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Das Symposium widmet sich dem Leben und Wirken von Léon Gruenbaum. Der Sohn jüdischer Eltern wurde nach deren Flucht aus Nazideutschland
1934 in Forbach, Lothringen geboren. Er wuchs bis zum Kriegsende in Frankreich auf. Nach Deutschland zurückgekehrt, studierte er in München Physik und wurde von Werner Heisenberg promoviert.

1970 wurde Gruenbaum als Physiker beim Kernforschungszentrum Karlsruhe mit einem Zeitvertrag angestellt, der 1973 trotz guter Leistungen entgegen der Regel nicht verlängert bzw. entfristet wurde. Das Kernforschungszentrum Karlsruhe stand von 1956 - 1974 unter der Leitung des ehemaligen Nationalsozialisten Rudolf Greifeld als administrativem Geschäftsführer. Bis heute ist er Ehrensenator der ehemaligen Universität jetzt KIT, wenn auch das KIT diese Würde «ausgesetzt» aber nicht annulliert hat. Greifeld, für seine fortgesetzte antisemitische Haltung bekannt, diskriminierte Gruenbaum und ruinierte mit Hilfe anderer dessen Berufsweg.

Wie seine Familie 30 Jahre zuvor musste Gruenbaum in einer zweiten Emigration zurück nach Frankreich. Dort nahm er sich mit einem Zweitstudium als Historiker an der Sorbonne vor, die wirtschaftlich- politischen Hintergründe und Traditionen der «Plutoniumwirtschaft» aufzudecken. Léon Gruenbaum hinterließ darüber ein 448 Seiten umfassendes bedeutendes mit Quellen belegtes Manuskript, das Gegenstand des Symposiums ist.

Er starb 2004 in Mingolsheim, vereinsamt und nach langer Krankheit. Sein Name und seine Verdienste blieben einer breiten Öffentlichkeit unbekannt.

Programm:
10:00 Uhr - Eröffnung: Harald Denkecken (Vorsitzender Forum Ludwig Marum), ver.di Bezirksleitung, Grußwort: OB Dr. Frank Metrup, Moderation: Ju?rgen Stude, Ev. Landeskirche Baden
10:30-11:30 Uhr - Le?on Gruenbaums doppelte Verfolgung durch Nazis und sein Widerstand gegen die Atompolitik der Nachkriegszeit, Dr. Dietrich Schulze und Dr. med. Wolff Geisler
11:30-12:20 Uhr - Die Judenverfolgung im besetzten Frankreich und die Vorgeschichte in Baden, Manja Altenburg mit Killian Schultes (Uni Heidelberg)
12:20-13:30 Uhr - Mittagspause
13:30-14:15 Uhr - Braunfäule: Nazi-Karrieren in Nachkriegsdeutschland, Dr. Andrea Hoffend, Historikerin, Karlsruhe
14:15-15:00 Uhr - Plutonium-Politik und Atomwaffen, Prof. Dr. Joachim Radkau (Uni Bielefeld)
15:00-15:45 Uhr - Lernen aus der Geschichte, Nadja Brachmann und Studierende der Universita?ten Karlsruhe und Heidelberg
15:45 Uhr - Schlusswort: Dr. Christof Müller-Wirth, Karlsruhe
16:00 Uhr - Ende

Filmvorführung:
Bereits am Vorabend wird der Film «Die Hetzjagd» («La Traque») gezeigt. Beate und Serge Klarsfeld finden den untergetauchten Nazi Klaus Barbie, der «Schlächter von Lyon».
Freitag, 18. Oktober 2013, 18.00 Uhr, Hertz-Ho?rsaal der Universita?t (KIT Campus Su?d) nahe dem Haupteingang Kaiserstraße.

weitere Infos auf der Website des Forum Ludwig Marum

Kontakt:
RLS-Regionalbüro Baden-Württemberg
Ludwigstr. 73a
70176 Stuttgart
Telefon: 0711 99797090
Fax: 0711 99797091
Email: schlager@rosalux.de

Zeitraum

19.10.2013, 10:00 Uhr - 19.10.2013, 16:00 Uhr

Adresse

ver.di-Haus
Rüppurer Str. 1a
76137
Karlsruhe
Deutschland

Eingetragen von

Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg

Aktionsform

Konferenz

Themenkategorien

Anti-Atom / Klima / Energie
Antifaschismus

Website

http://www.bawue.rosalux.de/event/49426/der-vergessene-whistleblower-leon-gruenbaum-1934-2004.html

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