Andreas Grünwald (Hamburg)
Sozialistische Klassenpolitik und Migration

Die Gründe für die Migration sind weder naturgegeben, noch das Resultat von Misswirtschaft in den weniger entwickelten Ländern, sondern das Resultat der ökonomischen Wirkungszusammenhänge der kapitalistischen Produktionsweise. Gleichzeitig wird die heutige Massenmigration durch imperialistische, auch deutsche Politik gegenüber weniger entwickelten Ländern in ihren Ursachen noch befeuert. Für die Migranten basiert ihre Flucht auf dem konkret gegebenen sozialen Elend, das sie in ihren Ländern – nicht selten auch in der Folge von Kriegen – vorfinden. Migration bedient aber auch kapitalistische Verwertungsinteressen in den Aufnahmeländern. Durch Billiglohnkräfte, Spaltung der dortigen Lohnabhängigen, manchmal auch durch die Abwerbung gut ausgebildeter Arbeitskräfte aus einigen Herkunftsländern.

Auch im 19. Jh. gab es Millionen Migranten vor allem auch aus Europa, die häufig in Amerika ihr Glück suchten. Die sozialistische Arbeiterbewegung, die „Internationalen Arbeiterassoziationen“ (IAA), auch der internationale Stuttgarter Kongress von 1907 versuchten dazu einen Standpunkt zu finden, der einerseits den Alltagskämpfen gegen die Kapitalisten gerecht wird, der aber zugleich auch chauvinistische und nationalistische Ideologien schwächt.
Marx, Engels – später auch Lenin – analysierten die ökonomischen Hintergründe für die Migration. Sie erkannten die daraus resultierenden Probleme für die Arbeiterbewegung und schilderten diese drastisch. Gleichzeitig sprach aber Lenin von einer „fortschrittlichen Bedeutung dieser modernen Völkerwanderung“ für revolutionäre Sozialisten.

Zu welchen Schlüssen sind die Klassiker gekommen? Was kann davon auf die heutige Zeit übertragen werden? Wie könnte eine sozialistische Position zu Fragen der Migration heute aussehen? Die müsste für die Alltagskämpfe, aber auch für unsere Perspektive, eine andere nichtkapitalistische Gesellschaft zu erkämpfen, tauglich sein.

Andreas Grünwald war viele Jahre für linke Zeitungen als Journalist tätig. Er engagiert sich in der Friedensbewegung. Seine Positionen zur Migration leitet er aus dem Studium der marxistischen Klassiker ab.

Eine Veranstaltung der MASCH-Hochschulgruppe.

Zeitraum

08.11.2019, 18:00 Uhr - 08.11.2019, 20:30 Uhr

Adresse

Universität Hamburg, (Pferdestall), 2. Stock, Raum 245
Allendeplatz 1
20146
Hamburg

Eingetragen von

Marxistische Abendschule Hamburg

Aktionsform

Vortrag mit anschliessender Diskussion

Themenkategorien

Globalisierung / Entwicklung / Migration
Antifaschismus
Ökonomie / Finanzen
Politik / Demokratie / Recht

Website

https://masch-hamburg.de

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