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Nach dem aufsehenerregenden Urteil gegen die Ärztin Kristina Hänel im November 2017 gab es das Momentum, Schwangerschaftsabbrüche zu entkriminalisieren. Die Abschaffung des im §219a festgelegten „Werbeverbots“ für Abbrüche stand kurz bevor. Doch dann intervenierte die Union harsch zugunsten der bestehenden Kriminalisierung und die SPD knickte ein.

Die Selbstbestimmung der Frau* gilt in feministischen Kämpfen als Grundkonsens und die Konzentration auf die Abschaffung von §218 ist seit Jahrzehnten eine zentrale politische Strategie. Nachdem aber fast ein Jahr nach dem Hänel-Urteil weder eine Reform von §218 noch dessen Abschaffung durch die Politik erreicht wurde, gilt es in feministischen Bündnissen diese Strategie neu zu überdenken.

Die Diskussionen und Berichterstattung der letzten Monate haben gezeigt, dass §218 weiterhin als Tabuthema verhandelt wird und die Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen so nicht erreicht werden kann. Eine breite feministische Plattform für die Abschaffung von §218 ist zurzeit nicht möglich. Doch das Thema bleibt und brennt verschiedenen zivilgesellschaftlichen Akteur*innen und Bündnissen auf den Nägeln und Forderungen nach kompletter Abschaffung von §218 werden lauter.

Am Vorabend der Berufungsverhandlung gegen die in erster Instanz nach §219a verurteilte Ärztin Kristina Hänel am 06. September 2018 wollen wir die Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen durch die Abschaffung von §218 in den Fokus rücken und diskutieren, wie sich die verschiedenen feministischen Ansätze dazu verhalten. Was trennt uns, was eint uns? Was ist der Kern des Dissens - und wie lässt er sich überwinden?

Mit:

  • Dr. Antje Schrupp Journalistin und Bloggerin, Buchautorin
  • Gesine Agena* (Bündnis 90/Die Grünen, Frauenpolitische Sprecherin)
  • Prof. Daphne Hahn (ProFamilia, Berlin)
  • Adriana Lamackova (Center for Reproductive Rights)
  • Moderation: Peggy Piesche (Referentin, Gunda-Werner-Institut)

* angefragt

Kontakt: 

Zoha Aghamehdi, Gunda-Werner-Institut
zoha.aghamehdi@boell.de

Event invitation in English.

Zeitraum

05.09.2018, 19:00 Uhr - 05.09.2018, 20:30 Uhr

Adresse

Heinrich-Böll-Stiftung
Schumannstr. 8
10117
Berlin

Eingetragen von

Heinrich-Böll-Stiftung e.V.

Aktionsform

Podiumsdiskussion

Themenkategorien

Freiräume / Subkultur
Gender
Politik / Demokratie / Recht

Website

http://calendar.boell.de/de/event/selbstbestimmung-oder-straf-rechtliche-regelung

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