Der Berliner Wasserrat stellt vor:

Helmut Woll: Unkonventionelle Zugänge zur Ökonomie                                                              

 

Von der denkerischen Wirklichkeitsfindung in der Ökonomie

Im neuen Buch von Helmut Woll, Professor für Wirtschaftspädagogik, geht es nicht um Machbarkeit ökonomischer Entwürfe oder (macht)politisch relevant gewordene Theorien dieser Wissensdisziplin, sondern um ein denkerisches Herantasten an die ökonomische Wirklichkeit aus verschiedensten, neuen Blickwinkeln. Nicht umsonst spricht man in jüngster Zeit oft von den „blinden Flecken der Ökonomie“ als Wissenschaft...

Der Autor hat sich solcher Denker angenommen und mit Bedacht ausgewählt, die sich von fruchtbaren Fragestellungen leiten lassen und die gegebenen Denkmuster verlassen haben. Diese Sozialwissenschaftler ziehen ihn förmlich an : H. Ch. Binswanger, I. Illich, G. Heinsohn, E. F.Schumacher, L. Kohrs, Chr. Felber, K. Marcal, N. Taleb, K.H. Brodbeck, R. Henrich, H. Hardensett, J. Vogl, A. Peters, R. Goldscheid, R. Steiner, M. Beleites, N. Paech.

Seine Essays gruppiert Woll unter drei Themenkreise: Fortschritt und Wachstum, Geld, Wert und Finanzen, Lebenswirklichkeit und Homo Oeconomicus. Diesen setzt er seine ausführliche, erkenntnisleitende Vorbemerkung voran und schließt die Aufsatzsammlung mit einem Ausblick auf die Möglichkeiten, zu einer Erkenntnisweise der „einen“ Wirtschaft, der Weltwirtschaftswissenschaft zu gelangen: „Veränderungen müssen beim Denken ansetzen: ein weltwirtschaftliches Denken ist das Gebot der Stunde! Arbeit und Denken gehören zusammen. Diese Einheit kann die Basis bilden für den weltweiten angemessenen Umgang mit Ressourcen.“(S. 184).

Der Autor urteilt nicht, sondern charakterisiert die Vorgehensweise der portraitierten Denker, prüft und gibt dem Leser die Chance eigener Beurteilung. Eine Kluft zwischen lesendem Fachpublikum und allgemeinbildendem Interesse richtet er nicht auf. Ökonomische Urteilsfähigkeit ist ja gegenwärtig längst zur Lebensfrage für jeden Zeitgenossen geworden.- Das Buch atmet Unabhängigkeit sowie Verantwortlichkeit der Ökonomie gegenüber den Existenzfragen der Gegenwart. Die kluge Auswahl lebt wohl auch aus der jahrzehntelangen Tätigkeit des Autors als Hochschullehrer für Ökonomie, Wirtschaftspädagogik und Statistik an zahlreichen west- und mitteldeutschen Universitäten. Man wünscht sich weitere Entdeckungen.

Manfred Kannenberg-Rentschler,  für den Rundbrief "Netzwerk Dreigliederung"

 

Buchvorstellung und Moderation:

Ulrike von Wiesenau, Institut für soziale Gegenwartsfragen

 

Helmut Woll: Unkonventionelle Zugänge zur Ökonomie

194 Seiten ·  19,80 EUR
ISBN 978-3-7316-1387-9  August 2019, Metropolis-Verlag

 

Zeitraum

05.11.2019, 18:00 Uhr - 05.11.2019, 19:00 Uhr

Adresse

Kathedralforum Berlin Mitte
Hinter der Katholischen Kirche
10117
Berlin

Eingetragen von

Institut für soziale Gegenwartsfragen Freiburg

Aktionsform

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