2012 05 06 ausstellung unrecht an kindern und jugendlichen im dt. faschismus

So, 6.5.2012, 15:00 Uhr

Eröffnung der Ausstellung

Robert-Havemann-Saal

Haus der Demokratie und Menschenrechte
Greifswalder Str. 4, 10405 Berlin
Gedenken - Erinnern - Politik gestalten

In der Arbeit des Arbeitskreises „Marginalisierte -
gestern und heute!“ fiel auf, dass zwischen 1933 und 1945 viele Kinder und Jugendliche Opfer von drakonischen und unmenschlichen Aktionen der
deutschen Faschisten wurden.


Einschneidende Stationen waren die Nürnberger
Rassegesetze, das Erbgesundheitsgesetz, die Gesetze zur Verfolgung gefährlicher Gewohnheitsverbrecher und zur Inhaftnahme wegen Bettelei und Landstreicherei, die Verschärfung des Paragraphen 175 StGB und andere verbrecherische Gesetze. Sie sollten dem grausamen Vorgehen gegen unterschiedliche Bevölkerungsgruppen einschließlich der Kinder und Jugendlichen den Schein von Legitimität verleihen.


Kinder und Jugendliche erfuhren Verfolgung, Inhaftierung, Folter, Zwangsarbeit, Verurteilungen und wurden in die Illegalität getrieben. Sie wurden in
Anstalten gesperrt und mussten ohne Eltern und
Bildungsangebote aufwachsen. Viele wurden nie als
Opfer des Faschismus anerkannt. Darunter die, welche sich verstecken konnten, sogenannte Asoziale, Homosexuelle, Zwangssterilisierte, Kinder ermordeter Widerstandskämpfer und Kinder, welche in den Zuchtanstalten des NS Lebensborns aufwachsen mussten.


In antifaschistischen Kreisen kamen einige Opfer erst in den späteren Jahren in das Blickfeld der Erinnerungsarbeit. Die Konzentration auf Opfergruppen und Gruppen des antifaschistischen Widerstandes folgte anfänglich dem Wunsch gerechte Entschädigungsleistungen zu gewähren. Das Problem war aber, dass die Nazis derart absurd vielen Menschen nach dem Leben trachteten, das das gruppenspezifische Gedenken immer auch Gefahr lief etwas unerwähnt zu lassen. Noch heute können die Mordaktivitäten kaum in Worte gefasst werden.


Da offensichtlich rechte nationalistische Kreise das
gesellschaftliche Klima bestimmen und die Mehrheit
der Gesellschaft sich dies gefallen lässt, gibt es noch heute „vergessene“ Opfergruppen. Dass und warum es in dieser Frage Handlungsbedarf gibt, dazu wollen wir uns verständigen.


Die Freiburger Ausstellung zum Lager Gurs und zum
„Nazi-Terror gegen Jugendliche“ hatte die Frage der

„vergessenen Opfer“ bereits 2007 in beeindruckender Weise aufgegriffen. Schüler_innen aus acht Schulen der Freiburger Region waren den Schicksalen von Kindern, Jugendlichen, jungen Erwachsenen und behinderten Personen unter Federführung der Katholischen Akademie der Erzdiözese Freiburg nach gegangen. Wir freuen uns, dass es uns gelungen ist, vierzig Tafeln dieser Ausstellung in Berlin zu zeigen.


Ganz im Sinne dieser Aufklärung haben sich 26
Schüler_innen der Klasse 9a des Felix Mendelssohn
Bartholdy Gymnasiums auf die Spurensuche nach
Berliner Kindern und Jugendlichen gemacht, denen im deutschen Faschismus Unrecht geschah.

