Rowo final weiss gruen

Bremer Bündnis für Klimaschutz

Aktionskonferenz Nordsee, Bremer Forum für Wohn- und Lebensqualität, Bremer Erzeuger-Verbraucher-Genossenschaft, Greenpeace-Gruppe-Bremen, Ökobüro, Ökostadt, ROBIN WOOD, Verein Sozialökologie

swb-Klimasch(m)utzwochen
- eine unbequeme Wahrheit


Liebe Bremerinnen und Bremer!

Derzeit begeht die swb ihre sogenannten Kli­maschutzwochen. Damit versucht sie einmal mehr den Eindruck zu vermitteln, alles für eine zukunftsfähige, nachhaltige Energieversorgung zu tun. Wir haben dem Braten nicht getraut und einmal einen Blick hinter die Klimaschutz-Kulis­sen der swb gewagt. Dabei sind wir auf allerlei Sachverhalte gestoßen, die eher das Gegenteil von Klimaschutz sind und die wir Ihnen nicht vorenthalten wollen:

Der Strommix der swb
wird immer noch von fossilen, klimabelastenden Energien dominiert: rund 80 Prozent Steinkohle und Gas, 4 Prozent Atomstrom sowie 17 Pro­zent erneuerbare Energien, die sich die swb nach dem „ Erneuerbare Energiegesetz“ (EEG) anrechnet. Der tatsächliche Anteil Erneuerbarer an der Eigenerzeugung liegt bei der swb bei unter zwei Prozent.

Mehr CO2 durch Modernisierung und Er­höhung der Kohlestromerzeugung
Die swb hat im Jahr 2006 ihren Kohleblock 5 im Hafen (bildet zusammen mit Block 6 das Kraft­werk Hafen) für 21 Millionen Euro „ertüchtigt“, um die Laufzeit 15 weitere Jahre, also bis 2021 zu ermöglichen. In dieser Zeit wird weiter CO2 ausgestoßen. Was diese „Ertüchtigung“ für das Klima bedeutet, konnte man schon 2007 deut­lich feststellen: eine Erhöhung der Kohlen­di­oxidemissionen (durch Zunahme der Stromer­zeugung) nur in diesem Kraftwerksblock um 85000 Tonnen CO2. Das Kraftwerk Hafen stößt jährlich 2,4 Millionen Tonnen aus.

Das Ökostromangebot "proNatur" der swb und der „Werderstrom“
"proNatur" stammt zu einem Teil aus dem alten, abgeschriebenen Wasserkraftwerk Campoco­logno, an dem die Schweizer Atomwirtschaft

beteiligt ist, zum anderen wird gar kein Öko­strom bezogen, sondern Kohle- und Atomstrom über Recs-Zertifikate zu grünem Strom um­etikettiert. „Recs“ (Renewable energy certificate system) ermöglicht Stromversorgern und Händlern ihren fossilen oder atomaren Strom durch den Kauf der Öko -Zertifikate (nicht des Ökostroms) als saubere Energie zu vermarkten.

Gesamtklimabelastung durch die swb
Insgesamt emittiert die swb im Jahr 6 Mio. Tonnen CO2 und belastet das Klima damit dramatisch. Da der Bau des neuen Gaskraft­werkes nicht mit der Senkung der Kohle­ver­stromung einhergeht, trägt auch dieser Neu­bau trotz Gas und Gas-Dampftechnik noch einmal zu einer Erhöhung der CO2-Emissionen bei.

Schlussfolgerungen: Immer noch Klima­schmutz statt Klimaschutz
Die swb arbeitet also nicht mit Nachdruck – wie sie zu vermitteln versucht – an einer Senkung der CO2-Emissionen, sondern erhöht diese weiter. Wie sie mit dieser Strategie das selbst gesteckte und propagierte Ziel einer zwanzig­prozentigen Schadstoffsenkung bis zum Jahr 2020 erreichen will, bleibt unerfindlich. Und die Politik? Zwar wird im Hause Loske ein Klima­schutzprogramm 2020 diskutiert, aber die bei­den größten Verschmutzer, (die swb und die Stahlwerke) bleiben bei den Erörterungen bisher außen vor.

Liebe Bremerinnen und Bremer,
wir machen diese Aktion nicht, um ein Unter­nehmen schlecht zu machen. Wie wahrschein­lich auch Sie würden wir uns freuen, einen umweltbewussten lokalen Energieversorger    zu haben. Wir meinen aber, dass es nicht angeht, dass „unsere“ swb sich ein grünes Mäntelchen umhängt und darunter alles weitergeht wie bis­her.


Übrigens: Wer die oben genannten Sachverhalte nicht länger mitverantworten will, kann problemlos zu einem echten, unabhängigen Ökostromanbieter wechseln. Infos dazu gibt es z.B. unter www.robinwood.de/energie.

Zeitraum

23.06.2009, 11:00 Uhr - 23.06.2009, 14:00 Uhr

Adresse

Gegenüber SWB Gebäude
Kastanienwäldchen“ (Am Wall/Herdentor)
28199
Bremen
Deutschland

Eingetragen von

Robin Wood e. V.

Aktionsform

Infoveranstaltung, Proteststand

Themenkategorien

Anti-Atom / Klima / Energie
Verkehr / Stadtentwicklung
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