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Für eine kritische Geschichtsschreibung der Queer Theory

In den frühen 1990er Jahren ist die Queer Theory angetreten, den Gegensatz von Hetero- und Homosexualität in Frage zu stellen und nach der Genealogie von sexuellen und geschlechtlichen Identitäten zu fragen. Ihre Stoßrichtung war gegen die zwangsheterosexuelle und zweigeschlechtliche Normalität gerichtet.

Heute, bald 30 Jahre später, wenden sich führende Vertreter*innen der Queer Theory gegen eine Fokussierung auf die Emanzipation der sexuellen Minderheiten in bürgerlichen Demokratien. An die Stelle eines universellen Anspruchs auf Emanzipation ist radikaler Kulturrelativismus getreten, der bis hin zur Verteidigung der Genitalverstümmelung und der Interpretation von Selbstmordanschlägen als „queer“ reicht.

Zu den Verschiebungen im Feld der Queer Theory und den Gründen für diese hören wir einen Vortrag von Benedikt Wolf. Der Vortrag beruft sich auf Literaturwissenschaftler Hans Mayer und positioniert sich auf der Seite der Außenseiter*innen.

Benedikt Wolf ist seit 1. Februar 2019 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Bielefeld. Nach seinem Studium der Neogräzistik, des Deutschen als Fremdsprache und der Soziologie in München und Thessaloniki hat er an der Humboldt-Universität zu Berlin in Neuerer deutscher Literatur promoviert. Im Sommer 2018 war er Postdoctoral Fellow am Dartmouth College (Hanover, New Hampshire). Er ist Mitherausgeber des Jahrbuch Sexualitäten und Beisitzer im Vorstand der Gesellschaft für Antiziganismusforschung. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen die Bereiche Sexualität und Literatur, Psychoanalyse und Literatur, literarische Mehrsprachigkeit sowie literaturwissenschaftliche Ressentimentforschung (v.a. Antiziganismus- und Antisemitismusforschung).

Moderation: Jan Feddersen (taz Redakteur für besondere Aufgaben)

Eine Veranstaltung der Initiative Queer Nations in Kooperation mit der taz.

 

Bild: Dragan Visual Arts

Zeitraum

18.03.2019, 19:30 Uhr - 18.03.2019, 21:00 Uhr

Adresse

taz Kantine
Friedrichstraße 21
10969
Berlin

Eingetragen von

tazcafe

Aktionsform

Queer Lecture

Themenkategorien

Soziales / Arbeit
Bildung / Familie / Gesundheit
Gender
Freiräume / Subkultur
Politik / Demokratie / Recht

Website

http://www.taz.de/Queer-Lecture-18032019/!168206/

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