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31.07.2016, 15:48 Uhr

Mit allen Mitteln! Neocons wollen in Washington an die Macht

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Mit Hilary Clinton kommen die amerikanischen Neocons erstmals nach der Bush-Aera wieder and die Macht. Sie haben nur ein Problem, die E-Mail-Affäre Clintons und der Demokraten.

In Deutschland wäre etwas los, wenn Hacker plötzlich ein 200 Seiten starkes Dossier über die persönlichen und politischen Angriffspunkte eines Kanzlerkandidaten veröffentlicht hätten. In den USA ist das fast normal, jeder erwartet, dass persönliche Schwachpunkte, die auch weit unter der Gürtellinie liegen dürfen, vom politischen Gegner ausgespäht und beizeiten genutzt werden.

Dennoch fällt auf, dass dieses Dossier der National Democratic Committee der Demokratischen Partei also, das Schwachpunkte von Donald Trump auch im ganz persönlichen Bereich auflistet und ausführt, von den deutschen Medien, aber auch von englischen Medien wie dem Guardian geradezu verharmlost wird. Es wird sogar die Echtheit des Dokumentes bezweifelt, wie ein Spiegelartikel vor kurzem implizierte. Tatsächlich aber dürfte das Dokument echt sein.

Die Amerikaner lieben Kompromat

Es mag dabei auch niemanden mehr wirklich aufregen, dass in dem Trump-Dossier der Demokraten unter Hilary Clinton, Angriffsmöglichkeiten aufgeführt werden, die mit politischer Korrektheit überhaupt nichts mehr zu tun haben. Da wird auf Trumps vermeintlich hohes Alter abgehoben, auf die „verschwiegene“ Tatsache, dass sein Vater jenseits der 80er eine Alzheimer-Erkrankung entwickelt hat. Gleichzeitig werden mögliche genetische Risiken des Präsidentschaftsbewerbers in den Raum gestellt, die bei einer so späten Manifestation der Alzheimer-Erkrankung schlicht und einfach keine Rolle mehr spielen. Aber man kann es ja mal versuchen! Des Weiteren wird Trump sexuelles Fehlverhalten vorgeworfen, die dreißig Jahre alte Behauptung der Ex-Frau Ivanka hervorgeholt, sie sei von ihrem Mann vergewaltigt worden. Nebenbei ging es damals um die Höhe von Ivanka Trumps Abfindung während der Scheidung des Paars.

Wie auch immer. Die Amerikaner lieben Kompromat und setzen es, wo immer möglich, gegen ihre Gegner ein. Das ist so. Warum das aber von unseren Medien mehr oder weniger unkritisch mitgemacht wird, steht auf einem anderen Blatt.

Trump produziert seine eigenen Skandale – Clinton hat die E-Mail-Affäre

Während Trump also als „Skandalpersönlichkeit“ durch den amerikanischen Wahlkampf geistert, hat Clinton ein viel gravierenderes Problem. Ihre Verstrickungen in Fehler der amerikanischen Außenpolitik werden auch durch die Hacker-Angriffe gegen die amerikanischen Demokraten immer deutlicher. Aus den bei Wikileaks veröffentlichten Clinton-Mails geht ziemlich eindeutig hervor, dass sie den Sturz Gaddafis unterstützt und eine militärische Intervention der USA in Libyen ebenso favorisierte, wie die Bewaffnung teils extremistischer Rebellen in Syrien. Ihr wird auch vorgeworfen, bei den etwa 340 Drohnenangriffen Obamas in Pakistan, Zustimmungen zu konkreten Exekutionen (Absprache zwischen CIA und State Departement) auf ihrem Privathandy erteilt zu haben. Ihre mangelnde Professionalität als Außenministerin, die fehlende Loyalität gegenüber Obama und die Impulsivität, in der sie militärische Interventionen vertrat, wurden nur von ihrem missionarischen Interventionismus übertroffen.

