contrAtom
contrAtom ist ein unabhängiges Informationsnetzwerk gegen Atomenergie und setzt sich für den sofortigen Ausstieg aus der Nutzung der Atomenergie ein. Wir informieren über die Kehrseite einer Energieform, die nur für wenige Jahrzehnte existieren kann und uns großen Gefahren aussetzt. Wir recherchieren und veröffentl... mehr »Pumpen statt Fluten! 20.000 Unterschriften gegen die Flutung der Asse-2!
Im Januar 2010 hat die Bundesregierung versprochen, den Atommüll aus der Asse zu bergen. Seitdem ist nichts passiert – im Gegenteil wird weiter die Flutung und damit der endgültige Verschluss des Bergwerks vorbereitet. Wir fordern: Pumpen statt Fluten! Der Koordinationskreis Asse-2 hat eine Kampagne gestartet: 20.000 Unterschriften in 20 Tagen.
Ein verformtes, durchfeuchtetes Salzbergwerk ist der denkbar schlechteste Ort, um Atommüll zu lagern. Deshalb musste die Bundesregierung 2009 eingestehen, dass es ein Fehler war, Atommüll in Asse II im Kreis Wolfenbüttel einzulagern. Sie hat im Januar 2010 versprochen, den Müll aus der Asse wieder herauszuholen. Der Bundesumweltminister bestätigte dieses Versprechen am 12. März 2012 vor laufenden Kameras.
Die Taten von Bund, Land und Betreiber sprechen allerdings eine andere Sprache:
- Ein Memorandum aus dem BfS prognostizierte, dass in den nächsten Monaten eine Sachlage eintreten würde, die es erfordern würde, von der Bergung Abstand zu nehmen. Am Ende heißt es: “Ich schlage vor, bereits jetzt alle fachlichen und kommunikativen Vorbereitungen für die Aufgabe des Projektes “Rückholung” zu treffen.”
- Nach wie vor betreibt der Bund den Versuch, einen sog. Langzeitsicherheitsnachweis für den Verbleib des Mülls in ASSE II errechnen zu lassen. Eine solche rechnerische Prognose soll mittels fragwürdiger Grundannahmen darstellen, dass die Freisetzung von Radioaktivität auf lange Sicht unter bestimmten Grenzwerten bleibt. Durch diesen “Nachweis” soll der Beschluss der Rückholung unterlaufen werden.
- Das Wichtigste: Das Land Niedersachsen fordert als Vorbedingung für das Öffnen der Atommüll-Kammern eine Notfallplanung für den Fall, dass plötzlich deutlich mehr Wasser ins Bergwerk läuft als bisher. Die einzige Maßnahme, die der Betreiber verfolgt, ist die Flutung der Asse. Dadurch würde es in nicht vorhersehbaren Zeiträumen an nicht bestimmbaren Orten in Norddeutschland zu nicht berechenbaren radioaktiven und chemotoxischen Kontaminationen kommen. Vorkehrungen, größere Mengen Wasser aus dem Bergwerk abzupumpen, werden nicht verfolgt.
Derzeit wird nur die Flutung der Asse vorbereitet, nicht die Rückholung.
Bis die Rückholung beginnen kann, sind vorbereitende Maßnahmen nötig, z.B. der Bau eines weiteren Schachtes, was nach aktuellen Schätzungen noch 8-15 Jahre dauern kann. In diesem Zeitraum könnte jederzeit geflutet werden, wenn die Vorbereitungen dafür getroffen sind.
Wir haben kein Vertrauen in Politik und Betreiber, dass mit aller Kraft auf die Bergung hingearbeitet wird. Wir befürchten vielmehr, dass die Flutung eingeleitet werden kann, indem man beliebige Phänomene als Notfall deklariert und die Flutung der Asse als “Notfallmaßnahme” umsetzt.
Die Unterschriften werden am 28. Juni in Berlin übergeben.
- Bundesumweltminister Altmaier besucht Asse II – Bundesamt für Strahlenschutz bereitet Flutung vor
31. Mai 2012 – Heute wird Bundesumweltminister Peter Altmaier die Schachtanlage Asse II besuchen. Atomkraftgegner rufen zu einer Mahnwache auf und fordern, dass mit der Atommüllbergung so schnell wie möglich begonnen werden muss.






Wir kämpfen momentan hier in Oberfranken gegen die Erweiterung des Atomkraftwerkes in Temelin / Tschechien. offenbar hat man von Tschernobyl und Fukushima nicht viel gelernt, und die Asse ist dabei eins der Paradebeispiele!
Infos zu den Einwendungen gegen das AKW Temelin:
Einwendungsfrist verlängert: Protest gegen AKW-Bau in Tschechien möglich - http://www.contratom.de/2012/06/11/einwendungsfrist-verlangert-protest-gegen-akw-bau-in-tschechien-moglich/
Vergiftetes und verstrahltes Schweine- und Rindfleisch
wird bestimmt der nächste Exportschlager in China.
