Klimaclub - Gutes Klima selber machen

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Klimaclub - Gutes Klima selber machen

- eine Kampagne für Klimaschutz und Energieautonomie im Nürnberger Land. Nach dem Flop von Kopenhagen ergreifen wir unter dem Motto Global denken - lokal handeln Eigeninitiative. Wir möchten Anregungen geben und Kampagnen anstoßen, die den Schutz des Klimas in unserer Region voranbringen. Angestrebt wird die Energi... mehr »

Adresse:

91217
Hersbruck
03.07.2011, 17:37 Uhr

Frage an den Klimaclub (2)

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Ökostrom - wirklich ein Preistreiber?

In den letzten 10 Jahren hat sich der Strompreis nahezu verdoppelt. Weit verbreitet ist die Meinung, dass für den Großteil der Strompreiserhöhungen das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) mit seiner Förderung der regenerativen Energien, wie Photovoltaik, Windkraft u.a., verantwortlich ist.
Was ist dran an dieser Behauptung? Das Umweltbundesamt, Deutschlands zentrale Umweltbehörde, deren Aufgabe es auch ist, die Bundesregierung in Umweltfragen zu beraten, hat in einer Veröffentlichung vom März dieses Jahres dargelegt, dass die EEG-Förderung in Form einer Einspeisevergütung nur einen sehr geringen Anteil (etwa 10 %) an den Strompreissteigerungen der letzten Jahre hat. Auch die unter Hinweis auf diese Förderung von vielen Stromanbietern im Jahr 2011 vorgenommenen, erheblichen Strompreiserhöhungen, bezeichnete das Umweltbundesamt als nicht gerechtfertigt: Der EEG-Umlage stehen erhebliche Kostensenkungen bei der Strombeschaffung gegenüber, die gerade auch dem Ausbau und der Einspeisung der Erneuerbaren Energien zu verdanken sind. Diese Kostensenkungen haben die meisten Stromversorger jedoch nicht an die Verbraucher weitergegeben, was in den vergangenen Jahren vor allem bei den grossen Stromkonzernen (RWE, E.ON, Vattenfall und EnBW) zu Traumgewinnen in Milliardenhöhe geführt hat. Da der Wettbewerb auf dem Strommarkt leider immer noch sehr unzureichend funktioniert, ruft auch das Umweltbundesamt die Verbraucher auf, den Stromanbieter zu wechseln, wobei durchaus auch Angebote von Ökostromanbietern zu Kostensenkungen für den Verbraucher führen können. Darüberhinaus weist die Behörde darauf hin, dass Atomstrom nur deshalb günstig ist, weil hier in Milliardenhöhe direkte und indirekte Subventionen geleistet werden, wozu auch die weitgehende Haftungsfreistellung im Falle eines grossen  Atomunfalls gehört, der - nicht anders als in Japan - letztlich von der Allgemeinheit getragen werden muss. Ohne diese Verzerrung wäre Ökostrom heute längst wettbewerbsfähig - ganz abgesehen davon, dass wegen des unbestreitbaren Umweltvorteils und der absehbar zu Ende gehenden fossilen Energieträger (Öl, Gas, Kohle, Atom), Ökostrom die sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich sinnvollste Art der Energiegewinnung ist.
Der "Klimaclub Hersbruck", der es sich auch zur Aufgabe gesetzt hat, die Wende hin zu Erneuerbaren Energien zu unterstützen, gibt Informationen zum Wechsel und zur Wahl des geeigneten Ökostromanbieters.

Weitere Infos:
www.umweltbundesamt.de/energie
Stromwechsel im Überblick: www.atomausstieg-selber-machen.de

am/klimaclub

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(Der Tag der Arbeit ist am ersten ...)