, greift ein Notfallkonzept. Und das wiederrum könnte die Flutung von Hohlräumen bedeuten, nach der eine Rückholung technisch unmöglich wird.

 

  • Erst kürzlich diskutierten Experten bei einem Workshop in Braunschweig erneut diese Lösung für den Notfall. Im Oktober war bekannt geworden, dass auch das Bundesamt für Strahlenschutz diese Lösung derzeit prüft.

 

Nun soll es eine neue Bohrung geben, mit einem an die Ergebnisse der Radarmessungen angepassten Verlauf. Doch was die Fachleute dort für “neue Erkenntnisse” erwarten, ist Atomkraftgegnern nicht schlüssig. In der Kammer 7 waren seit 1977 1.218 Fässer mit radioaktiven Abfällen abgekippt worden, später dann weitere 3.138 Fässer gestapelt worden. Der Raum zwischen den Behältern wurde mit gemahlenem Steinsalz aufgefüllt, in den 80er Jahren wurde die Kammer verschlossen. Somit ist damit zu rechnen, dass sich in der Einlagerungskammer eine wilde Mischung aus dem Inhalt der Fässer, Betonumantelung und Verfüllmaterial befindet. Anlässlich der Erkenntnisse über die Absackung von mehreren Metern dürfte der Zustand noch schlimmer sein, als bislang befürchtet.

 

“Wir fordern die Betreiber der Asse-2 und alle politischen Kräfte auf, keine Zeit für neue Bohrungen oder politische Schachzüge zu verschwenden, sondern eine Strecke aufzufahren über die unmittelbar nach der Fertigstellung mit der Räumung des Atommülls begonnen werden kann”, so Jan Becker von contrAtom. “Parallel muss mit Hochdruck der Abtransport von Fässern aus den noch zugängliche Kammern und der oberirdische Verbleib vorbereitet werden.”

 

In der kommenden Woche soll das Gesetz zur beschleunigten Schließung der Asse auf den Weg gebracht werden: Das Kabinett werde die Regelungen in der nächsten Woche beschließen, so Umweltminister Peter Altmaier am Freitag. Das Gesetz soll so noch vor der Landtagswahl in Niedersachsen im Januar kommen. In dem Gesetz wird als bevorzugte Lösung bzw. “Vorzugsoption” die Rückholung des Mülls genannt – damit ist sie aber nicht sichergestellt.

 

Deswegen fordern Atomkraftgegner, dass genau diese Lösung für die havarierte Asse eindeutig in das Gesetz geschrieben wird:

 

“Nur durch eine kontrollierte Rückholung des Atommülls kann sichergestellt werden, dass gegenwärtige und künftige Generationen vor Radionukliden geschützt werden”, so Andreas Riekeberg vom Asse-II-Koordinationskreis.

 

Unterdessen haben die Arbeiten an einem zweiten Schacht begonnen: Mitte November rückten die Bagger an für den Bau von “Schacht 5″, über den später der Atommüll geborgen werden soll. Derzeit werden der Bohrplatz und die Zufahrt hergerichtet. Mit der Erkundungsbohrung soll untersucht werden, ob der Standort für den Bau des Schachtes geeignet ist.

 

  • 45 Min – Der Asse-Skandal: Dokumentation
    Montag, 03. Dezember 2012, 22:00 bis 22:45 Uhr
    “Wir wurden belogen, betrogen, hintergangen, von Politikern, Wissenschaftlern und der Presse!” Vor vierzig Jahren begann man, 125.000 Fässer mit Atommüll achtlos in ein marodes Salzbergwerk zwischen Braunschweig und Wolfenbüttel zu werfen – und bis heute leiden die Anwohner an den Folgen.

 

  • Keine Mogelpackung “Lex Asse”!
    23. November 2012 – Das Anliegen der Rückholung des Atommülls aus der Asse droht durch eine überhastete Novelle des Atomgesetzes ins Gegenteil verkehrt zu werden: Wenn in Kürze das Atomgesetz geändert wird, um die Rückholung des Atommülls aus der Asse zu beschleunigen, muss darin die Rückholung des Atommülls als Ziel eindeutig festgeschrieben werden. Dies fordert der Asse II-Koordinationskreis, der Zusammenschluss von Bürgerinitiativen, Gruppen, Organisationen und Einzelpersonen, anlässlich der anstehenden Gesetzesberatungen.

 

  • “Asse hätte nie Atomendlager werden dürfen”
    19. Oktober 2012 – In dem ehemaligen Salzbergwerk Asse bei Wolfenbüttel hätte nach den Erkenntnissen des Untersuchungsausschusses in Hannover niemals ein Atomendlager eingerichtet werden dürfen. Alle Parteien fordern nun die Bergung der 126.000 Fässer. Doch die kommt nicht vorran.

 

  • BfS prüft Verbleib von Atommüll in der Asse
    4. Oktober 2012 – Am 19. September hat das Bundesamt für Strahlenschutz laut Spiegel einen Auftrag erteilt, den langfristigen Verbleib des Atommülls im havarierten Atommüllendlager Asse-2 zu prüfen. Es wäre “für alle erfreulich”, wenn man den Atpmmüll doch in der Asse lassen könnte, so eine Sprecherin des BfS. Bislang bekräftigten das Bundesamt und die Politik immer, die Bergung der 126.000 Fässer habe oberste Priorität. Nun verspielt das Bundesamt für Strahlenschutz das letzte Vertrauen der Menschen in der Region, wenn es nicht mit Hochdruck an einer Rückholung arbeitet.

 

Quellen (Auszug): telepolis.de, reuters.com, asse-gmbh.de, ndr.de, dpa; 30.11.2012

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