Mein Herz schlägt links

Safe_image
22bfe90ac98d8e13286074c08520b92a

Mein Herz schlägt links

Initiative linker SozialdemokratenInnen in der SPD "Mein Herz schlägt links" Charta mehr »
04.08.2012, 12:19 Uhr

Märkte enttäuscht???

Nach Draghis Ankündigung, dass die EZB auch zukünftig Statsanleihen kaufen wird, wenn auch unter strengen Kriterien, zeigten sich die Märkte enttäuscht. Der Dax fiel….

Was sind das für rätselhafte Wesen, die enttäuscht oder enthusiastisch sind und auf deren Gefühle man offensichtlich nicht nur Rücksicht nehmen muss, nein, deren positiven Gefühlregungen man regelrecht kaufen muss?

Die deutschen Steuerzahler zeigen sich enttäuscht, die Geringverdiener waren am Wochenanfang müde und reagierten nur träge, die Krankheitstage der Arbeitnehmer stiegen bis zum Wochenschluss um 3 Zähler auf …..

Mit Statistik kann man Stimmung machen, ohne auch nur einen Deut der Wahrheit preiszugeben.

Unsere Leitmedien sind voll von  dieser Stimmung.

Fast kein seriöses Magazin oder Wirtschaftsmedium bringt differenzierte Wirtschaftsinformationen.

Zu kompliziert, nicht gewünscht, nicht gefragt.

Dabei wäre es so interessant einmal zu wissen, wer denn nun genau von Draghis Plänen enttäuscht ist.

Wem die Sache mit der Notenpresse zu langsam geht und wer da gern mehr Gewinne machen würde?

Kürzlich besuchte der amerikanische Finanzminister Geithner, Schäuble auf Sylt und bat ihn schlicht und einfach um mehr Inflation.

Er solle doch die Märkte mit Geld fluten, wie es die USA derzeit tun.

Wer profitiert davon?

Die großen Investmentbanken, die Dollars für ihre Eigenkapitalunterlegung brauchen, um ihre Bonität auf dem Interbankenmarkt zu schützen, die Wall-Street Fonds, die ihre Gewinne in anderen Währungen nur mit einem vergleichsweise starken Dollar nachhause fahren können und die vielen Reichen, die billig an Geld kommen, dass sie mit ihren gehebelten Fonds vervielfachen um es dann sicher in hochverzinslichen Staatsanleihen zum Beispiel in den USA zu parken.

Alle quält die Vorstellung einer relativ stabilen Referenzwährung zum Dollar.

Ich meine den Euro, der nur durch die Staatsschuldenkrise im Vergleich zum Dollar niedrig gehalten wird, obwohl letzterer ein echtes Weichei geworden ist, die Inflation in gedruckter Form.

Tatsache ist, dass die Amerikaner die Märkte bereits mit Dollars fluten und das im ganz großen Stil. Wenn die Europäer ihren Sparkurs nur einigermaßen durchhalten, dann wird aus dem Euro in Kürze eine Art europäischer Schweizer Franken.

Das allerdings würde die Märkte enttäuschen, ihr Gefühlsleben verstimmen, ihre Sehnsüchte verdüstern und welche pseudopsychologischen Umschreibungen man auch immer dafür benutzen möchte.

Die Märkte sind Wall-Street und London-City und  verfolgen in ihren Machtzentren eine Politik der großen Blasen, der großen Volatilität und der schlagartigen Enteignung der Kleinen zugunsten der Großen.

Diese Märkte haben keine Hemmungen, künstliches bis virtuelles Wachstum über die Druckerpresse zu erzeugen.

Sie möchten das Geld nur eben am Markt haben und nicht in den Staatskassen, wo es nicht ausgegeben werden darf, weil es Sparauflagen gibt.

Sie wollen die finanzielle Verausgabung der Staaten, zugunsten der Märkte fortsetzen.

Möglichst wollen sie noch weitere staatlich subventionierte Marktblasen in so vielen Bereichen wie es irgend geht.

