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contrAtom ist ein unabhängiges Informationsnetzwerk gegen Atomenergie und setzt sich für den sofortigen Ausstieg aus der Nutzung der Atomenergie ein. Wir informieren über die Kehrseite einer Energieform, die nur für wenige Jahrzehnte existieren kann und uns großen Gefahren aussetzt. Wir recherchieren und veröffentl... mehr »

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21.09.2012, 22:24 Uhr

Stand der Dinge und Prognosen zum MOX-Transport

Die Proteste laufen an und die Informationslage verdichtet sich: Der erste Plutonium-Transport aus Sellafield mit Ziel AKW Grohnde wird am kommenden Wochenende abgewickelt. Ein Stand der Dinge mit Prognosen zum erwarteten Transport – und ein Aufruf zum Protest!

Atlantic Osprey

Wann genau der Frachter “Atlantic Osprey” im Hafen von Nordenham festmachen wird, ist unklar. Weder der Energiekonzern Eon, der das AKW Grohnde betreibt, noch das niedersächsische Innenministerium oder das Umweltressort äußern sich zur Ankunftszeit und Route nach Grohnde. Schließlich ist der Transport “geheim”, denn die Fracht hochbrisant. MOX in falschen Händen kann eine Katastrophe auslösen… Deswegen wurde wohl auch noch vor der Abfahrt aus dem Hafen Workington, nahe der Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield, das “AIS”-System ausgeschaltet, dass Schiffe auf See identifiziert. Es dient im Schiffsverkehr der Sicherheit – doch auf diese wird für den Atomtransport verzichtet. Nach Angaben des niedersächsischen Verkehrsministeriums in der HAZ muss der MOX-Frachter sein AIS-Signal sobald er niedersächsische Gewässer erreicht, wieder einschalten. Mit Sicherheit wird das Schiff aber erst in Nordenham anlanden, wenn die Logistik an Land steht.

Ein Großaufgebot von Polizei, zu Wasser und zu Land, sollen den Atomtransport schützen. Die Polizei in Oldenburg, die die Führung übernimmt, geht von einem mehrtägigen Einsatz aus. Für das kommende Wochenende haben die Beamten im Weserkreis Urlaubssperre. Der Einsatz soll am Samstag morgen um 6.00 Uhr beginnen. Die Wasserschutzpolizei wird das Schiff durch deutsche Gewässer bis nach Nordenham geleiten. An welchem Anleger es festmachen wird, wollte Polizeisprecherin Britta Breuers der Deutschen Presseagentur nicht verraten. Allerdings gibt es in Nordenham mit dem “Midgard”-Anleger nur eine baulich sinnvolle Möglichkeit für das “Roll on/Roll off”-Schiff, anzulanden.

2005: Castortransport nach Ahaus mit Polizeieskorte

2005: Castortransport nach Ahaus mit Polizeieskorte

Von Nordenham könnte es recht zügig weiter gehen. Denn die Brennelemente befinden sich bereits auf Transportfahrzeugen und müssten nicht mehr umgeladen werden. Die Route führt über die Autobahn, welche Strecke der Transport nimmt ist nicht bekannt. Sicher ist aber, dass er von einem Tross Polizei begleitet wird, denn auch entlang der Autobahn sind Protestaktionen angekündigt.

Eine “sinnhafte” Zeitplanung hinsichtlich der Logistik an Land wäre ein Eintreffen des Schiffs in der Nacht von Samstag auf Sonntag in Nordenham, am Sonntag morgen wird sobald es hell ist der Straßentransport ins etwa 250 Kilometer entfernte Atomkraftwerk Grohnde durchgeführt. Mithilfe parallel fahrender Einsatzfahrzeuge kann der Spezial-LKW die Strecke recht zügig fahren. Grund für dieses Zeitfenster ist das geringe Verkehrsaufkommen, durch kurzfristige Sperrungen zu Zeiten von Berufsverkehr wären die Behinderungen sonst immens.

“Wir rufen zu Protesten gegen diese MOX-Transporte auf, weil die Herstellung, der Transport, der Einsatz der Brennelemente im Reaktor und die Entsorgung die Probleme mit der Atomenergie und das Risiko unnötig erhöhen”, so Jan Becker von contrAtom. “Plutonium ist ein Ultragift von dem geringste Mengen ausreichen, Krebs auszulösen. Dieser Stoff muss als gefährlichste Altlast aus Atombomben und Atomkraftwerken sofort aus den industriellen Kreisläufen entfernt werden. Denn der Missbrauch oder ein Unfall hätten verheerende Folgen. Deutschland muss – wie aus der Atomkraft – sofort aus der MOX-Nutzung aussteigen!”

In Nordenham wird das Schiff mit Aktionen empfangen werden, entlang der Transportstrecken und vor dem AKW Grohnde sind Atomkraftgegner, die gegen diese gefährliche Fracht protestieren. Seit heute abend, 18.00 Uhr findet vor dem AKW bis nach Ankunft des LKW eine Dauermahnwache statt. Am Sonntag wurde ein “Protestpaddeln” auf der Weser angemeldet.

  • MOX-Transport nach Nordenham: Polizei befürchtet Trecker-Blockaden
    21. September 2012 – Hoch umstrittener Schiffstransport mit plutoniumhaltigen Brennelementen (MOX) auf dem Weg nach Nordenham / Sonntag, 13.30 Uhr Protest-Paddeln auf der Weser und Demonstration direkt am RoRo-Anleger der Firma Rhenus Logistics in Nordenham, dort legt die Atlantic Osprey mit den MOX-LKWs an und fährt auf der Straße direkt durch die Stadt Nordenham über Bremen und Hannover (mögliche Route auf der Straße) zum Atomkraftwerk Grohnde bei Hameln.
  • Protest-Paddeln gegen MOX auf der Weser
    19. September 2012 – Für Sonntag, 23.9., rufen Atomkraftgegner zu einem “Protestpaddeln” auf der Weser, nahe des Umschlagplatzes für den LKW vom Schiff aufs Land auf. Anlass ist der erwartete Plutonium-Transport aus England zum AKW Grohnde. Bislang liegt das Schiff im engländischen Hafen Workington.
  • MOX-Schiff hat englischen Hafen verlassen
    19. September 2012 – Das Plutonium-Transportschiff “Atlantic Osprey” hat nach Angaben von Atomkraftgegner den englischen Hafen Workington verlassen. Ob die angekündigte Überführung eines LKW, der MOX-Brennelemente für das deutsche AKW Grohnde geladen hat, stattfindet oder nicht, ist bislang nicht bekannt. Nach Angaben der Stromkonzerne sind noch etwa 100 derartige Transporte geplant. Entlang der Transportstrecken in Deutschland kündigen zahlreiche Initiativen Proteste an.

Quellen: twitter.com/mox_ticker und /castorticker; dpa; eigene Recherchen; 21.09.2012 22:00 Uhr

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