Mein Herz schlägt links

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Mein Herz schlägt links

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09.02.2013, 23:36 Uhr

Angela Merkel - ein europäisches Menetekel

Psychologie. Die Kanzlerin schafft es, dass für ihre kapitalistische Schockpolitik andere den Kopf hinhalten.

Dennoch müssen wir s i e los werden und nicht ihre Minister!

Man muss schon lange suchen, um in einer einzigen Legislaturperiode so viele gefallene Minister eines Bundeskabinetts zu entdecken, wie unter der jetzigen Bundesregierung. 

Zwar hatte das 4 Kabinett Kohls und das erste Kabinett Schröders eine ähnlich hohe Fluktuation, allerdings unter weit weniger dramatischen Umständen, wenn man vom Ausstieg Oskar Lafontaines als Finanzminister und aus der SPD einmal absieht.

Ein besonderer Fall, weil es hier um einen grundsätzlichen Richtungswechsel sozialdemokratischer Politik ging, welcher für die SPD und unser Land weitreichende Folgen hatte.

Merkel aber verschleißt ihr Kabinett und das kann man ihr noch nicht einmal vorwerfen.

Denn Angela, „die Unschuld vom Kanzleramt“  bezahlt für ihre Politik nicht mit eigenem Reputationsverlust, sondern mit dem Blut ihrer Minister.

Dazu kommen noch zwei gefallene Bundespräsidenten in nur einer Legislaturperiode.

Wer sich den nationalen Regierungsstil unserer Bundeskanzlerin anschaut stellt unweigerlich fest, dass Merkel nicht regiert, sondern regieren lässt.

Ganz im Unterschied zu ihrer europäischen Linie.

Frei nach dem alten griechischen Motto: Im Verborgenen mögest Du leben, lässt Merkel mal den Koalitionspartner und mal die eigenen Minister die Unannehmlichkeiten einer neoliberalen Politikrichtung mit Sozial- und Demokratieabbau selber ausbaden, nachdem sie aber selbst Weisung erteilt hat.

Auch wenn sich die politische Wut in Kampagnen entladen hat, die gar nicht über die miese Politik der Regierung liefen, ist die Wut das Ergebnis dieser miesen und asozialen Politik, Merkels.

Nie hat ein Kanzler so konsequent auf dem Rücken seiner Minister regiert, wie Angela Merkel.

Nie ist dabei  so viel politisches Blut geflossen.

Natürlich hat alles seine Gründe.

Allein zwei aberkannte Doktorarbeiten waren dabei, ein Bombardement gegen Zivilisten in Afghanistan,  ein Bundespräsident hat sich verplappert und ein Zweiter hat sich verzockt, gefeuert wurde ein Umweltminister, als Sündenbock für eine doch nicht gewollte und deshalb verpatzte Energiewende.

Daneben noch diverse Umbesetzungen auf Grund von politischen Machtkämpfen überwiegend beim kleinen Koalitionspartner.

Dennoch ist Merkel trotz des alljährlichen Minister-Massakers politisch unbeschadet geblieben.

Das lag einzig und allein an der Euro-Krise.

Der Euro ist das Pfund mit dem Merkel auch bei der kommenden Bundestagswahl wuchern wird, denn sie gilt als unumstrittene Führerin der krisengeschüttelten Eurostaaten.

Auch das ist nicht ihr Verdienst, sondern eher der Skrupellosigkeit der Regierung Schröder geschuldet, die Deutschland brutal auf Erfolgskurs gebracht hat und dabei ganze Wählerschichten in den sozialen Absturz geschickt hat.

Auch hier profitiert Merkel vom Untergang eines anderen.

Denn Schröder hat für seine Agenda bezahlt und ist als Politiker bis in alle Zeiten abgeschrieben.

Auch seine Partei hat schwer geblutet.

Merkel aber ist oben auf.

Die Weltgeschichte ist nicht gerecht, denn Merkel hatte einfach Glück und wusste ihre Chancen zu nutzen.

Es sei ihr gegönnt.

Trotzdem bleibt die Frage, ob auch wir mit Merkel Glück haben.

