Lesbos ferry

Zur Situation Geflüchteter (und zur Arbeit von Unterstützer*innen) auf der Insel Lesbos

Nachdem die EU ihre Außengrenzen in den letzten Jahren soweit abgeschottet hat, dass sie auf dem Landweg so gut wie nicht mehr zu überwinden sind, flohen immer mehr Menschen über das Mittelmeer. 2015 waren es über eine Million. Laut UNHCR kamen allein in Griechenland, dessen Inseln zum Teil nur wenige Seemeilen vor der türkischen Küste liegen, 856.723 Menschen an. 59% davon allein in Lesbos, das im Sommer 2015 zum Synonym einer bis dahin in Europa nicht vorstellbaren humanitären Krise wurde.

Doch auch dieser Fluchtweg ist zur Sackgasse geworden. 6 Milliarden Euro hat die EU der Türkei in Aussicht gestellt, damit die sie den Zuzug von Flüchtenden stoppt.

Seit März 2016 sanken zwar die Ankunftszahlen, doch Lesbos bleibt weiterhin ein Brennpunkt: im dem auf Militärgebiet errichteten „Hot Spot" Moria sind zwischen 3.000 und 4.000 Menschen unter inakzeptablen Bedingungen untergebracht. In anderen Camps leben viele weitere Schutzsuchende, darunter auch einige Härtefälle.

Von Beginn an spielten zunächst griechische, später auch internationale Initiativen und das Engagement von Freiwilligen eine große Rolle bei dem Versuch, die prekäre Situation zu verbessern, doch mit dem EU-Türkei-Deal wurden viele der etablierten Strukturen abgebaut. Gleichzeitig werden die Vereinbarungen des Abkommens nicht eingehalten: Asylanträge nur schleppend bearbeitet, die anvisierten Verteilmechanismen innerhalb der EU greifen nicht. Die Menschen sitzen fest, ohne Hoffnung.

Aktive der Initiative Volunteers for Lesvos berichten von ihrer Arbeit und geben einen Überblick über die Entwicklungen von 2015 bis heute. Wie sind die rechtlichen und sozialen Bedingungen für Geflüchtete, was sind die Aktivitäten der Unterstützer*innen? Wie hat sich die Situation auf der Insel geändert und welche Aussage lässt sich über das EU-Grenzregime allgemein ableiten? Welche Perspektiven gibt es?

Mit:
Anja Schneider (Projektleiterin), Leyla Erfani-Boujar, Ralf Henning und Matthias Voigt

Moderation: Simon Cames (Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung)

Realisiert aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin

Foto © A. Schneider 2015

Zeitraum

10.11.2016, 19:00 Uhr - 10.11.2016, 21:30 Uhr

Adresse

Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung
Sebastianstr. 21
10179
Berlin

Eingetragen von

Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung

Aktionsform

Vortrag und Diskussion

Themenkategorien

Globalisierung / Entwicklung / Migration

Website

http://calendar.boell.de/de/event/die-grenze-europas

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