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Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht nötig.
Ort | Reinbeckhallen, Lounge (Eingang via Ausstellungshalle)

 

Die Maueröffnung vor 30 Jahren stellte ein ganzes Land auf den Kopf – und bedeutete auch das Ende der alten Bundesrepublik und insbesondere des alten West-Berlin, der »Insel im roten Meer«. Jüngere Ansätze der Geschichtsschreibung beschäftigen sich verstärkt mit dem Thema »Ko-Transformation« oder »geteilter Geschichte« aus deutsch-deutscher Perspektive.

Die Mauer war nie ganz undurchlässig: Einerseits befruchteten grenzübergreifende Kontakte beide Gesellschaften wechselseitig – sei es via Information durch Westmedien, durch Vernetzung »bewegter Bürger*innen« auf beiden Seiten der Mauer oder auch im weiteren Sinne durch die stete ideologische Kontrastfolie durch den jeweils verfeindeten Teilstaat. Andererseits waren die Grenzen zwischen den Kategorien »Ost« und »West« nie ganz eindeutig, sei es in Bezug auf Emigration aus der DDR, insbesondere die seit den 1980er Jahren immer zahlreicheren Ausgereisten und Ausgebürgerten in West-Berlin. Und welche Rolle spielt die Unterscheidung in »Ost« und »West« heute, auch für »nachgeborene« Generationen?

Wie war es, das mythische West-Berlin, gleichzeitig »Schaufenster des Westens« und subkulturelle Exklave? Was bleibt heute vom Phänomen West-Berlin, oft als eine Art »Atlantis« stilisiert? Wie sahen die wechselseitigen Beziehungen zwischen DDR und BRD aus, wie wichtig waren sie insbesondere für die Bürgerbewegung im Osten? Wie erlebten Ost- und Westdeutsche die Ereignisse 89/90+ vom Westen aus? Wie wurden dort die verschiedenen Wege und Alternativen bewertet, die nach dem Mauerfall für Ostdeutschland verhandelt wurden?

 

Biografischer Abendsalon mit

Peter Wensierski | Schriftsteller, Journalist & Dokumentarfilmer in Ost und West
Jahrgang 1954, berichtete er ab 1978 als West-Journalist aus der DDR. Er dokumentierte die aufkommende Oppositionsbewegung in der DDR in zahlreichen Büchern, Radiosendungen und Dokumentarfilmen, die über das Westfernsehen in die DDR zurückwirkten und zur Bildung einer Gegenöffentlichkeit beitrugen. Auch nach dem 1985 von der DDR-Regierung verhängten Einreiseverbot arbeitete er in Kooperation mit ostdeutschen Oppositionellen an Beiträgen aus heimlich gedrehtem Videomaterial, die z.B. auf die massive Umweltverschmutzung aufmerksam machten.

Von 1986 an war Peter Wensierski Redakteur des ARD-Magazins KONTRASTE, 1993 wechselte er ins Deutschland-Ressort des SPIEGEL. Weitere Buchpublikationen folgten, u.a. die Bestseller »Schläge im Namen des Herrn« über ehemalige Heimkinder und »Die verbotene Reise«. Zuletzt erschienen »Die unheimliche Leichtigkeit der Revolution« über eine Gruppe junger Leipziger 1989, »Berlin – Stadt der Revolte« und »Fenster zur Freiheit – Die radix-blätter. Untergrundverlag und -druckerei der DDR-Opposition«.


Moderation | Sophie Schulz

 

Das Format Erzählsalon rückt die individuelle Lebensgeschichte und persönliche Perspektiven in den Fokus. Auch das Publikum ist eingeladen, eigene Geschichten und Erfahrungen zu teilen.

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Die Veranstaltung ist Teil der Reihe forum 89/90+, die sich mit den innovativen und emanzipatorischen Potenzialen der Umbruchszeit in Ostdeutschland 89/90+ beschäftigt.

Zum Gesamtprogramm siehe unsere Wesbite www.reinbeckhallen.de

Zeitraum

21.06.2019, 18:00 Uhr - 21.06.2019, 20:00 Uhr

Adresse

Reinbeckhallen
Reinbeckstr. 17
12459
Berlin

Eingetragen von

Stiftung Reinbeckhallen Sammlung für Gegenwartskunst

Aktionsform

Erzählsalon

Themenkategorien

Natur-, Tier-, Umweltschutz
Freiräume / Subkultur
Politik / Demokratie / Recht

Website

http://www.reinbeckhallen.de/kunst-und-kulturprogramm/veranstaltungen/detail/?no_cache=1&L=0&eventid=64&cHash=c41e67c2d558f6d44dd46766486e4d55

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