Solange es kaum alternativen gibt, befürworte ich Atomkraft vor fossilen Energieträgern wie Kohle oder Gas. Ich glaube, dass es möglich ist, Atommüll sicher zu lagern und zu entsorgen, aber sicher nicht unter solchen Bedingungen.
@Bachsau
Sie glauben das es möglich ist Atomüll sicher zu lagern?
Glauben ist das Gegenteil von Denken.
Ich denke, es ist Menschen nicht moeglich Atommuell fuer den benoetigten Zeitraum sicher zu lagern. Wir sehen ja bei so etwas wie Asse II, was schon zu Zeiten passiert, in denen sich noch aktiv Menschen darum kuemmern. Es kommt wegen des Geldes zu solchen Aktionen wie hier.
Und jetzt rechnen wir mal in der Menschengeschichte soweit zurueck, wie der Atommuell strahlen wird. Einige Millionen Jahre beträgt die Halbwertszeit von radioaktivem Atommüll. In dieser Zeit wird so viel passieren, was dazu fuehrt, dass Atommuell vernachlaessigt wird ...
Physiker wollen nun die Strahlungszeit massiv verkürzen. Ich wuerde sagen: Erst verkuerzen, so dass in einem ueberschaubaren Zeitraum davon auszugehen ist, dass man den Muell los ist.
Erstaunlich wie lernresistent doch die Diplom-Bergingenieure sind. Wahrscheinlich haben sie ihren sämtlichen Verstand auf den Verbindungshäusern versoffen. Das erklärt auch die Fachkenntnisse, von denen sie in den Diplom-Prüfungen Zeugnis ablegen. Beispiel: "Erläutern Sie die Funktion eines Schraubenklassierers. " Antwort: "Der Schraubenklassierer sortiert Schrauben nach ihrer Länge und dem Durchmesser." (Klausur zur Vorlesung "Aufbereitung mineralischer Rohstoffe Teil I"). Als ob man nicht bei der Flutung vom Kaliwerk Ronnenberg gesehen hätte, was passiert, wenn der Gebirgsdruck nicht durch das Wasser abgefangen wird.
Diese bergmännischen Schwachköpfe haben bewusst die Bruchtektonik, bei der es zu Überkippungen (!) kam, der oberen Schichten in Asse II im wahrsten Sinne des Wortes vertuscht und damit verschwiegen, dass Wassereintritte sehr wohl möglich sind. Aber wo was reinläuft, kann ja nichts rauskommen, nicht wahr? Das lernt ein Geologe im ersten Semester, dass Quellen Anzeichen von tektonischen Störungen sind. Jetzt glauben diese selbstherrlichen Experten, dass die Asse II völlig dicht ist, die Fässer munter korrodieren dürfen, weil das kontaminierte Wasser niemals mehr an die Oberfläche, bzw. grundwasserführenden Schichten herankommt.
Da rächt es sich eben, dass ein Bergbaustudium nichts mit Naturwissenschaften gemein hat. Der Bergmann kennt die Brechbolzen an der Vollschnittmaschine auswendig, aber hat eben noch nie etwas von Diffusion, Kapillarkräften und Konvektionsströmungen gehört. Dafür "hält" man sich ja die entsprechenden Fachkräfte. Wenn es denn so wäre, aber eines verträgt der Bergingenieur nicht: Unwissen zugeben zu müssen. Das widerspricht seiner natürlichen Arroganz und Selbstherrlichkeit, die er nach seiner Fuxenzeit durch die Burschung ererbt. Darum ist er nicht nur vom lieben Gott verlassen, der von diesem Besserwissertum auch die Schnauze voll hat, sondern auch von den Leuten, die mit der Materie vertraut sind.
ASSE II ist die Geschichte von ungebrochener Selbstherrlichkeit, angefangen bei dem Herrn Borchert, der im Streitgespräch gern Telefone zertrümmerte, aber immerhin nur einen Versuchsbetrieb statt kommerzieller Deponie befürwortete und dem Herrn Kühn, der durch seine Verantwortungslosigkeit das heutige Desaster begründete. ASSE II steht für maßlose Borniertheit und bis heute andauernde Realitätsverweigerung.
Statt Flutung kann nur ein modifizierter Spülversatz helfen, bei gleichzeitiger Räumung der noch zugänglichen Kavernen. Ein totale Räumung ist illusorisch. In jedem Falle muss verhindert werden, dass die kritischen Bereiche weiter mit Wasser kontaminiert werden. Dann gibt es eine minimale Chance die Räumung der Region zu verhindern. Es sei denn, man setzt die Grenzwerte herauf und startet eine Propagandakampagne, die mit der Heilkraft des Radiums wirbt, wie vor 100 Jahren. Dann könnte die Region durch den zukünftigen Kurbetrieb sogar wirtschaftlich genesen.