Email-Affäre Clintons weist auch auf Komplott der Neocons hin

Clinton hat nämlich noch eine viel größere Bedrohung für die Welt in der Hinterhand. Aus den Wikileaks-Mails gehen auch eine Reihe von Kontakten mit amerikanischen Neokonservativen hervor, die im Falle des Chefdenkers der Neocons, Robert Kagan, zu offener Sympathie und Unterstützung seiner Position gegenüber Obama führten. Kagan vertritt die Position, dass Amerika in einer destabilisierten Welt die Chance und Aufgabe hat, den Globus nach liberal-demokratischen Prinzipien zu formen und das auch mit Waffengewalt. Ein Brief Kagans an Obama, den er zu Beginn der zweiten Präsidentschaft 2013 übersandte und der sich auch in Clintons Email-Sammlung wohlwollend kommentiert von ihrem Mitarbeiter Sullivan, befindet, belegt diese Stoßrichtung der amerikanischen Neocons.

In Amerika ist es inzwischen ein offenes Geheimnis, dass die Neokonservativen, die ihre „große Zeit“ unter G.W.Bush hatten und alle kriegerischen Aktivitäten, insbesondere den Irakkrieg massiv forciert haben, nun in die demokratische Partei streben, weil sie bei den Republikanern den „traditionell Konservativen“ unterlegen sind, die einen forcierten Interventionismus eher ablehnen und Amerika in die Position eines weniger aggressiven Multilateralismus zurückführen wollen.

Clinton ist faktisch die Anführerin der Neocons in beiden Parteien-bei den Demokraten und den Republikanern

Hilary Clinton ist dabei derzeit die eindeutige Führerin der Neokonservativen in beiden Parteien! Sie hat sowohl die neokonservativen Demokraten, als auch die neokonservativen Republikaner hinter sich. Damit ist sie in der Position, das Zweiparteien-System in Amerika aushebeln zu können.

Kleine Benerkung am Rande: Im Dossier wird Trump sein häufiger Parteinwechsel vorgeworfen. Die Neokonservativen sind genau dafür in Amerika bekannt. Erst waren sie bei den Demokraten, dann bei den Republikanern und jetzt flüchten sie wieder zu den Demokraten!

Donald Trump, der republikanische Präsidentschaftskandidat hat also sowohl bei den Republikanern, als auch bei den Demokraten die Neokonservativen gegen sich und damit nur äußerst geringe Chancen, die amerikanischen Präsidentschaftswahlen zu gewinnen.

Dieser Komplott der Neocons, wenn er denn Erfolg hat, würde nach Obama eine erhebliche Verschärfung der amerikanischen Außenpolitik mit sich bringen und könnte uns Europäer in massive Schwierigkeiten bringen. Übrigens wird die Ehefrau des Chefdenkers der Neocons, Robert Kagan, und Clinton-Mitarbeiterin im State-Department als neue Außenministerin unter Clinton gehandelt. Victoria Nuland ist uns als eine der maßgeblichen „Maulwürfe“ bekannt, die am amerikanischen Präsidenten vorbei, den Umsturz in Kiew mitorganisiert hat. Ein Schelm, der bei dieser Aktion an die Neocons denkt, auch wenn diese von Brennan (CIA) bis McCain (Republikanischer Senator) ständig in Kiew präsent waren. Nuland dürfte als Außenministerin die Inkompetenz von Clinton noch überbieten und vermutlich auch deren missionarischen Eifer.

Eine gute Übersicht über die Neocons in Amerika gibt der englischsprachige Wikipedia-Artikel.

Die Tatsache, dass die deutschen Medien massiv Hilary Clinton unterstützen, spricht für eine erhebliche Dominanz, welche die Neokonservativen auch in Deutschland entwickelt haben. Über diese interventionistisch neokonservativen Umtriebe in Deutschland, die sich besonders bei den Grünen finden, habe ich in meinem Artikel „Die große Freiheitsparty des Westens“ anlässlich der Ukraine-Krise, bereits berichtet.

 

Sönke Paulsen, Berlin

1 Kommentar
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Kommentar von Frank N.
01.08.2016, 07:33 Uhr

Nachwuch droht Gehalt auf Hartz-4-Niveau

Ende der Wohlstands-Ära: Die Jungen werden ärmer als ihre Eltern

http://www.stern.de/wirtschaft/geld/mckinsey-studie--die-jungen-werden-aermer-als-ihre-eltern-6971346.html

oder auch ganz lecker: Verarmung als Megatrend - siehe auch: https://www.berlinjournal.biz/verarmung-kinder-aermer-als-eltern/

Laut Politik müsse man sich "integrieren" (nach Definition der Politik was das denn angeblich sei). Dazu braucht es in der heutigen Zeit üppige Geldmittel, die die meisten Leute, die angeblich "nicht integriert" sind (auch sehr viele Deutsche).

