Robin Wood e. V.
Im Jahr 1982 schloss sich ein Dutzend UmweltschützerInnen zusammen, weil sie dem lautlosen Sterben der Wälder nicht länger tatenlos zusehen wollten. Sie nannten sich – inspiriert vom legendären Robin Hood – ROBIN WOOD und zogen aus, um als "Rächer der Entlaubten" gewaltfrei in Aktion zu treten. So manchen Sch... mehr »Mit Tripod gegen Plutonium-Transport in Nordenham
Heute gegen 15 Uhr ist die Atlantic Osprey mit einer Ladung hochgiftiger Plutonium-Brennelemente am Roll-on-roll-off-Anleger in Nordenham an der Unterweser eingetroffen.

Aufbau im Camp Grohnde (Foto: Chris Grodotzki / visual-rebellion.com)
Doch bevor die LKWs mit ihrer strahlenden Fracht sich auf den Weg nach Grohnde machen konnten, gab es zunächst noch eine Protestaktion:
Mehrere AktivistInnen von Robin Wood stellten um 15:15 ein aus drei 6m langen Metallstangen bestehendes Tripod auf die Zufahrtsstraße zum Nordenhamer Hafen. Ein Aktivist erkletterte die Konstruktion und befestigte sich an einem in 4m Höhe angebrachten Rohr.
Mit ihrer Aktion protestieren die AktivistInnen gegen den Transport der hochgefährlichen MOX-Brennelemente und den geplanten Einsatz im AKW Grohnde.
Der Bereich wurde weiträumig abgesperrt, nur Presse durfte an den Ort des Geschehens.
Obwohl sowohl eine technische Einheit der Polizei als auch das SEK Hannvor Ort waren, entschied eine für diese Tätigkeit nicht ausgebildete BFE-Einheit sich gegen 16h zu einer lebensgefährlichen Räumung: Sie beschlossen das Tripod zur Seite zu tragen. Dabei versuchten sie zunächst die Stangen auseinander zu ziehen. Dies war jedoch nicht möglich, da sie am oberen Ende zusammen gebunden waren. Beim Versuch, die Stangen von der Straße zu tragen, kippte die Konstruktion um. Der Aktivist konnte glücklicherweise aufgefangen werden und kam mit dem Schrecken davon.
Die lebensgefährliche Räumung zeigt, dass Menschenleben und die Gesundheit der Bevölkerung völlig irrelevant sind, wenn es um die Profitinteressen der Atomwirtschaft geht.
Gegen 16:10 war die “Räumung” beendet. Die Personalien der Aktivist_innen wurden aufgenommen. Anschließend durften sie gehen.
Bereits seit Samstag morgen acht Uhr besteht in Nordenham eine Mahnwache von Aktion Z und dem Arbeitskreis Wesermarsch, an der sich zeitweilig bis zu 80 Personen beteiligten. Bei strahlendem Sonnenschein am Samstag und strömendem Regen am Sonntag, heißer Suppe und wärmenden Feuern protestierten AnwohnerInnen und AtomkraftgegnerInnen aus ganz Norddeutschland gegen die tödliche Fracht aus Sellafield.
Auch am AKW Grohnde gibt es bereits seit Freitag eine Mahnwache und Aktionen. An verschiedenen Autobahnbrücken auf der Transportroute sollen zudem Mahnwachen gegen den Transport stattfinden.
Der vielfältige, bunte und friedliche Protest zeigt deutlich, dass sich viele Menschen nicht von dem beschlossenen Atomausstieg täuschen lassen: Solange Atomkraftwerke betrieben werden, besteht eine andauernde Gefahr durch Unfälle. Jeder Tag des Weiterbetriebs erhöht zudem die Menge an strahlendem Abfall, für den es nach wie vor keine Lösung gibt.
Gerade der Transport und Einsatz der MOX-Brennelemente ist besonders riskant:
Gefertigt wurden die Brennelemente in der mittlerweile geschlossenen Atomfabrik in Sellafield, die vor allem für ihre zahllosen Störfälle und die weiträumige radioaktive Verseuchung der Umgebung bekannt wurde.
Transportiert werden sie mit dem schrottreifen, einwandigen Frachter „Atlantic Osprey“, der zudem erneut während der Fahrt das vorgeschriebene Automatische Identifikationssystem (AIS) ausgeschaltet hat. Das AIS dient der Sicherheit der Schifffahrt und ermöglicht bei Unfällen eine schnelle Ortung des Schiffes. Ausgeschaltet werden darf es eigentlich nur kurzzeitig in Ausnahmefällen, wenn z.B. eine akute Bedrohungssituation unmittelbar bevorsteht (bspw. rät die NATO dazu, auch in den für Piratenüberfälle bekannten Gebieten am Horn von Afrika das System nicht auszuschalten).
Zum Einsatz kommen sollen die MOX-Elemente schließlich im Atomkraftwerk Grohnde, mit 1360 Megawatt eines der größten in Europa. MOX-Brennelemente enthalten nicht nur große Mengen des hochgiftigen Plutoniums, sie sind zudem im AKW schwerer zu steuern als normale Brennelemente. Damit erhöht sich bei Störfällen die Gefahr, dass die Situation außer Kontrolle gerät. Auch in Block 3 in Fukushima wurden MOX-Brennelemente eingesetzt.





