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Wie können Geld und die damit verbundenen Privilegien so eingesetzt werden, dass ein tiefergreifender Wandel durch Spenden und durch Stiftungsarbeit möglich ist? Ise Bosch setzt sich als Aktivistin, Erbin und Stifterin mit dem Machtgefälle innerhalb der Philanthropie auseinander und macht die Bedeutsamkeit eines Wandels hin zu einer partizipativen, inklusiven Stiftungsarbeit deutlich, die soziale Gerechtigkeit zwischen Gebenden und Empfangenden zum Ziel hat.

“Wenn wir eine Philanthropie wollen, die nicht nur eine Transaktion ist, sondern transformativ wirkt, brauchen wir die Lösungen aus den Communities. Wir suchen Partner_innen und transformieren die Macht über, die Geld verleiht, in Macht für Viele.” - Ise Bosch

Wie die Macht des Geldes in Macht für Viele verwandelt werden kann, darüber sprechen die Autorinnen des Buches „Geben mit Vertrauen – wie Philanthropie transformativ wird“, Ise Bosch und Claudia Bollwinkel. Sie berichten über die Rolle transformativen Gebens, Vertrauen, Solidarität und das Engagement für LGBTIQ+ Menschenrechte.

Zusammen mit dem Co-Autor Justus Eisfeld werden in dem Buch autobiografische Beiträge und Berichte aus der Arbeit der Dreilinden gGmbH dargestellt, die verschiedenen Perspektiven auf die Thematik zeigen, von der persönlich konnotierten Motivation von Ise Bosch, über die Communityperspektive bis hin zur Methodik und des Vorgehens holistischen Förderns.

Im Gespräch mit der Literaturwissenschaftlerin und Amnesty International Sprecherin Dr. Gabriele Mittag werden eigenverantwortliche und inklusive Projektansätze vorgestellt, die denjenigen Menschen Macht geben wollen, denen die Förderung dient.

Ise Bosch, selbst Teil der LGBTQI-Szene, weiß aus eigener Erfahrung um die Kämpfe und Lebensrealitäten in diesem Feld. 1996 legte Ise Bosch “The International Fund for Sexual Minorities at the Astraea Lesbian Foundation for Justice (New York)” auf, der weltweit einzigen auf Lesben fokussierten Gemeinschaftsstiftung. Astraea ist heute eine der führenden LGBTQI Förderinnen, die international mehr als 500 Gruppen in 99 Ländern unterstützt.

Mit acht weiteren Frauen gründete Ise Bosch 2001 die Gemeinschaftsstiftung filia.die Frauenstiftung. Unter der Prämisse „Change not Charity“ werden Geld, Ideen und Projekte mit feministischem Fokus zusammengebracht.

Das von Ise Bosch 2003 mitinitiierte Erbinnen-Netzwerk Pecunia e.V. stellt Frauen, die geerbt haben, eine Plattform zur Verfügung, auf der sie sich miteinander austauschen und sich gegenseitig unterstützen können, einen sinnvollen Umgang mit ihrem Vermögen zu finden.

Seit über 10 Jahren setzt Ise Bosch mit der Dreilinden gGmbH privates Kapital für gemeinnützige Zwecke ein und stärkt internationale soziale Bewegungen von Lesben, Schwulen, bi-, trans-, intersexuellen und queeren Menschen. Für ihr internationales Engagement für Menschenrechte wurde Ise Bosch 2018 mit dem Deutschen Stifter_innenpreis ausgezeichnet. 

Claudia Bollwinkel hat sich lange Jahre mit der Möglichkeit von Geben mit Vertrauen befasst. Sie ist Senior Program Advsior bei Dreilinden und war von 2010 bis 2016 im Vorstand von Prospera – The international Network of Women’s Funds (Mexiko). Als Programmmanagerin von „filia.die frauenstiftung“ baute sie den ersten Mädchenbeirat einer deutschen Stiftung mit auf, der Mädchen im Auswahlprozess für Mädchenprojekte eine Stimme gibt.

Dr. Gabriele Mittag ist promovierte Literaturwissenschaftlerin, Journalistin und seit 15 Jahren mit Kommunikationsaufgaben, vor allem in Non-Profit-Organisationen und kommunalen Unternehmen, befasst. Sie ist derzeit Pressesprecherin von Amnesty International in Deutschland.

Die taz Panter Stiftung fördert heute, was schon die taz stark gemacht hat: junge kritische Journalist_innen und das soziale und politische Engagement unabhängiger Initiativen.

Eine Veranstaltung der taz Panter Stiftung in Kooperation mit der Dreilinden gGmbH.

Bild: Dreilinden

Zeitraum

11.06.2019, 19:00 Uhr - 11.06.2019, 21:00 Uhr

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taz Kantine
Friedrichstraße 21
10969
Berlin

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