Mein Herz schlägt links

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Mein Herz schlägt links

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28.12.2016, 10:52 Uhr

Schmidt will "vegane Currywurst" verbieten

 

Sönke Paulsen, Berlin

 

Passend zur Grünen Woche vom 20.-29. Januar 2017 hat unser Bundesfleischminister Christian Schmidt schon einmal ein Verbot für vegane Currywurst und veganes Schnitzel gefordert.

 

Die Kennzeichnung als veganes Schnitzel, Frikadelle oder Wurst sei irreführend, weil schließlich kein Fleisch drin sei. Allerdings sind Schnitzel, Frikadelle und Wurst keine geschützten Begriffe der deutschen Fleischindustrie, weshalb jetzt vermutlich die Idee eines Verbotes gekommen ist, um diese Produkte vom Markt zu entfernen.

 

In einem Interview mit der Bildzeitung geht Schmidt aber noch weiter. Er ächtet vegane Ernährung gewissermaßen, indem er sie als gesundheitsschädlich, als so genannte Mangelernährung, die besonders für Kinder schlecht sei, darstellt.

 

Die Mangelernährung bestünde darin, dass Eisen, Calcium und Vitamin B12 fehle.

 

Machen wir den Faktencheck. Einhundert Gramm Edamer-Käse enthält mehr Vit. B12 (2,1 Mikrogramm) als einhundert Gramm Rinderfilet (2,0 Mikrogramm), unser Hauptlieferant für Calcium ist Milch und nicht Fleisch. Eisen findet sich überwiegend in Blattgemüse (Spinat) daher wird es vor allem Kindern, seit vielen Jahrzehnten, gern zum Essen gegeben.

 

Rein vegane Ernährung schließt allerdings Milch und Käse aus, soweit vom Tier entnommen. Pflanzliche Milchprodukte natürlich nicht. Dennoch gibt es Ernährungsengpässe für echte Veganer und ihre Kinder im Bereich Calcium und Vitamin B12, was auch in Studien nachgewiesen wurde. Für Vegetarier (also Menschen, die keine Tiere essen) gilt das aber nicht.

 

Keine Argumente für Fleisch und erst recht keine für die Fleischindustrie

 

Unterm Strich gibt es zwar Probleme mit der veganen (nicht vegetarischen) Ernährung, aber kein einziges Argument für Fleisch, auch nicht bei Kindern. Fleisch liefert keine der angegebenen Stoffe exklusiv, nicht einmal überwiegend. Milchprodukte und Gemüse sind hier wesentlich effektiver.

 

Das einzige Argument für Fleisch besteht im Erhalt und der Förderung der Fleischindustrie, die in Deutschland besonders stark ist. Große Veredelungsbetriebe sind das Rückgrat der deutschen Landwirtschaft und werden darüber hinaus massiv aus Brüssel subventioniert.

 

Nebenbei machen unsere Fleischexporte die Märkte in schwachen Drittländern kaputt und zerstören die Agrarinfrastruktur besonders in vielen afrikanischen Staaten, welche von der EU quasi zur Öffnung ihrer Märkte für europäische Agrarprodukte, insbesondere Geflügelprodukte, erpresst wurden.

 

Problem Massentierhaltung in Deutschland

 

Indirekt ist das eine Folge der Massentierhaltung in Deutschland, die erhebliche Überkapazitäten und das Problem einer lückenhaften Verwertungskette zur Folge hat(hoher Anfall von unerwünschten Fleischprodukten, die auf dem deutschen Markt schlecht verkauft werden können und daher exportiert oder vernichtet werden müssen).

 

Übrigens macht die Massentierhaltung auch die kleinen bäuerlichen Betriebe kaputt, welche sich auf ein vernünftiges Maß der Fleischproduktion orientiert haben und dies mit hoher Qualität auf den Markt bringen. Schwer vorzustellen, dass sich solche echten Bauern von den propagandistisch wirkenden Äußerungen des Ministers vertreten fühlen.

 

Ob man deshalb die Leser der Bildzeitung so massiv hinters Licht führen darf, wie es der Bundesagrarminister jetzt getan hat, muss jeder für sich bei der nächsten Wahl entscheiden.

 

Ein starkes Stück Manipulation ist das aber schon.

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