Die Bestattungspraxis in Deutschland ist von Machtverhältnissen, insbesondere von Klassismus und Heteronormativität, geprägt. Aktuell werden immer mehr arme Menschen in Deutschland, für die keine Zugehörigen die Bestattungspflicht wahrnehmen (können), ohne Grabstein und Namen, ohne Trauerfeiern und Blumenschmuck von Gesundheits- und Ordnungsämtern anonym bestattet. Teilweise, wie z.B. in dem Berliner Bezirk Neukölln, finden die ordnungsbehördlichen Bestattungen monatlich als Sammelbeerdigung im Minutentakt statt. Oft wurden diese Menschen schon zu Lebzeiten durch Klassismus, Rassismus und psychosoziale Normalitätsvorstellungen marginalisiert und gesellschaftlich ausgegrenzt. Im Sinne einer Neoliberalisierung des Sterbens, sind wir seit der Abschaffung des Sterbegeldes alle dazu angehalten unsere eigene Beerdigung individuell zu planen und zu finanzieren.

Francis Seeck zeigt in diesem Buch den Zusammenhang zwischen Machtverhältnissen und Beerdigungspraktiken auf. Aber auch die eigene Geschichte der Autor*in hat ihren Platz. So geht es auch um widerständige Praktiken auf der Friedhofswiese, sei es durch Forscher*in, Trauergäste, Aktivist*innen und Mitarbeiter*innen – ganz im Sinne von „Rest in protest!“. Francis Seeck wird in der Lesung auch auf Widerstand/ Möglichkeiten der Selbstorganisierung von Betroffenen eingehen und auf Initiativen.

 Francis Seeck ist Kulturanthropolog*in und Antidiskriminierungstrainer*in und lebt in Berlin. Francis promoviert zu Kollektiven Sorgepraxen/Community Care innerhalb von Trans* und Non-Binary Aktivismus. 

Zeitraum

08.12.2017, 19:00 Uhr - 08.12.2017, 22:00 Uhr

Adresse

FAU-Lokal
Grüntaler Straße 24, 1
13357
Berlin

Eingetragen von

FAU Berlin

Aktionsform

Buchvorstellung mit Francis Steck

Themenkategorien

Soziales / Arbeit
Bildung / Familie / Gesundheit
Gender
Politik / Demokratie / Recht

Website

https://berlin.fau.org/termine/recht-auf-trauer-bestattungen-aus-machtkritischer-perspektive

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