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Eine Ausstellung über die Betroffenen des Konflikts in Kolumbien

Nach einem mehr als 50 Jahre dauernden blutigen Konflikt wurde im November 2016 ein Friedensabkommen zwischen der kolumbianischen Regierung und der FARC-Guerilla geschlossen. In dieses setzen die Menschen in Kolumbien große Hoffnungen für eine friedliche Zukunft. Allerdings sind die Wunden, die jahrzehntelange Gewalt, Vertreibung, Unsicherheit, Raubbau, Drogenkriminalität und mangelnde Versorgung hinterlassen haben, noch längst nicht geheilt.
Und als wäre dies nicht genug, ist diese Gewalt noch lange nicht Geschichte. Gerade in den früher von der Guerilla kontrollierten Gebieten ist ein Machtvakuum entstanden, in das paramilitärische Gruppen vorstoßen. So steigt in den letzten Monaten die Zahl der ermordeten Menschenrechtler*innen, die sich für die Rechte der Bevölkerung und den Schutz der Ressourcen einsetzen. Und auch die Zivilbevölkerung Kolumbiens ist immer wieder Opfer von Übergriffen.

Der langjährige Bürgerkrieg in Kolumbien droht immer wieder in Vergessenheit zu geraten, nur vereinzelt schaffen es besonders grausame Meldungen in die internationale Berichterstattung. Die Ausstellung wendet sich explizit gegen dieses alltägliche Vergessen und gibt den Konfliktopfern ein Gesicht und eine Stimme.

Am Donnerstag, dem 28. September veranstalten wir dazu um 19 Uhr im Robert-Havemann-Saal die Podiumsdiskussion

Kolumbien: Trotz Friedensprozess – Humanitäre Krise und anhaltende Gefahr für Menschenrechtsverteidiger*innen

im Rahmen der Vesper - Menschenrechte aktuell.

Es diskutieren

• Daniela Simm: Brot für die Welt, Diakonie Katastrophenhilfe. Die DKH unterstützt in besonders vom Konflikt betroffenen Regionen ländliche Bevölkerung z.B. durch Bildungsarbeit, psychosoziale Begleitung von Opfern und Schutzprogramme.

• Dr. Annelen Micus: Juristin mit Schwerpunkt Vergangenheits-aufarbeitung sowie Wirtschaft und Menschenrechte. In den vergangenen Jahren begleitete sie die indigenen Wayúu im Kampf um ihre Rechte gegenüber dem Bergbauunternehmen Cerrejón im Nordosten Kolumbiens.

Moderation: Christiane Schwarz, kolko – Menschenrechte für Kolumbien e.V.


Stimmen aus der Ausstellung Basta ya!

»Wir sind alle Vertriebene hier. Fast jeder hat einen Familienangehörigen durch Gewalt verloren.«
Dolores Chávez, 46 Jahre

»Sie haben auf mich geschossen und sind weitergegangen. Sie haben mich einfach so liegen lassen. Sie wollten, dass ich sterbe.«
Francisco Gómez, 48 Jahre

»Wer flieht, verliert alles. Aber am schlimmsten ist der Hunger.«
Mona Fente, 43 Jahre

»Wir lernen früh, dass wir nichts anfassen dürfen. Auch nicht, wenn es aussieht wie ein alter Fußball.«
Nancy Rueda, 8 Jahre


Eine Ausstellung von Caritas International, dem Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes und der Diakonie Katastrophenhilfe, dem Hilfswerk für humanitäre Hilfe der Evangelischen Kirchen Deutschlands.

Zeitraum

01.09.2017 - 29.09.2017

Adresse

Haus der Demokratie und Menschenrechte
Greifswalder Str. 4
10405
Berlin

Eingetragen von

Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte

Aktionsform

Ausstellung

Themenkategorien

Frieden / Antimilitarismus

Website

http://hausderdemokratie.de/artikel/ausstellungen.php4

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