Denn was sich derzeit anbahnt ist ein europäisches Fiasko im Bereich der Sozialstaaten, welches auch uns hart treffen wird.

Merkels Austeritätspolitik, die auf Sparkurs und Sozialabbau in ganz Europa zielt und in etwa Margret Thatchers Kurs in den Achtzigern ähnelt, wird nämlich nur durch den kontroversen Kurs der Europäischen Zentralbank ausbalanciert, man könnte auch sagen, kompensiert.

Denn der unbegrenzte Ankauf von Staatsanleihen bedrohter Regierungen führt dazu, dass sich die Abwärtsspirale der europäischen Wirtschaft noch eine ganze Weile fortsetzen kann, bis tatsächlich Europas wirtschaftlicher Bankrott droht.

Merkel kann also noch eine ganze Weile unbeschadet bleiben, bis sich die katastrophalen Resultate ihrer europäischen Fiskal- und Sparpolitik offenbaren und in eine neue und dann nachhaltige Krise umschlagen.

Die Frage ist nur, ob wir Merkel diese Chance, Europa zu ruinieren wirklich noch lassen wollen.

Ich bin sehr dagegen, weil ich die Südeuropäischen Länder einschließlich Frankreich zu sehr liebe, um die Leute dort vor die Hunde gehen zu lassen.

Außerdem wäre es dumm, wenn wir unsere besten Kunden in den Orkus schicken, weil wir dann nämlich selbst hinterher wandern werden.

Kurz Merkels Politik gründet auf einer Reihe von Irrtümern, die bekannt sind und durch kompensatorische Gegenbewegungen der europäischen Institutionen, wie der EZB, teilweise korrigiert werden, wenn auch nur kurzfristig. Mittelfristig droht der Kollaps!

Das macht Angela Merkel so gefährlich.

Sie schafft es nicht nur, dass ihre Minister und sogar die Bundespräsidenten das politische Feuer auf sich ziehen und dann für sie ins Gras beißen, sie schafft es vor allem, dass kluge Männer ihren fatalen europäischen Kurs kompensieren, ohne Merkel offen mit ihren schweren Fehlern zu konfrontieren.

Merkels Macht ist nämlich auch in den europäischen Institutionen schon so weit gediehen, dass man zwar das Schlimmste abwendet, diese Frau aber nicht mehr öffentlich und konfrontativ zur Rede stellt.

Ein äußerst gefährlicher Umstand für Europa.

Zu guter Letzt hat Merkel sogar noch das Glück, dass sie für die Bundestagswahl 2013 einen mehr als gefügigen Herausforderer gefunden hat, der sich gar nicht direkt mit ihren Fehlern konfrontiert, sondern eher seichte Versäumnisse anmahnt.

Dies obwohl das Programm der Sozialdemokraten tatsächlich eine konträre Richtung in fast allen wesentlich Politikbereichen aufweist, auch in der Europapolitik.

Es ist nicht ganz klar, ob dieser Umstand der weiblichen Psychologie Merkels geschuldet ist, oder auf eine irritierte Psyche unseres Kanzlerkandidaten zurückgeht.

Fatal ist diese Bisslosigkeit zu einem Zeitpunkt, an dem Merkel wirklich weggebissen werden muss, um Europa zu retten.

Merkel ist eine Glücksritterin mit der richtigen psychologischen Taktik.

Sie ist als Strategin für Deutschland und Europa zugleich ein echtes Menetekel, mit welchem wir unseren eigenen Untergang wählen würden.

Ihre Widersacher können dies aber öffentlich nicht vermitteln, so dass sie über eine Bundestagswahl wohl nicht politisch-unschädlich gemacht werden kann.

Es sei denn, dass sich jetzt alle sozialen Kräfte im Lande bündeln und dieser Regierung, die noch nicht einmal einen Mindestlohn einführen möchte, kräftig ins Gesicht blasen.

In unser aller Interesse:

Merkel muss weg!

2013!

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1 Kommentar
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Seit: Mär. 2012
Beiträge: 48
Kommentar von spaulsen
09.02.2013, 23:37 Uhr

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(Wir nannten ihn Birne - eigentlich heißt er Helmut ...)

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