Patente auf Leben: Sind Pflanzen und Tiere technische Erfindungen? Die Konsequenzen der Monopolisierung unserer Lebensmittel

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Patente auf Leben: Sind Pflanzen und Tiere technische Erfindungen? Die Konsequenzen der Monopolisierung unserer Lebensmittel

"Wenn sie so weitermachen, werden sie noch Luft und Liebe patentieren"- so beschreibt Frau Dr. Ruth Tippe die Arbeit des Europäischen Patentamtes in München. Und Sie muss es wissen, denn sie beobachtet dessen Aktivitäten seit vielen Jahren. Was essen wir in Zukunft, und wie viel bezahlen wir dafür? Wer wird im Überfluss ... mehr »

Zeitraum:

02.02.2012, 19:30 Uhr - 21:30 Uhr

Adresse:

Alte Synagoge
Landwehrstraße 1
97318
Kitzingen

Eingetragen von:

open house

Aktionsform:

Vortrag

"Wenn sie so weitermachen, werden sie noch Luft und Liebe patentieren"- so beschreibt Frau Dr. Ruth Tippe die Arbeit des Europäischen Patentamtes in München. Und Sie muss es wissen, denn sie beobachtet dessen Aktivitäten seit vielen Jahren. Was essen wir in Zukunft, und wie viel bezahlen wir dafür? Wer wird im Überfluss leben und wer hungern? Das sind die Fragen, die sich im Zusammenhang mit Patenten auf Leben stellen. Denn Patente bedeuten Monopolisierung. Dabei handelt es sich um etwas, das wir von unserem Empfinden her als Allgemeingut betrachten. Wem gehört das Schwein? Und wem gehört das Schnitzel? Dem Bauern? Dem Metzger? Monsanto?
Die Besitzer der Patentrechte können alle kommerziellen Anwendungen
kontrollieren, die Verwendung ihrer Patente verbieten, die Preise in beliebiger Höhe
festsetzen. Das Schnitzel für fünf Euro? Durchaus möglich. Pflanzen  und Tiere sind aber unsere Grundnahrungsmittel. Sie sind ein Weltkulturerbe der Menschheit, die unsere Vorfahren über Jahrtausende gezüchtet haben. Bisher weitgehend öffentliches verfügbares Gut wird durch Patentierung Eigentum von einigen wenigen Großkonzernen.
Seit über zehn Jahren werden am Europäischen Patentamt in München regelmäßig
Patente auf Pflanzen und Tiere erteilt. Gentechnik war der Anlass und das Einfallstor,
durch das solche Patente möglich wurden. Die Entwicklung geht weiter: Auch
konventionell gezüchtete Pflanzen und Tiere sind heute patentierbare Erfindungen. Schweine, Rinder und Tomaten um nur einige Beispiele zu nennen.
Wohin führt diese Art von Patentrecht? Was bedeutet dies für die Landwirte und uns
Verbraucher? Was können wir tun?
Der Abend wird abgerundet mit einer Diskussion in die der Umweltbeauftragte der Diözese Würzburg. Herr Edmund Gumpert einführt.
Kooperationsveranstaltung der VHS Kitzingen und open house

Ruth Tippe studierte in Tübingen und München Biologie mit Schwerpunkt
Mikrobiologie, Genetik und Biochemie und anschließend in Berlin am Max-Planck-
Institut für Molekulare Genetik.
Seit vielen Jahren arbeitet sie als Koordinatorin der Initiative „Kein Patent auf Leben!“
in München. Neben vielfältiger Öffentlichkeitsarbeit führt sie Recherchen am
Europäischen Patentamt im Bereich Biopatente durch. Schwerpunkt sind dabei
Patente auf Pflanzen, Nutztiere, genetische Ressourcen und Stammzellen des
Menschen.
Mehr über diese ungewöhnliche Frau und ihre Arbeit finden sie hier:
http://www.gen-ethische-stiftung.de/index.php?
http://www.keinpatent.de/index.php?

> Plakat zur Aktion

Themenkategorien:

Natur-, Tier-, Umweltschutz, Globalisierung / Entwicklung / Migration, Politik / Demokratie / Recht