In der Ausstellung sehen wir von ihnen u.a Tafeln zu den nachfolgenden Themen:

Zeittafel zur Verfolgung jüdischer Menschen von 1933 bis 1945


Unbekannte Große Helden
Rolf Joseph - Jugend im „Dritten Reich“
Verfolgung Homosexueller
„Euthanasie“ an Kindern und Jugendlichen
Bildung nur für den Kriegseinsatz
Zeitstrahl 1933 - 1945
Psychologische Folgen von Verfolgung und Verrat

 

So, 6.5.2012, 15:00 Uhr
Eröffnung der Ausstellung

Begrüßung: Ina Rathfelder Clever e. V.
Rede: Anne Allex Arbeitskreis Marginalisierte - gestern und heute!
Kurzvortrag: Monika Rappenecker Katholische Akademie der Erzdiözese Freiburg
Gedichte: Christine Kahlau Dichterin
Präsentation: Klasse 9a
Felix Mendelssohn Bartholdy Gymnasium
Grußwort: Vera Friedländer Berliner VVN-BdA e.V.
Grußwort: Sabine Röhrbein, BVV Vorsteherin Pankow
Lieder: Alex, Straßenmusik aus Berlin
anschließend:
Führung mit Ergebnispräsentationen mit Schüler_innen und Zeitzeug_innen

 

Mi, 16.5.2012, 19:00 Uhr
Versteckte jüdische Kinder
Dr. Alexander Meschnig, Schüler_innen


Mi, 23.5.2012, 19:00 Uhr
Rassistisches Mordprogramm gegen Kinder und Jugendliche im deutschen Faschismus
Klaus-Peter Drechsel, Schüler_innen


So, 27.5.2012, 15:00 Uhr
Verfolgung Homosexueller von 1933 - 1945
Andreas Pretzel, Schüler_innen


Mi, 30.5.2012, 19:00 Uhr
Züge ins Leben, Züge in den Tod
Dirk Stegemann (Zug der Erinnerung Berlin) Lisa Bechner (Kuratorin Berliner Kinderdenkmal)


Mi, 6.6.2012, 19:00 Uhr - Lesung
Zwangsarbeit: Schuhe flicken für Salamander
Vera Friedländer


Sa, 9.6.2012, 16:00 Uhr - Kundgebung
Gedenkort Rummelsburger Arbeitshäuser
Arbeitskreis Marginalisierte-gestern und heute!, Direktionsgebäude (S-Bhf. Rummelsburg.,Tram 21)

Mi,13.6.2012, 19:00 Uhr

„Unrecht an Kindern und Jugendlichen von 1933 - 1945“ und „vergessene Opfer“ als Herausforderung der Erinnerungspolitik
A. Allex, Arbeitskreis Marginalisierte-gestern und heute!
G. Saathoff, Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (angefragt)
Zeitzeug_innen und Schüler_innen


Kooperationspartner
Anne-Frank-Fonds
Arbeitskreis Marginalisierte-gestern und heute!
Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten e. V.
Clever - Verein für internationale Bildung e. V.
Extramural e. V. - Verein für internationale Bildung gegen soziale Ausgrenzung
Druckerei: Hinkelstein sozialistische GmbH
Katholische Akademie der Erzdiözese Freiburg
Klasse 9a der Felix Mendelssohn Bartholdy Schule
Schwules Museum
Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte
Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Verband der AntifaschistInnen e.V.


Veranstalterinnen: A. Allex, I. Rathfelder
Kontakt: info@anne-allex.de

Zeitraum

06.05.2012, 15:00 Uhr - 13.06.2012, 22:00 Uhr

Adresse

Haus der Demokratie und Menschenrechte
Greifswalder Straße 4
10405
Berlin

Eingetragen von

AK"Marginalisierte-gestern und heute"

Aktionsform

Ausstellung

Themenkategorien

Antifaschismus
Soziales / Arbeit
Bildung / Familie / Gesundheit
Frieden / Antimilitarismus
Freiräume / Subkultur
Politik / Demokratie / Recht

Website

http://stressfaktor.squat.net/termine.php?cat=14

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