Mein Herz schlägt links

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Mein Herz schlägt links

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25.11.2012, 20:24 Uhr

Triangle Shirt Waist Fire- in Bangladesh

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Tod in den Flammen:

Am 25. März 1911 wütet in New York ein verheerendes Feuer-Inferno in einer Textilfabrik.

146 Arbeiter sterben, weil die Eigentümer aus Profitgier den Brandschutz missachteten.

Es ist eine Tragödie - die am Ende aber unzähligen Menschen das Leben rettet.

Der aktuelle Spiegelartikel von Thomas Escher sollte eigentlich eine Rückbesinnung sein, er sollte Fortschritt in 100 Jahren Industriearbeit darstellen, denn die Tragödie in New York im Jahre 1911 war tatsächlich die schlimmste Feuerkatastrophe bis zum Nineeleven.

Sie entstand aus einer Kombination von Verachtung gegenüber Industriearbeitern im Kapitalismus vor 100 Jahren und Missachtung von Arbeits- und Brandschutz aus Profitgier.

Danach hat sich in den USA einiges getan, der Arbeitsschutz wurde zum Thema der Gewerkschaften, die Rechte der Arbeiter wurden gestärkt und die Industriearbeit wurde besser bezahlt.

Ein Wendepunkt in der Geschichte der amerikanischen Arbeiterbewegung.

Soweit die historische Illusion und jetzt zur Realität.

Das Triangle Shirt Waist Fire hat sich heute am 25.11.2012 wiederholt.

Erneut starben über 100 Arbeiterinnen, die in ihrer Fabrik quasi gefangen waren und dem Feuer nicht mehr entkommen konnten.

Die Bilder der ausgebrannten Textilfabrik, die billige Shirts für C&A produziert, zeigen ein frühindustrielles Fabrikgebäude mit beengten und primitiven Arbeitsbedingungen, ohne Brandschutz und ohne Sicherheitsvorkehrungen. 

Die Angehörigen schaffen die Leichen ihrer verstorbenen Frauen und Töchter in Säcken auf Fahrrädern fort.

Die Bilder sind identisch mit denen aus New York 1911.

Der einzige Unterschied: Die Bilder sind in Farbe.

101 Jahre nach dem Triangle Shirt Waste Fire haben wir dieselben frühindustriellen und menschenverachtenden Arbeitsbedingungen, nur eben outgesourct nach Bangladesh.

Es gibt keinen Fortschritt!

Der Kapitalismus produziert immer dieselben Bilder!

C&A dürfte in Zukunft einen neuen Modestil kreieren:

Angesengte Shirts aus Bangladesh!

Die Arbeiterinnen, die für diese Shirts gestorben sind, haben sogar die identische Bezahlung, wie die Arbeiterinnen in New York 1911 – 7 Dollar die Woche

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4 Kommentare
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Seit: Mär. 2012
Beiträge: 48
Kommentar von spaulsen
25.11.2012, 20:31 Uhr

Mein Erschrecken findet keine Grenzen. Das wahre Gesicht unseres Kapitalismus ist viel barbarischer, als ich es mir vorgestellt habe. Wir, die wir bei C&A kaufen und vielleicht arbeiten, verdienen an den Sklaven, die wir in unseren Kellern bei Brot und Wasser halten! Nur dass unsere Keller nicht unter unseren Häusern sind, sondern in Bangladesh, Pakistan, Indien oder China.

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Kommentar von woba
26.11.2012, 11:39 Uhr

die verantwortlichen wie C&A sind in der pflicht , die haben diese frauen auf dem gewissen und können doch tatsächlich noch in den spiegel schauen . wenn sie schon von sklaven die billigprodukte herstellen lassen dann sollten sie auch für den schutz der arbeiterinnen sorgen . boykott von all diesen sklavenhaltern die in dritter-weltländer produzieren lassen und die menschen somit ausbeuten .

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Kommentar von sonich
28.11.2012, 06:59 Uhr

Ausbeutung und Verarmung in unserem eigenen Land sind wiederum nur möglich, weil die Menschen hier z.B. billige Kleidung kaufen können, die unter tatsächlichem Wert produziert wird.
Ansonsten wäre ein Leben von Minilöhnen und das Einkleiden der Kinder und Familienangehörigen nicht möglich.
Das System hat System und zielt darauf ab, wenige reich zu machen und die Masse beschäftigt zu halten mit Sorgen und Überlebensnöten, damit sie niemals den Aufstand wagen.

4
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Seit: Mär. 2012
Beiträge: 48
Kommentar von spaulsen
28.11.2012, 22:00 Uhr

Ich sehe das genauso. Es ist ein Armutskreislauf zwischen Nord und Süd, oder eine Zweiklassenwirtschaft im Norden, die eine zunehmende Zahl von Menschen in die Armutswirtschaft zwingt. Bei uns leider auch noch staatlich subventioniert, weil Arbeitskräfte zu Billiglöhnen in den Markt gezwungen werden und dann mit Hartz IV am leben gehalten werden. Der Staat eröffnet so eine neue Abwärtsspirale des Wohlstandes der Massen und spielt dem Kapital in die Hände.
Eine Politik, die ausgerechnet von der SPD eingeleitet wurde!

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