Auf einen Zusammenhang stieß die britische Soziologin Marii Peskow in der European Social Survey (ESS): Demnach sei die Bereitschaft zur Wohltätigkeit in egalitären Gesellschaften deutlich schwächer ausgeprägt, als in solchen mit großen Einkommensunterschieden. Die Erklärung dafür liege im sozialen Statusgewinn, den Wohlhabende in ungleichen Gesellschaften erfahren würden, wenn sie Schwächere unterstützten. In egalitären Gesellschaften herrsche hingegen das Bewusstsein vor, dass dank des Sozialstaats für die Schwachen schon gesorgt sei.

Faulheit gilt in den westlichen Industrienationen als Todsünde. Wer nicht täglich flott und adrett zur Arbeit fährt, wer unbezahlte Überstunden verweigert, lieber nachdenkt als malocht oder es gar wagt, mitten in der Woche auch mal bis mittags nichtstuend herumzuliegen, läuft Gefahr, des Schmarotzertums und parasitären Lebens bezichtigt zu werden.

Nein, stopp: Nur die armen Arbeitslosen fallen in die Schublade »Ballastexistenz«. Millionenerben, Banker- und Industriellenkinder dürfen durchaus lebenslang arbeitslos und faul sein. Sie dürfen andere kommandieren, während sie sich den Bauch auf ihrer Jacht sonnen.

Früher glaubten viele Menschen an einen Gott. Wie viele heute noch glauben, da oben säße einer, der alles lenke, weiß ich nicht. Das ist auch egal. Gottes ersten Platz hat im modernen Industriezeitalter längst ein anderer eingenommen: Der »heilige Markt«. Der Finanzmarkt. Der Immobilienmarkt. Der Energiemarkt. Der Nahrungsmittelmarkt. Und der Arbeitsmarkt.

Der Arbeitsmarkt ist, wie der Name schon sagt, zum Vermarkten von Arbeitskraft da. Wer kein Geld und keinen oder nur sehr wenig Besitz hat, verkauft sie. Die Eigentümer der Konzerne konsumieren sie, um daran zu verdienen. Das geht ganz einfach: Sie schöpfen den Mehrwert ab. Sprich: Der Arbeiter bekommt nur einen Teil seiner Arbeit bezahlt. Den Rest verrichtet er für den Gewinn des Unternehmers.

Arbeit verkaufen, Arbeit konsumieren: So geschieht es seit Beginn der industriellen Revolution. Denn Sklaverei und Leibeigenschaft wurden ja, zumindest auf dem Papier, abgeschafft.

Solange Furcht vor Strafe, Hoffnung auf Lohn oder der Wunsch dem Über-Ich zu gefallen, menschliches Verhalten bestimmen, ist das wirkliche Gewissen noch gar nicht zur Wort gekommen. (VIKTOR FRANKL)

Die Todsünde der Intellektuellen ist nicht die Ausarbeitung von Ideen, wie fehlgeleitet sie auch sein mögen, sondern das Verlangen, diese Ideen anderen aufzuzwingen (Paul Johnson)

Der Teufel hat Gewalt, sich zu verkleiden, in lockende Gestalt... (Shakespeare)

Das Heimweh nach der Barbarei ist das letzte Wort einer jeden Zivilisation (Cioran)

Alle Menschen sind klug - die einen vorher, die anderen nachher (Voltaire)

Die Gefahr ist, dass die Demokratie zur Sicherung der Gerechtigkeit für diese selbst gehalten wird (Frankl)

Absolute Macht vergiftet Despoten, Monarchen und Demokraten gleichermaßen (John Adams)

Moral predigen ist leicht, Moral begründen schwer (Schopenhauer)

Unser Entscheiden reicht weiter als unser Erkennen (Kant)

Denn mancher hat, aus Furcht zu irren, sich verirrt (Lessing)

Die Augen gingen ihm über, so oft er trank daraus... (Goethe)

Immer noch haben die die Welt zur Hölle gemacht, die vorgeben, sie zum Paradies zu machen (Hölderlin)

So viele Gefühle für die Menschheit, dass keines mehr bleibt für den Menschen (H. Kasper)

"Die Dummheit von Regierungen sollte niemals unterschätzt werden" (Helmut Schmidt)

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