Initiativkreis Mediaspree Versenken!
Kampagne Bürgerentscheid "Spreeufer für alle! / "AG Spreeufer / Initiativkreis Mediaspree versenken! Stadtentwicklung anders!Der Berliner Senat betreibt Stadtentwicklung mit dem Taschenrechner: Wie viele Quadratmeter Baufläche kann man aus den Grundstücken rausquetschen um sie dann restlos zu verkaufen? Sogar zukünftige ... mehr »Kampagne Bürgerentscheid "Spreeufer für alle! / "AG Spreeufer / Initiativkreis Mediaspree versenken!
Stadtentwicklung anders!
Der Berliner Senat betreibt Stadtentwicklung mit dem Taschenrechner: Wie viele Quadratmeter Baufläche kann man aus den Grundstücken rausquetschen um sie dann restlos zu verkaufen? Sogar zukünftige Freiflächen und Wege sollen verscherbelt werden. Im Mediaspree-Konzept wird nur in den Hochpreissektor investiert, soziale Infrastruktur und preisgünstiger Wohnraum sind nicht vorgesehen. Das alles soll uns als „Aufwertung" schmackhaft gemacht werden.
Friedrichshain ist Schlusslicht in der Berliner Freiflächenbilanz (nur 1,09 qm wohnungsnahe Grünanlagen/ Einwohner). Wenn nicht an der Spree - wo sonst sollte dieser Missstand ausgeglichen werden? Der Bezirk hat ja bereits an der East-Side-Gallery geplante Stadtvillen „rückabgewickelt", heute entsteht dort ein Grünstreifen. Wir wollen, dass dieser Prozess fortgeführt wird. Nicht das einseitige Werben um Prestigeobjekte, sondern eine kleinteilige Entwicklung würden dem Bezirk nachhaltige Entwicklungschancen bringen. Die Realität beweist es: gefragt sind überschaubare Gewerbeeinheiten und nicht riesige Büroblocks. In Berlin haben die Zwischennutzungsinitiativen der Strandbars das große Nutzungspotential der Spreeufer aufgezeigt. Wir unterstützen den Fortbestand der öffentlichen kulturellen Nutzungen der Spreeufer! Dabei sollte nach Möglichkeiten gesucht werden, diese mit einem durchgängig öffentlichen Spreeufer zu kombinieren. Zwei Drittel der bebaubaren Grundstücke entlang der Spree gehören dem Land Berlin, eine Entschädigung wäre kurios. Die privaten Eigentümer können sich z.B. mit Ersatzgrundstücken abfinden lassen, wie es regelmäßig den alternativen NutzerInnen angetragen wird. Der Bezirk profitiert nicht von leer stehenden Büroklötzen und das Land Berlin von seinen kurzsichtigen Grundstücksverkäufen nur ein einziges Mal, und dann nie wieder. Der Ausverkauf öffentlicher Liegenschaften muss aufhören! Die Mietenpolitik muss wieder sozialer werden! Großzügige öffentliche Nutzungsbereiche zu beiden Seiten des Spreeufers bieten langfristige und nachhaltige Gestaltungsmöglichkeiten!
Spreeufer für alle!
Der Initiativkreis Mediaspree Versenken! vertritt die Interessen derjenigen, die ein Spreeufer als Grün- und Kulturfläche mit vielfältigen Nutzungen wollen. Wir fordern einen Mindestabstand von 50 Metern zum Spreeufer für sämtliche Neubauten, die Einhaltung der Berliner Traufhöhe von 22 Metern und den Brommysteg statt der Straßenbrücke. Wir stehen für eine alternative, soziale und ökologische Stadtentwicklung, in der sich viele engagieren können und nicht nur wenige Bauspekulanten!
Die Planung von Mediaspree verspielt die historische Chance, ein Spreeufer mit hohen Freiflächenanteilen zu entwickeln. Das, was den Investoren an Freiflächen abgetrotzt wurde - ein Uferwanderweg von wenigen Metern Breite und sog. Pocketparks - ist für eine Millionenstadt viel zu wenig. Wie so oft geht es um Profit - um möglichst viele und teure Ufer(an)lagen mit privatisiertem Spreeblick.
Mit 16.000 Unterschriften in nur fünf Monaten ist das Bürgerbegehren „Spreeufer für alle!" am 04.03.2008 zustande gekommen und war damit das erfolgreichste Berlins. Mit dem tollen Ergebnis des Bürgerentscheids am 13. Juli 2008 - 87 % gegen Mediaspree - befinden wir uns im Sonderausschuss Spreeraum in Verhandlungen mit dem Bezirk und den Eigentümern. Dort bringen wir für jedes Grundstück konkrete Vorschläge ein. Bisher erreicht haben wir, dass der Verkauf der landeseigenen Grundstücke gestoppt und der Mediaspree e.V. versenkt wurde, der Senat das Planwerk Innenstadt überarbeitet und Berlin international stark am Umgang mit dem Spreeraum und Bürgerentscheid gemessen wird. Im Sonderausschuss Spreeraum drängen wir auf die Einleitung von Änderungsprozessen für jedes Grundstück.
Trotz alledem - das große Sterben beginnt!
Die geplante „Aufwertung" Friedrichshains und Kreuzbergs bedeutet für uns keine Steigerung der Lebensqualität, sondern im Gegenteil wesentlich mehr Verkehrsaufkommen und vor allem einen weiteren Schritt hin zu massiven Mieterhöhungen. Für viele Menschen im Kiez heißt das womöglich Vertreibung aus den Wohnungen, Verdrängung ins Abseits der Stadt. Nur die obersten Schichten der Bevölkerung werden sich den Wohnraum hier noch leisten können, der Raum für Subkultur wird ausgelöscht: In einem Rundumschlag werden alternative Projekte an der Spree vernichtet: Die Alte Weberei „Unkul" an der Elsenbrücke ist raus, daneben wurde eine Strandbar und ein Wagenplatz vernichtet, um das letzte Uferstück der Halbinsel Stralau bis auf den „Wanderweg" zu verbauen. Das Musikprojekt im Osthafen wurde abgerissen, der Strandmarkt an der Holzmarktstraße ist weg und die Bar25 stellt Ende August ihren Betrieb ein. Die Maria am Ostbahnhof wird vom Senat gerade planungsrechtlich vernichtet und der Wagenplatz Schwarzer Kanal ist zum 01.01.2009 gekündigt. Das YAAM bekommt keine Unterstützung vom Senat - dieser müsste mit dem Eigentümer über einen Grundstückstausch verhandeln um das Spreeufer vor einem weiteren Büroklotz zu bewahren.



