Kameradisten

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Kameradisten

Der Kameradistinnen sind eine freie Assoziation für Dokumentarfilm und Dokumentarfotografie mit einem kritischen Bewusstsein für Politik und Gesellschaft. www.kameradisten.de / .org / .com mehr »
13.11.2012, 14:34 Uhr

"Woher nehmt ihr nur all den Mut?"

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Dokumentarfilme über ferne Realitäten sind ja meist eine Art Einbahnstraße. Sie werden an einem Ort gefilmt und dann beim Publikum abgesetzt. Mit eurer Hilfe kann das auch mal anders laufen. 

Dazu haben wir gestern (13.11.2012) ein Crowdfunding auf Inkubato gestartet

Wir sind die Kameradistinnen, eine Berliner Gruppe für Dokumentarfilm. Dieser Link führt euch zu unseren Namen und Gesichtern und Lebensläufen. Aber wir wollen nicht soviel über uns reden. Wir wollen euch erzählen, was wir vorhaben. Mit eurer Hilfe möchten wir unseren Kinofilm Sachamanta zurückbringen an seinen Handlungsort und darüber erneut einen Dokumentarfilm drehen. Eigentlich haben wir auch keine Wahl. Wir müssen das tun. Warum? Eins nach dem Anderen. Wir erzählen euch zunächst von Sachamanta.

Sachamanta (Termine hier) nimmt euch mit in den Norden von Argentinien. Dort kämpft die Bewegung MoCaSe-Via Campesina (Bewegung der Kleinbauern) gegen Landgrabbing. Landraub ist bekanntlich eine miese Praxis, die überall auf der Erde die Lebensgrundlagen von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern bedroht und das ökologische Gleichgewicht zerstört.

Doch in der Region Santiago del Estero haben sich die Campesinos im Kampf gegen große Konzerne wie Monsanto & Co. niemals die Butter vom Brot nehmen lassen. Diese Leute haben bislang jeden einzelnen Quadratmeter Land immer wieder zurückerobert. Sie haben dazu weder Waffen noch Gewalt gebraucht. Ihr Geheimnis ist die Kommunikation.

Schrittweise schufen die Menschen der Bewegung eine mediale Macht. Sie taten das in einem Landstrich, in dem es kaum Internet gibt, selten überhaupt Strom existiert und der Handyempfang durchweg schlecht ist. Die Menschen der Bewegung errichteten 5 Radiostationen - eine davon solarbetrieben. Diese untereinander vernetzen Stationen ermöglichen den unzensierten Austausch von Informationen über die Weite des dünn besiedelten Landes. Soll nun einem Campesino der Boden genommen werden, erscheinen bald darauf Tausende am Ort des Geschehens und unterbinden den Landraub. Wird Jemand bedroht oder schikaniert, dann gibt es dafür sofort eine Öffentlichkeit und Hilfe und Unterstützung für die Bedrohten. Von diesen Menschen handelt unser Film Sachamanta.

Was ist Espejo?

Als wir Sachamanta drehten, haben uns die Campesinos um etwas gebeten. Sie wollten wissen, was die Menschen in der Bundesrepublik und in Europa empfinden und denken werden, wenn sie den Film sehen. Wir versprachen daraufhin, den fertigen Film und die Gedanken und Emotionen der Zuschauer nach Santiago del Estero zurückzubringen - und über diese Rückkehr einen neuen Film zu drehen.

Wir haben diesem Film-Projekt den Arbeitstitel "Espejo" (Spiegel) gegeben. Viele Zuschauerinnen und Zuschauer haben uns in der Bundesrepublik nach dem Kinobesuch geschrieben oder Audios zugesandt. Wir haben auch Filmaufnahmen von Vorführungen. Das alles sind noch unveröffentlichte Botschaften an die Campesinos. In Ihnen steckt Bewunderung und Lob. Auch Skepsis ist zu lesen. Aber in den Botschaften steckt vor allem viel neu gefasste eigene Hoffnung. Eine Frage an die Campesinos wurde immer gestellt: "Woher nehmt ihr nur all den Mut?"

Espejo wird davon erzählen, wie die Campesinos diese Botschaften annehmen und was sie zu sagen haben. Wie schon bei "Sachamanta" werden wir auch bei „Espejo" stille BeobachterInnen sein und uns (bei Dreh und Schnitt ) um Echtheit und Realität bemühen.

Was brauchen wir und warum?

Wir brauchen euch. Nicht so sehr eure "Mücken", sondern zunächst einmal Eure Verteilungskraft.

Stellt Euch vor, eine Crowdfundingaktion erreicht über Mail, Twitter und Facebook die Zahl von nur 10 000 Menschen und nur jeder Zehnte entschließt sich, nur 5 Euro für ein Projekt zu geben. Dann bedeutet das bereits Einnahmen von 5000 Euro. Darin liegt die Kraft des Crowdfunding. Doch 10 000 Menschen muss man erst einmal erreichen.

Genau Du bist nun - nennen wir es einfach - Mensch Eins. Wenn Du 10 Leuten von dem Vorhaben erzählst und 5 Interesse daran haben und zwei davon erzählen, dann berichten mit Dir zusammen nun drei Menschen von der Sache. Im nächsten Schritt sind es schon sieben. Im nächsten Schritt sind es ... das Prinzip ist klar und es kann schnell gehen und es ist wie mit dem berühmten Gleichnis von den Reiskörnern auf dem Schachbrett.

Also, Lieber Mensch Eins - folge doch bitte diesem Link zur Inkubatoplattform, lies dich ein und mach' Dich stark für Espejo!

Ach, es gibt so viele gute Filmprojekte...

Genau. Das stimmt. Und jedes hat seine eigene lange Geschichte. Keine Geschichte ist wie die zweite. Die von Espejo beginnt hier. Mit Dir.

Ein kleines FAQ zum Crowdfunding findest du hier. Mehr zu uns, zu Sachamanta, zu Espejo und zu der wichtigen Frage, warum das Kämpfen lohnt, gibt es unter: www.kameradisten.org

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(Wir nannten ihn Birne - eigentlich heißt er Helmut ...)