Die Amerikaner sind in der Politik 1:1 von der Wallstreet getrieben, die Engländer setzen gerade auf Inflation zu Gunsten der Investoren in London-City.

Nur die Europäer wollen noch altmodische Vorstellungen von Stabilität, Fairness und Schutz von kleinen Investoren durchdrücken.

Sie haben sich in den Begriff Sustainability (Nachhaltigkeit) verliebt und meinen das wirklich ernst?

Wenn Europa wirklich mit Geldwertstabilität ernst macht, was im Augenblick auf der Kippe steht, wäre ein Gegenmodell zum Blasenkapitalismus im Entstehen und könnte den Angelsachsen und ihrer verlogenen Währungspolitik das Wasser abgraben.

Kapitalflucht a la Schweiz im großen Stil könnte dann den Euro beflügeln und wir müssten uns wie die Eidgenossen um Begrenzung der Aufwertung unserer Euros bemühen.

Dieses Szenario wäre eine echte Machtumkehr auf den Finanzmärkten, was das Gefühlsleben unserer sensiblen Börsenmanager von Wall-Street bis London-City und die Kontostände unserer westlichen Oligarchen erheblich beeinträchtigen könnte.

Dagegen wird mit völlig unsensiblen Mitteln gekämpft.

Fazit: Man müsste es anders ausdrücken.

Hinter den enttäuschten Märkten stehen Finanzmonster mit erheblichen destruktiven Absichten, auf deren Gefühlsleben unsere Leitmedien soviel Wert legen.

Die Monster sind enttäuscht und nicht die Märkte!

 

Tags:
1 Kommentar
1
Img_0295_78x78c
Seit: Mär. 2012
Beiträge: 48
Kommentar von spaulsen
04.08.2012, 12:21 Uhr

Dieser Artikel erscheint auch auf Mein-Herz-Schlaegt-Links und kann hier diskutiert werden.

Kommentar schreiben:
(Atomkraft? Nein .....!)

Blogarchiv...

Tags:
Ukraine Wahlkampf rheinischer Kapitalismus soziale Marktwirtschaft Mafiakapitalismus Wertekapitalismus John Paulsen Hedgefond Lehmanns bali Armut Wertewandel Konservative bedingungsloses Grundeinkommen Eurokrise IWF Schweiz Finanzkrise political correctnes moral Wulff Sarrazin SPD Manipulation Rechtsstaat EU Frühkapitalismus toxische Arbeitsplätze bangladesh Aldi Lidl Kik H&M Gysi Sozialdemokraten Krieg Reallohnverluste Profit soziale Ungleichheit Indien England Hierarchieabbau Basisdemokratie Heute Journal Amerika Politischer Prozess ackermann Polen Kraft Hannelore Steinbrück Steimeier Gabriel Nahles Wowereit Torture Propaganda Amnesty International Deutsche Bank Zivilgesellschaft Ausgrenzung NATO Inflation Euro-Dollar Katastrophen-Kapitalismus Wikileaks Westen Washington Europawahl Fortaleza Primat der Wirtschaft Wirtschaftsdiktatur brüssel Holmes Brevik Knox Kiew Geisel Georgien Soros Russland Ägypten Eric Schmidt Jered Cohen Assange Angela Merkel politik usa Schulslums Schulruinen Respekt für Kinder Peter Paul Rubens Schule Oppermann Steuersünder Finanzmarkt linke Meinungshegemonie sozialer Umbau Mein Herz schlägt links Medien Demokratieabbau Bundestag Parteien der Mitte Sanktionen Lafontaine Ossis Wessis schweden NGO Mainstream Focus Spiegel Zeit FAZ SS Spekulationen mit Lebensmitteln Staatsschuldenkrise Hollande französische Präsidentschaftswahlen Arabischer Frühling berlin WTO politische Korrektheit Intoleranz Plutokratie Merkels Argentinien Korruption Bildungsnotstand schleichende privatisierung des Schulssystems piraten Pakistan
Btn-rss